Bis zu 30 Prozent sparen: Das sind die günstigsten Stromtarife für die Wärmepumpe

Bis zu 30 Prozent sparenDas sind die günstigsten Stromtarife für die Wärmepumpe
08.10.2026, 14:59 Uhr
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Die Stiftung Warentest hat vier Monate lang die Preise für Wärmepumpentarife an verschiedenen Stichtagen gesichtet. Ergebnis: Der Durchschnittspreis für günstige Wärmepumpentarife lag unter 22 Cent pro Kilowattstunde. Haushaltsstrom liegt dagegen bei ewa 30 Cent.
Wärmepumpen sind eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Systemen wie Gas- oder Ölheizungen. Im Neubau sind Wärmepumpenheizungen bereits die erste Wahl. Auch im Gebäudebestand werden sie immer häufiger eingesetzt. Allerdings benötigen die Geräte Strom, um die Bude warmzuhalten. Je schlechter die Immobilie gedämmt ist, desto mehr Strom wird benötigt. Der Betrieb der Geräte wird dann deutlich teurer.
Ungeachtet dessen heizen bereits rund zwei Millionen Haushalte in Deutschland mit einer Wärmepumpe. Ob sich ein Gerät für Hauseigentümer rechnet, hängt zudem stark davon ab, wie teuer der Strom für ihren Betrieb ist. Warentest Finanzen wollte wissen, wer günstige Heizstromtarife für Wärmepumpen verkauft und Preise bietet, die günstiger sind als Haushaltsstrom. Denn ob sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich lohnt, hängt entscheidend von den laufenden Stromkosten ab. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Sparpotenzial: Würde ein Haushalt durch einen Tarifwechsel 5 Cent weniger pro Kilowattstunde zahlen, ergäbe sich bei einem Jahresverbrauch von 6000 Kilowattstunden eine Ersparnis von 300 Euro. Wie hoch die Ersparnis für den einzelnen Haushalt ist, hängt von Verbrauch, Wohnort und aktuellem Preis eines Tarifs ab.
Welcher Tarif infrage kommt hängt unter anderem vom Einbaudatum der Wärmepumpe ab und davon, ob Haushalte Anspruch auf reduzierte Netzentgelte haben. Sie machen derzeit gut ein Viertel des Strompreises aus. Seit Anfang 2024 ist der Tarifvergleich für Wärmepumpenbesitzer jedoch schwieriger geworden. Alica Verwiebe, Expertin für Energietarife bei der Stiftung Warentest, sagt: "Die Tarifwahl hängt seitdem auch vom Datum der Inbetriebnahme sowie der Art der Verbrauchsmessung ab – und davon, ob der Netzbetreiber die Heizung steuern kann."
Kann der Netzbetreiber die Stromzufuhr bei drohender Netzüberlastung steuern, profitieren Haushalte von reduzierten Netzentgelten - diese machen derzeit etwa 25 Prozent des gesamten Strompreises aus. Bei Anlagen, die vor Januar 2024 in Betrieb gingen, war es möglich, den Strom dafür zeitweise komplett zu kappen. Neuere Anlagen dürfen gedrosselt, aber nicht mehr abgeschaltet werden: Die Wärmepumpe erhält während der Drosselung mindestens 4,2 Kilowatt Leistung - das dürfte sich im Alltag kaum auswirken.
Fast 30 Prozent Ersparnis sind drin
Wie hoch der Rabatt ausfällt, hängt nicht nur vom Einbaudatum ab, sondern zusätzlich von der Art der Strommessung: Läuft die Wärmepumpe über einen gemeinsamen Zähler mit anderen Haushaltsgeräten oder über einen separaten Zähler? Je nach Variante stehen unterschiedliche Tarife zur Wahl.
Die Stiftung Warentest hat Tarife für Wärmepumpen mit separatem Wärmestromzähler erhoben. Ergebnis: Die viermonatige Preisbeobachtung an verschiedenen Stichtagen zeigte: Bei der getrennten Messung mit einem separaten Wärmestromzähler lag der durchschnittliche Kilowattstundenpreis für Wärmepumpen, die vor 2024 installiert wurden, bei 21,83 Cent ("Simply Green 12" von Energy Market Solutions GmbH) und für neuere Anlagen bei 21,38 Cent ("Wemag Ökostrom Wärmepumpe Modul 2"-Tarif) – die monatliche Grundgebühr wurde anteilig auf den Kilowattstundenpreis umgelegt. Herkömmliche Haushaltsstromtarife aus Vergleichsportalen sind demgegenüber deutlich teurer und liegen oft bei etwas über 30 Cent pro Kilowattstunde.
Grundlage für die vergünstigten Netzentgelte ist Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Seine aktuelle Fassung gilt für steuerbare Wärmepumpen, die nach dem 1. Januar 2024 installiert wurden. Die Haushalte können je nach Zählerausstattung wählen. Entweder sie entscheiden sich für eine pauschale Netzentgelt-Reduzierung (Modul 1), die zwischen 110 und 190 Euro pro Jahr liegt (Stand 2023) und in der Jahresrechnung gutgeschrieben wird. Hierfür ist nur ein Zähler nötig.
Oder Nutzer wählen einen Tarif mit integriertem Rabatt auf den Kilowattstundenpreis: Für diese sogenannten Modul-2-Tarife ist ein separater Zähler für die Wärmepumpe nötig. Die Netzkosten reduzieren sich um 60 Prozent im Vergleich zum Haushaltsstrom. Eine weitere mögliche Variante: Die Kombination des pauschalen Netzentgelt-Rabatts (Modul 1) mit zeitvariablen Netzentgelten (Modul 3). Dafür ist ein intelligentes Messsystem – auch Smart Meter genannt – nötig.
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