Nach Starlink-Brand in Polen: Zwei Männer festgenommen
In Nürtingen bei Stuttgart sind zwei Männer festgenommen worden, die in Polen einen Brandanschlag auf die Bodenstation des Satellitennetzes Starlink verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau geht davon aus, dass russische Geheimdienste hinter dem Feuer stehen.
"Auf Antrag der polnischen Geheimdienste hat die deutsche Polizei zwei türkische Staatsbürger festgenommen, die verdächtigt werden, die Starlink-Station in Masowien angezündet zu haben", schrieb Polens Regierungschef Donald Tusk auf X. Die mutmaßlichen Saboteure würden sich vor der polnischen Justiz verantworten müssen.
Baden-Württemberg bestätigt Festnahmen
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) bestätigte, dass zwei Männer durch Spezialkräfte in Nürtingen festgenommen wurden. Zudem seien drei Wohnungen durchsucht worden, zwei davon in Baden-Württemberg. Die "Schwäbische Zeitung" hatte von zwei weiteren Festnahmen in Karlsruhe und Berlin berichtet. Das bestätigte Hagel nicht. Er berichtete, eine Zeugin sei festgestellt worden, diese sei wieder auf freiem Fuß.
Weitere Angaben zu dem konkreten Fall, etwa zu Verbindungen nach Russland oder zur organisierten Kriminalität, könne er nicht machen. Die Ermittlungen befänden sich in einer sehr frühen Phase.
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29.09.2026 | 59:09 minPolen spricht von Sabotageakt gegen Station
Am 23. September brach in einem Terminal von Starlink in Wola Krobowska 50 Kilometer südlich von Warschau ein Brand aus. Die polnische Regierung sprach kurz danach von einem wahrscheinlichen Sabotageakt gegen die Station, die auch die Sicherheit des Internetbetriebs in der Ukraine gewährleiste. Demnach erfasste das Feuer die Stromversorgungsstation und den Stromgenerator.
Deutschlands Geheimdienste warnen scharf vor Moskaus Aktivitäten. Eine Reform sei dringend notwendig, sagten sie bei der Anhörung des parlamentarischen Kontrollgremiums.
05.10.2026 | 1:49 minDie "Schwäbische Zeitung" schilderte den Ablauf der Tat. Demnach wurden die Männer zur Starlink-Station gefahren, gossen einen Brandbeschleuniger auf einen Schaltschrank und verschwanden wieder. Sie verbrachten den Angaben zufolge nur wenige Minuten auf dem Gelände. Laut der Zeitung sind die beiden Männer 34 und 38 Jahre alt. Sie sollen auf ihrer Reise zum Anschlagsziel und auf der Rückkehr nach Deutschland tagelang observiert worden sein.
Starlink wichtig für ukrainische Verteidigung
Starlink ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im Krieg gegen Russland. Das Satellitennetz des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk liefert Internet aus dem All - auch dort, wo Mobilfunkmasten und Datenleitungen fehlen oder zerstört sind. Starlink hat deshalb für die Ukraine große Bedeutung: Es hält Menschen im Kriegsgebiet online und ermöglicht den Streitkräften, Informationen auszutauschen, Einsätze zu koordinieren und Operationen zu unterstützen.
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27.04.2026 | 18:38 minDer polnische Minister für die Koordinierung der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, betonte, es gebe "keinerlei Zweifel daran, dass hinter diesem Sabotageakt russische Geheimdienste stehen". Diese würden immer häufiger auf Personen zurückgreifen, die Verbindungen zur kriminellen Welt hätten.
Nach Angaben von Polens Polizeichef Marek Boron haben beide Tatverdächtige die türkische Staatsangehörigkeit und leben in Deutschland, für einen von ihnen gebe es eine Abschiebungsanordnung.
In Polen wächst die Sorge, dass Russlands Krieg näher rückt. Das Land sichert seine Grenzen zu Belarus und Kaliningrad. Im Dorf Dorohusk nahe der Ukraine ist der Krieg für viele Menschen nah.
09.10.2026 | 1:36 minWadephul: "Sind im Fadenkreuz Russlands"
Außenminister Johann Wadephul fordert angesichts der Festnahmen eine noch engere europäische Zusammenarbeit gegen solche Attacken. "Wir sind im Fadenkreuz Russlands", sagte der CDU-Politiker vor Journalisten am Rande eines Sicherheitsforums in der polnischen Hauptstadt Warschau. "Wir werden angegriffen und das geschieht eben nicht nur in der Ukraine, sondern überall in Europa."
Quelle: dpa
Über das Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen am 13.10.2026.
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