Heizkosten steigen 2026 laut Prognose an
Gas billiger, Öl teurer Heizkosten steigen 2026 laut Prognose an
Stand: 22.09.2026 • 10:06 Uhr
Die Heizkosten für deutsche Haushalte steigen laut einer Prognose auch in diesem Jahr weiter an. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Heizarten, denn nicht alle Brennstoffe werden teurer.
Haushalte in Deutschland müssen im laufenden Jahr erneut mit höheren Heizkosten rechnen. Das zeigt die neue Heizkostenprognose der Beratungsgesellschaft co2online. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Heizarten: "Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden", heißt es im "Heizspiegel" für 2026.
Diese Unterschiede zeigen sich besonders deutlich an folgender Beispielrechnung: Die Experten haben die erwarteten Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet.
Dabei prognostizieren sie vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs für Heizöl einen Anstieg von 24 Prozent auf 1.275 Euro. Bei Holzpellets rechnen sie für das laufende Jahr mit einem Plus von 17 Prozent auf 870 Euro Jahres-Heizkosten. Als einen Hauptgrund sieht co2online die anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur.
| Energieträger/Heizsystem | Abrechnungsjahr 2025 | Prognose Abrechnungsjahr 2026 |
|---|---|---|
| Erdgas | 1.170 Euro | 1.120 Euro (-4%) |
| Heizöl | 1.030 Euro | 1.275 Euro (+24%) |
| Fernwärme | 1.265 Euro | 1.310 Euro (+1%) |
| Wärmepumpe | 715 Euro | 735 Euro (+3%) |
| Holzpellets | 735 Euro | 860 Euro (+17%) |
Gasheizung 2026 günstiger
Günstiger wird laut Prognose dagegen das Heizen mit Erdgas: Die Experten erwarten einen leichten Rückgang um vier Prozent auf 1.120 Euro. "Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken", begründete die Gesellschaft ihre Berechnung.
Allerdings könnten die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder steigen lassen, sagte ein Sprecher.
Auch bei den anderen untersuchten Heizarten rechnet co2online mit leichten Anstiegen in der Beispielrechnung: Bei Fernwärme um ein Prozent auf 1.310 Euro und bei Wärmepumpen um drei Prozent auf 735 Euro.
Wärmepumpe wohl dauerhaft am günstigsten
"Während einzelne Energiepreise von Jahr zu Jahr schwanken, zeigt die langfristige Entwicklung eine klare Richtung: Heizen mit fossilen Energien wird voraussichtlich immer teurer", betonen die Experten. Das zeigt vor allem die Langfristberechnung, die beispielhaft für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus aufgestellt wurde.
Demnach könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Ursachen sieht die Gesellschaft unter anderem steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte sowie gesetzlich vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl.
Bei Fernwärme und Holzpellets sei in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Anstieg der Kosten zu rechnen. "Fossiles Heizen ist langfristig teurer und bleibt mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. Wer heute eine neue Heizung plant, sollte diese Entwicklung kennen, auch wenn der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt ist", sagte Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online.
Großes Sparpotenzial für die meisten Haushalte
Gleichzeitig betont die Gesellschaft, dass viele Haushalte ihre Heizkosten deutlich senken könnten. "Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial", hieß es. Im Durchschnitt ließen sich in einer Wohnung so rund 465 Euro pro Jahr einsparen, so die Experten.
Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren. "Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme."
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