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Thursday, September 17, 2026

Huawei Watch D3 im Test: Smartwatch mit EKG und echter Blutdruckmessung

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Blutdruck, EKG und präzise Pulsmessung: Die Huawei Watch D3 ist eine Gesundheitsuhr mit echter Manschette – und nur wenigen Schwächen.

Mittlerweile in dritter Generation bietet Huawei seine Gesundheitsuhr Watch D3 mit echter Blutdruckmessung per aufblasbarem Armband – als kompakte Ergänzung zur klassischen Manschette. Daneben taugt sie als hochwertiger Fitness-Tracker mit ausgeprägten Gesundheitsfunktionen: Sie überwacht den Schlaf und erstellt auf Wunsch ein EKG. Das Gehäuse ist schlanker geworden, der Preis dafür deutlich dicker. Wie sich die Uhr in der Praxis schlägt und ob sie die Blutdruckmanschette tatsächlich ersetzen kann, zeigt der Test.

Design & Tragekomfort

Optisch bleibt Huawei seiner Linie treu – und damit auch der von Apple: Die Watch D3 setzt auf ein rechteckiges Gehäuse und ähnelt zugleich stark ihrem Vorgänger. Der wichtigste Unterschied steckt in den Maßen: Mit 46,5 × 41 × 11,3 mm fällt die D3 rund 2 mm flacher aus als die Watch D2 und wirkt auch sonst weniger wuchtig. Das Gewicht bleibt mit 40 g ohne Armband unverändert.

Das Aluminiumgehäuse ist hochwertig verarbeitet und erinnert ein wenig an die Apple Watch Ultra. Rechts oben sitzt die Krone, darunter ein rechteckiger Knopf, den man mit bis zu zwei Funktionen frei belegen kann. Auch das aufblasbare Armband hat Huawei minimal verschlankt. Präsenter als bei einer normalen Uhr ist es trotzdem, im Alltag stört das aber kaum. Aufpassen muss man nur beim Anlegen: Der innere, aufblasbare Teil muss sich korrekt ums Handgelenk rollen, sonst steht das Armband ab – das kann die Messungen verfälschen.

Damit die Uhr richtig sitzt, misst man vorab den Handgelenkumfang; ein Maßband aus Papier liegt bei. Entsprechend eng sitzt die D3 am Arm. Wir haben sogar ein Loch enger geschnallt, dann hält sie auch beim Sport sauber. Der Tragekomfort ist trotz der Ausmaße hoch: Spürbar ist die Uhr zwar, wirklich stören tut sie im Alltag aber nicht – höchstens ein wenig im Schlaf.

Nur bedingt wasserfest ist die Uhr allerdings: Zwar erfüllt sie formal IP68 - wenn keine Blutdruckmessung läuft. Damit ist sie prinzipiell gegen eindringenden Staub und Wasser geschützt, vom Tragen beim Duschen oder Schwimmen rät Huawei aber ausdrücklich ab.

Display

Dank schmalerer Ränder ist das OLED-Display leicht gewachsen: Es misst nun 1,92 Zoll in der Diagonale. Die Auflösung liegt weiterhin bei 480 × 408 Pixeln, was für eine scharfe Darstellung sorgt – die Bildqualität ist tadellos. Auch in der Sonne bleibt die Watch D3 gut ablesbar: Huawei gibt bis zu 3000 cd/m² Spitzenhelligkeit an, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorgänger mit nur 1500 Nits.

Huawei Watch D3: Bilder

Huawei Watch D3

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Huawei Watch D3

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Huawei Watch D3

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Huawei Watch D3

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App & Bedienung

Zur Kopplung dient die Health-App für Android, HarmonyOS und iOS. Wie üblich müssen Android-Nutzer sie per Sideload aus Fremdquellen installieren. Im Apple App Store sowie in den Pendants von Samsung und Honor ist sie regulär zu haben.

Die App ist übersichtlich aufgebaut: Der erste Reiter zeigt alle Vitalwerte, daneben liegt der Bereich „Training“ mit einer Auswahl an Laufplänen. Der kostenpflichtige „VIP-Bereich“ ergänzt Premium-Trainingspläne, Einschlafmusik und weitere Gesundheitsanleitungen. Unter „Geräte“ finden sich die Einstellungen der Uhr, Benachrichtigungen, Watchfaces und die Berechtigungen.

Auf der Uhr selbst läuft Harmony OS. Das Interface entspricht dem anderer Huawei-Uhren wie der Watch GT 7 Pro. Apps gibt es kaum. Vorinstalliert ist Petal Maps für die Navigation am Handgelenk, das Angebot in der Appgallery, die man über die Health-App aufruft, bleibt überschaubar. Immerhin ist Curve Pay dabei, womit man mit der D3 bezahlen kann. Dazu kommen Tools wie Kompass, Stoppuhr und Timer. Benachrichtigungen zeigt die Uhr an, allerdings ohne Bilder; antworten kann man nur mit vorgefertigten Kurztexten.

Die Bedienung geht leicht von der Hand: Per Wischen nach links erreicht man bis zu sechs Karten, deren Auswahl man in der Health-App festlegt. Sie zeigen Widgets, etwa zum Start der Blutdruckmessung, eine Fitnessübersicht mit Puls, Schlafdaten und Sauerstoffsättigung, dazu Aktivitäten, Kalender, Mondphasen oder Training. Ein Wisch nach rechts öffnet eine Übersicht mit Wetter, Kalendereinträgen und der Musiksteuerung. Alternative Watchfaces gibt es viele – die meisten sind allerdings kostenpflichtig, eine Übersicht der kostenlosen Varianten fehlt.

Die Krone fungiert als Home-Taste und öffnet die App-Übersicht, doppeltes Drücken zeigt alle offenen Anwendungen. Die untere Taste lässt sich mit bis zu zwei Funktionen belegen – je eine für einmal und zweimal Drücken; ab Werk startet sie die Blutdruckmessung. Insgesamt reagiert die Watch D3 flott: Das System läuft geschmeidig, Apps öffnen schnell, und der Bildschirm setzt Wischgesten ohne Verzögerung um.

In unserer Prüfung der Datenschutzbestimmungen und AGB der Huawei-Health-App gab es keine gravierenden Auffälligkeiten. Das ist relevant, weil die App sensible Gesundheits- und Aktivitätsdaten verarbeitet.

Training

Die Watch D3 bringt zahlreiche Sportmodi mit, darunter Laufen, Laufband, Radfahren, Indoor-Cycling und Krafttraining. Die Pulsmessung ist dabei erfreulich genau: Im Vergleich mit dem Brustgurt Polar H10 weichen die Werte nur minimal ab, die Verzögerung bleibt gering. Damit taugt die D3 als vollwertiger Fitness-Tracker.

Auch die Schrittzählung arbeitet präzise, und per GPS erfasst die Uhr Strecken beim Laufen, Wandern oder Radfahren zuverlässig. Die automatische Trainingserkennung reagiert allerdings träge: Erst nach rund fünf Minuten fragt die Uhr nach, ob sie das Training aufzeichnen soll. Unterstützt werden dabei Laufen, Gehen, Rudern und Crosstrainer. Zum Schwimmen eignet sich die Watch D3 dagegen nicht.

Gesundheit & Schlaf

Kernfunktion der Watch D3 ist wie bei den beiden Vorgängern die Blutdruckmessung per aufblasbarer Manschette – eine Kalibrierung mit einem separaten Messgerät entfällt. Zertifiziert ist die Uhr nach CE-MDR als Medizinprodukt, das gilt für die mechanisch-oszillometrische Messung, die 24-Stunden-Langzeitmessung (ABPM) sowie das 1-Kanal-EKG. Geprüft wurde das Verfahren unter anderem vom TÜV Rheinland.

Laut Huawei liegt die Abweichung in 97 Prozent der Messungen unter 15 mmHg und in 88 Prozent unter 10 mmHg. Der ISO-Standard verlangt nur 91 und 76 Prozent, die Watch D2 kam auf 94 und 82 Prozent. Auf dem Papier misst die dritte Generation also spürbar genauer.

Für eine Messung hält man den Arm sitzend auf Herzhöhe. Nach rund einer Minute erscheint das Messergebnis auf dem Display. Im Alltag eignet sich die Watch D3 vor allem dazu, generelle Trends zu erkennen. Bei mehr als einem Dutzend Vergleichsmessungen mit einer Oberarmmanschette von Medisana zu verschiedenen Zeitpunkten traten jedoch Abweichungen von bis zu 7 Prozent auf. Insbesondere der systolische (obere) Wert fiel häufig überraschend niedrig aus – vor allem am Morgen. Beim diastolischen (untere) Wert waren die Unterschiede deutlich geringer.

Weil die Hürde für regelmäßige Messungen deutlich niedriger liegt als bei einer klassischen Manschette, halten wir die Funktion für ausgesprochen nützlich. Ein hochwertiges Messgerät ersetzt die Uhr nicht, sie liefert aber Hinweise, wann man sich intensiver mit dem Thema befassen sollte.

Neu ist der Modus, um direkt vor und nach einem Workout den Blutdruck zu messen. Diese können viel über die Herz-Kreislauf-Gesundheit aussagen. Ein ungewöhnlich starker Anstieg unter Belastung gilt als Risikofaktor für späteren Bluthochdruck. Bei Gesunden sinkt der systolische Wert nach dem Training binnen fünf bis zehn Minuten um mindestens 20 mmHg und liegt nach 30 Minuten wieder im Ausgangsbereich – dauert es länger, kann die Gefäßregulation gestört sein.

Die Langzeitmessung übernimmt die Uhr auf Wunsch über 24 Stunden, das Intervall – alle 30, 45 oder 60 Minuten – legt man vorab fest. Nachts misst die D3 automatisch, tagsüber erinnert sie den Träger an eine eigene Messung.

Eine Farbcodierung erleichtert die Einordnung der Werte: Messungen im Normbereich werden grün dargestellt, erhöhte Werte in Warnfarben hervorgehoben. In der Health-App landen die Ergebnisse in einem Protokoll, das sich auswerten und als PDF für den Arztbesuch exportieren lässt.

Dazu kommt ein manuelles 1-Kanal-EKG: Finger auf den unteren Button legen und stillhalten. Im Test brach die Messung öfter ab, ein leicht angefeuchteter Finger verbessert die Leitfähigkeit spürbar. Das EKG soll Anzeichen von Vorhofflimmern aufspüren, die Ergebnisse gibt es ebenfalls als PDF. Zusätzlich erkennt die D3 Hinweise auf arterielle Steifigkeit – hier allerdings ohne Zertifizierung. Per Pulswellenanalyse suchen außerdem die PPG-Sensoren nach Rhythmusstörungen.

Huawei Watch D3: Health App

Huawei Watch D3: Health App

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Daneben erfasst die Uhr die Sauerstoffsättigung (SpO2), wahlweise manuell oder automatisch im Hintergrund, sowie laufend die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – also die zeitlichen Schwankungen zwischen zwei Herzschlägen, die als Indikator für Stress und Erholung gelten. Mit „Health Glance“ bündelt die D3 in rund einer Minute elf Vitalwerte.

Zusammen mit der Temperaturmessung ermöglicht die Uhr ein Zyklus-Tracking samt Prognose des nächsten Eisprungs. Dazu kommen Atemübungen gegen Stress – und Bewegungserinnerungen, die ein animierter Panda auf dem Display begleitet.

Auch den Schlaf wertet sie aus und unterscheidet in der Health-App zwischen Leicht- und Tiefschlaf, REM sowie Wachphasen. Die Auswertung wirkt schlüssig, nur nächtliche Wachphasen erkennt die Uhr nicht immer – hier weicht sie deutlicher von einem Smart Ring ab, entsprechend länger fällt die erfasste Schlafzeit aus. Dieses Muster kennen wir bereits von früheren Huawei-Modellen. Zusätzlich kann die D3 die Schlafatmung überwachen und Atemaussetzer registrieren, diese Funktion muss man aber erst aktivieren – zulasten der Akkulaufzeit.

Weitere Features

NFC ist an Bord, zum Bezahlen setzt Huawei auf Curve Pay. Für die Nutzung richtet man den Dienst zunächst per App auf dem Smartphone ein, hinterlegt sein Zahlungsmittel und verifiziert es – etwas umständlich. Anschließend wählt man unter „Wearables“ die Uhr aus, vergibt an ihr eine PIN und legt Curve Pay als Standarddienst fest. Danach klappt das Bezahlen an der Kasse zuverlässig.

Eine WLAN-Anbindung ist nicht vorgesehen, eine Mobilfunkoption fehlt – ohne gekoppeltes Smartphone bleibt die D3 also offline. Streaming-Dienste wie Spotify unterstützt die D3 nicht, unter Android dient sie nur als Fernbedienung für die Musikwiedergabe. Man kann auch MP3-Dateien auf die Uhr speichern. So kann man dank GPS auch ohne Smartphone laufen gehen, die Strecke aufzeichnen und Musik per Bluetooth hören.

Akku

Huawei verspricht bis zu sechs Tage bei normaler Nutzung. Diesen Wert erreichten wir im Test locker: ohne Always-on-Display, dafür rund um die Uhr getragen, mit Erkennung der Schlafatmung, drei Workouts und täglich rund drei Blutdruckmessungen. Schaltet man die 24-Stunden-Messung hinzu, sinkt die Akkulaufzeit drastisch. Mehr als ein Tag ist dann nicht mehr drin. Das Aufladen per magnetischem Ladepad dauert rund 75 Minuten.

Preis

Die UVP liegt bei 449 Euro und damit 50 Euro über der des Vorgängers. Die Straßenpreise bewegen sich zum Testzeitpunkt am 17.09.2026 noch auf demselben Niveau. Zum Marktstart gibt es direkt bei Huawei einen Rabatt von 20 Euro sowie kostenlos die Huawei Freebuds SE 4 ANC oder eine Körperfettwaage Huawei Scale 3 dazu.

Zur Wahl stehen drei Varianten: Ganz in Schwarz mit Kautschuk-Armband sowie jeweils ein goldfarbenes Gehäuse mit weißem oder braunem Armband aus Kunstleder.

Fazit

Die Huawei Watch D3 bleibt wie ihre Vorgänger in einer Hinsicht einzigartig: Sie misst den Blutdruck tatsächlich per Manschette – und das medizinisch zertifiziert. Dazu kommt ein 1-Kanal-EKG, das Hinweise auf Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern liefert und zusätzlich die Tendenz zu arterieller Steifigkeit einschätzt. Ergänzend analysiert die Uhr über die PPG-Sensoren die Pulswellen, was ebenfalls Rhythmusstörungen aufspüren soll. Die Sportfunktionen sind ausgereift, und bezahlen lässt sich per Curve Pay auch.

Ohne Makel ist die D3 aber nicht. Die Blutdruckwerte weichen teils von denen einer handelsüblichen Manschette ab, smarte Funktionen und Apps bietet die Uhr kaum. Am schwersten wiegt aber die eingeschränkte Wasserfestigkeit: Weder zum Duschen noch zum Schwimmen soll man sie tragen. Wer seinen Blutdruck im Blick behalten will und zusätzlich ein EKG durchführen möchte, findet derzeit kaum ein anderes Produkt, das beides in einem so kompakten Gehäuse vereint.

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