Daily MaverickAre we building Gqeberha with the future in mind?ESPNJalen Hurts' blood clot diagnosis explained: What it means for the QBESPN DeportesLo que el Madison Square Garden significa para LeBron JamesThe Jerusalem PostLawsuit by OpenAI CEO Sam Altman's sister accusing him of sexual abuse dismissed by US judgeZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-Nachrichtenstudioسكاي نيوز عربيةقائد "أسبيدس" يكشف بالأرقام طبيعة التهديدات في البحر الأحمرTagesschauEU-Parlament: Mitte-Fraktionen schließen Verbrenner-KompromissSouth China Morning PostUK rearrests duo on suspicion of aiding Iran in alleged plot at US-run airbasetaz„Friedensverhandlungen“ in Oslo: Selenskyjs Abwehrkampf gegen TrumpInquirerDinagat Islands gears up for live-fire war gamesGlobal NewsA place to heal: Eating disorder recovery in SaskatchewanNOS SportVan Bronckhorst wil Feyenoord met bravoure zien tegen Real Betis, denkt nog niet aan PSV
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 20, 2026

Die EU fördert eine eigenständige, vertrauenswürdige KI, während sie darum kämpft, zu den USA und China aufzuschließen.

Translate

Wäre die Vorherrschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz eine olympische Disziplin, gäbe es nach dem derzeitigen Stand der Dinge nur zwei ernsthafte Anwärter auf die Goldmedaille: die USA und China. Die Europäische Union spielt, wie schon in vielen Bereichen der Spitzentechnologie in jüngster Zeit, in der KI-Debatte kaum eine Rolle.

Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, der in seinem Bericht im Jahr 2024 forderte, dass die EU innovativer werden muss, um wettbewerbsfähiger zu werden, sagte kürzlich, KI sei "vielleicht der vielversprechendste" Weg, den die EU heute einschlagen könne, um das Wachstum anzukurbeln. Er kritisierte jedoch, dass die Europäische Union nur einen geringen Teil der Wertschöpfungskette kontrolliert.

"Von der KI abgeschnitten zu sein, sobald die Wirtschaft darauf basiert, käme eher einer Abkopplung vom US-Finanzsystem gleich", schrieb er in einem Gastbeitrag für die Financial Times. "Die Auswirkungen wären katastrophal."

Draghis Haltung kam vergangenen Mittwoch in Dublin bei einem internationalen KI-Gipfel deutlich zum Ausdruck, den die irische Regierung im Rahmen ihrer sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft einberufen hatte. Das Motto des Gipfels, "KI nutzen, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu revolutionieren", hätte genauso gut vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten stammen können.

Sicherheits-Bedenken überschatten Wachstumsagenda

Der Umgang mit KI ist deutlich komplizierter geworden. Eine ganze Reihe von Kontroversen rund um außer Kontrolle geratene KI-Agenten haben für Alarm gesorgt: vom "Hugging Face"-Angriff im Juni, bei dem 1200 Agenten eine Online-Plattform hackten, bis hin zu einem von Anthropic entwickelten Agenten, der der US-Polizei einen falschen Hinweis zu einem ungelösten Mordfall schickte.

Viele Vertreter der Tech-Branche, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates und die führenden KI-Forschungslabore selbst, haben eine Entwicklungspause gefordert, damit notwendige Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden können.

Trotzdem war die Stimmung auf dem Gipfel weitgehend positiv: Führende Persönlichkeiten aus der Tech- und KI-Branche besprachen gemeinsam mit irischen und EU-Politikern das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial der KI. Sie betonten dabei auch die Notwendigkeit strenger Regulierung und Sicherheitsstandards.

Der irische Premierminister Micheal Martin machte deutlich, dass Irland voll und ganz auf KI setze. Er schloss sich der jüngsten Aussage von EU-Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen an, die die Technologie als "Wendepunkt" sieht. Wiederholt betonte der irische Regierungschef, wie wichtig der EU dabei der Sicherheitsaspekt ist.

KI in Deutschland - Chance oder Albtraum?

"Wir sind entschlossen, die Vorteile zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu mindern", erklärte Martin. "In Europa haben wir unseren Weg eingeschlagen, indem wir Innovation und Chancen mit einem vertrauenswürdigen, menschenzentrierten Ansatz für KI in Einklang bringen."

Wichtige Bedenken außer Acht gelassen?

Unterdessen gab Henna Virkkunen, die für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, bei der Veranstaltung bekannt, dass die EU ihre ersten Durchsetzungsmaßnahmen im Rahmen ihres neuen KI-Gesetzes eingeleitet und von Anbietern fortschrittlicher KI-Modelle Informationen zu Sicherheit und Schutz angefordert habe.

Andere Themen, die den zahlreichen Kritikern der KI am Herzen liegen - von massiven Umweltschäden durch Rechenzentren bis hin zu KI-bedingten Arbeitsplatzverlusten - kamen in den Diskussionen jedoch kaum zur Sprache.

Die Demonstrantin Alexandra Day hält vor dem "International AI Summit 2026" in Dublin ein Protest-Schild hoch
Der Demonstrantin Alexandra Day zufolge werden die Risiken der KI vernachlässigtBild: Manuel Vering/DW

Vor dem Veranstaltungsort kritisierte eine Gruppe von Demonstranten unter der Führung von "People Before Profit", einer linken irischen Partei, den Gipfel dafür, dass er sich nicht auf diese Themen konzentriere.

"Hier wird die Grenze bewusst verwischt, wenn es um die Art von KI geht, die gefördert wird", sagte Alexandra Day, eine der Organisatorinnen der Demonstration, gegenüber der DW. "Sie wird den Arbeitnehmern wirklich aufgezwungen, ohne dass sie damit einverstanden sind. Die Arbeitnehmer haben kein Recht, sich gegen den Einsatz von KI zu entscheiden, jetzt, wo sie am Arbeitsplatz Einzug hält."

Künstliche Intelligenz: Wer soll das bezahlen?

To play this audio please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 audio

KI-Kluft wird aus europäischer Sicht größer

Bei den Rednern auf dem Gipfel war ein Gefühl der Dringlichkeit deutlich zu spüren. Führungskräfte einiger der weltweit größten KI- und Technologieunternehmen hoben das Potenzial Europas hervor. Dennoch hat die EU in Sachen KI-Entwicklung offensichtlich noch viel aufzuholen. Trotz des Ausbaus ihrer Rechenzentrumskapazitäten liegt sie immer noch weit hinter den USA und China zurück. Sie verfügt über fünf  Prozent der weltweiten KI-Rechenkapazität, verglichen mit rund 75 Prozent in den USA.

Die EU fehlt auffällig auf den Listen der führenden KI-Forschungslabore; lediglich das französische Unternehmen Mistral kommt den Spitzenlabors annähernd gleich. Auch bei der Produktion von Spitzenchips liegt sie weit hinter den führenden Herstellern aus den USA oder Taiwan zurück.

Datenzentren - Fluch oder Segen?

Als Teil ihres Plans, gegenüber den USA und China Boden gutzumachen, legte die irische Regierung in ihrer Rolle als Gastgeber der EU-Ratspräsidentschaft auf der Veranstaltung ein Strategiepapier vor. Die sogenannte "Dublin-Erklärung" umreißt politische Verpflichtungen zur Stärkung der europäischen KI-Fähigkeiten, darunter Infrastrukturinvestitionen und finanzielle Unterstützung für europäische KI-Unternehmen.

Im Einklang mit Draghis Forderungen, dass Europa seine eigene KI-Souveränität mit dem Blick auf Lieferketten und Infrastruktur entwickeln sollte, deutet die Erklärung an, dass europäische Unternehmen, die auf Cloud- und Rechenleistungen außerhalb der EU angewiesen sind, möglicherweise zusätzliche Compliance-Anforderungen erfüllen müssen.

Kann Europa Innovation und Regulierung in Einklang bringen?

Allerdings ist nicht jeder davon überzeugt, dass die EU in der Lage ist, entweder ihre KI-Kapazitäten auszubauen oder wirksame Vorschriften zu entwickeln.

Eddie Wilson, CEO der europäischen Fluggesellschaft Ryanair, äußerte Zweifel daran, dass Brüssel KI gut regulieren könne, ohne dabei Innovationen zu behindern. "Das Letzte, was man will, ist, dass Leute diese Branche regulieren, die keine Ahnung davon haben", sagte er gegenüber der DW. "Genau das passiert in Brüssel meistens."

Eddie Wilson, Vorstandsvorsitzender der europäischen Fluggesellschaft Ryanair, bei einem Gipfeltreffen mit Teilnehmern im Hintergrund
Eddie Wilson, CEO der europäischen Fluggesellschaft Ryanair, bezweifelt, dass die EU in der Lage ist, KI erfolgreich zu entwickelnBild: Manuel Vering/DW

Ryanair hat kürzlich einen Vertrag mit Google abgeschlossen, um dessen Cloud-Datensystem und die KI-Plattform "Gemini Enterprise" zu nutzen. Genau von dieser Art der Zusammenarbeit mit KI-Lieferketten aus den USA sollen sich Unternehmen nach Lesart der EU aber distanzieren.

"Ich mache mir Sorgen um Europa, denn diese Tech-Unternehmen müssen schnell vorankommen", sagte Wilson. Er ist der Ansicht, dass das Umfeld in den USA innovationsfreundlicher ist. "Wenn sie es hier nicht tun, werden sie es woanders tun. Sie werden es in China tun und sie werden es in den USA tun."

View the original on DW Deutsch →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.