Dank Florian Wirtz: Fußball-Nationalmannschaft holt wichtigen Sieg gegen Serbien
"Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Jeder Einzelne hat alles auf den Platz gelassen, ist dem Matchplan nachgegangen und hat eigentlich fast alles richtig gemacht", sagte Florian Wirtz nach dem 2:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Serbien in der UEFA Nations League. Wirtz war mit einem Tor und einer Vorlage der überragende Spieler in der Elf von Bundestrainer Jürgen Klopp.
Für den offensiven Mittelfeldspieler, der sich seit seinem Wechsel von Bayer 04 Leverkusen zum FC Liverpool im Sommer 2025 sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft oft schwertat, war es fast eine Art Befreiung.
Wie zu seinen besten Zeiten unter Trainer Xabi Alonso, als er mit der Werkself aus Leverkusen das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann, wirbelte und dribbelte Wirtz, zog die Fäden im Spiel, schickte Mitspieler mit klugen Vertikalpässen in freie Räume und kam auch selbst immer wieder zum Abschluss.
"Er sprühte vor Spielfreude und hat bretthart gearbeitet. Das war außergewöhnlich, er hat ein tolles Spiel gemacht", lobte Klopp den Matchwinner und wusste auch, warum es so gut geklappt hatte. "Unser Spiel passt zu Flo Wirtz. Ich weiß gar nicht, was Flo alles richtig machen muss, damit alle happy sind. In Liverpool sollten heute alle happy sein."
Wirtz spielte gegen Serbien sechs Torchancen heraus, 96 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an. Vor dem 1:0 traf er den Pfosten, Tom Bischof musste nur noch abstauben (39. Minute). Das 2:0 besorgte Wirtz nach einer Körpertäuschung mit einem zielgenauen Flachschuss selbst.
Zum ersten Mal mit Kapitänsbinde
Neben seiner guten Leistung gab es für Wirtz einen weiteren Grund, warum sein 47. Länderspiel ein ganz spezielles war. Nachdem Serge Gnabry ausgewechselt worden war, durfte Wirtz als der Spieler mit den meisten Länderspieleinsätzen auf dem Feld in der zweiten Halbzeit die Kapitänsrolle übernehmen.
Für den 23-Jährigen war das Tragen der schwarz-rot-goldenen Spielführerbinde "etwas Besonders". "Das stand nicht auf meiner To-Do-Liste, aber es macht mich stolz", sagte er anschließend im Fernsehinterview. "Die Spieler um mich herum haben es mir einfach gemacht. Wir hatten sehr viel Bewegung in der Mitte. Wir hatten alle Bock."

Tatsächlich sah das Spiel gegen die Serben in weiten Teilen so aus, wie Jürgen Klopp es sich vorstellt. Auch für den Bundestrainer war der Sieg wichtig, da nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland am Sonntag bereits erste Kritik aufgekommen war.
"Wir haben das Spiel von der ersten Sekunde an angenommen, den Gegner bearbeitet. Wir hätten noch mehr Tore schießen können. Es war ein perfekter Abend", sagte er nun nach seinem ersten Sieg als Bundestrainer.
"Wir können jedes Risiko der Welt nehmen, wenn unser Gegenpressing durch die Decke geht. Und es ist durch die Decke gegangen. Das war außergewöhnlich gut. Die Leistung muss nun die Baseline sein. Das kommt in mein Archiv, damit zeigen wir den Jungs, wie es gehen kann."
Wirtz: "Klopp hat mir ein paar Sachen mitgegeben"
Nach dem Spiel nahm Klopp vor allem Wirtz lange in den Arm und sprach mit ihm. Möglicherweise ging es dabei um Dinge, die der Bundestrainer bereits vor der Partie in Einzelgesprächen angesprochen und von seinem Kreativspieler gefordert hatte.

"Natürlich will er, dass ich wieder den Fußball spiele, den man von mir gewöhnt ist", sagte Wirtz nach dem Spiel in der Mixed Zone. "Wir haben das ein oder andere Gespräch gehabt und er hat mir auf jeden Fall ein paar Sachen mitgegeben, die ich versuche umzusetzen."
Zum Abschluss der Länderspielpause steht am Sonntagabend in Thessaloniki noch das Auswärtsspiel gegen Griechenland an. Da die Griechen das Hinspiel am vergangenen Sonntag in Augsburg für sich entscheiden konnten, sollte Deutschland dort gewinnen, um seine Chancen auf ein Weiterkommen in der Nations League zu bewahren und zu verbessern.
Deutschland - Serbien 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Bischof (39.), 2:0 Wirtz (61.)
Zuschauer in München: 68.121
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