Dienstag: Warner-Übernahme ist durch, Amazon blockiert Metas KI-Agenten Muse
Der US-Unterhaltungskonzern Paramount Skydance einigt sich mit zwölf US-Bundesstaaten sowie einem Verband von Drehbuchautoren und vermeidet einen langwierigen Gerichtsprozess. Damit steht der milliardenschweren Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount nichts mehr im Weg. Der Online-Händler Amazon blockiert den neuen KI-Assistenten Muse von Meta auf seiner Webseite. Bei dem Disput um automatisiertes Einkaufen stehen künftige Umsatz- und Werbeeinnahmen auf dem Spiel. Und die EU-Kommission will den Datenschutz bei der europäischen Polizeibehörde Europol drastisch lockern – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Ende Februar stimmte Warner Bros. Discovery der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance zu. Zuvor war Konkurrent Netflix aus dem Bieterstreit ausgestiegen. Der Zusammenschluss von Warner Bros. und Paramount würde zwei der großen Filmstudios Hollywoods vereinen, ebenso wie zahlreiche Streamingdienste und Fernsehsender, darunter CNN. Das hat bei Beobachtern die Befürchtung geweckt, dass der Trump-kritische Nachrichtensender unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Die US-Regierung erteilte der Übernahme grünes Licht, doch mehrere US-Bundesstaaten klagten gegen den Deal. Ein langwieriger Rechtsstreit drohte. Nun kam es überraschend zu einer Einigung. Warner-Übernahme ist durch: Paramount erzielt Vergleiche
Erst Anfang September hat Meta Platforms seinen persönlichen KI-Agenten Muse für alltägliche Aufgaben eingeführt. Er soll von jedermann einfach zu bedienen sein und alltägliche Aufgaben wie E-Mail-Bearbeitung oder Online-Einkäufe übernehmen. Das gefällt Amazon ganz und gar nicht. Der US-Onlineversandkonzern sieht sein Geschäftsmodell bedroht und fürchtet um Werbeeinnahmen. Nachdem Meta eine Anfrage zur Entfernung seines Bots abgelehnt hatte, blockierte Amazon des neuen KI-Agenten des Facebook-Konzerns. Ausgesperrt: Amazon blockiert Metas KI-Agenten Muse in seinem Online-Shop
Geht es nach der Brüssler EU-Kommission, soll die europäische Polizeibehörde Europol aufgerüstet und zur führenden EU-Behörde für KI-gestützte Polizeiarbeit ausgebaut werden. Ein im Juni auf den Weg gebrachter Verordnungsentwurf sieht den Abbau verfahrensrechtlicher Schutzmechanismen vor. Laut der Bürgerrechtsorganisation Statewatch soll die Reform den Weg für eine massive Beschleunigung der Datenerfassung ebnen und den flächendeckenden Einsatz experimenteller KI-Systeme im Polizeialltag etablieren. Bürgerrechte ade: Wie die EU-Kommission die Zügel für Europol lockern will
Im Jahr 2011 stellte US-Konzern Google sein cloudbasiertes Betriebssystem ChromeOS vor, das gegen Microsofts Windows und Apples macOS antreten sollte. Das Ganze war überwiegend in den USA, Skandinavien und Großbritannien erfolgreich und dort vor allem im Bildungsbereich. Nun hat Google sein neues Android-basiertes Betriebssystem für Notebooks vorgestellt – das erste eigenständige Desktop-Betriebssystem von Google seit 15 Jahren. Es soll Android-Apps und KI-Funktionen nahtlos auf Notebooks bringen. Los geht es bei Geräten für knapp 1.000 Euro. Googlebook OS: Das ist Googles Android-basiertes Betriebssystem für Notebooks
Dass ein Bundesminister sich nach seiner Amtszeit vor Gericht stellen müssen, kommt eher selten vor. Entsprechend groß ist das öffentliche Interesse an dem Prozess gegen früheren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Gut sieben Jahre nach dem Aus für die geplante Pkw-Maut muss dieser sich wegen einer möglichen Falschaussage nun vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, vor dem Maut-Untersuchungsausschuss des Bundestags gelogen zu haben. Die deutsche Pkw-Maut war im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt worden, da nur Fahrer aus dem Inland für die Maut voll bei der Kfz-Steuer entlastet werden sollten. Gescheiterte Pkw-Maut: Prozess gegen Andreas Scheuer wegen Falschaussage beginnt
Auch noch wichtig:
- Irlands Datenschutzaufsicht hat gegen die Alphabet-Tochter Google ein weiteres hohes Bußgeld verhängt. Der Konzern habe entgegen der DSGVO Standortdaten verarbeitet. Google: 403 Millionen Euro Strafe wegen Standortdaten-Tracking
- Nach der Attacke auf die Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) in München gibt es bisher keine Kontaktaufnahme des Täters. Einem Bericht zufolge könnten Zehntausende betroffen sein. Angreifer der LMU hat sich bisher nicht bei Universität gemeldet
- Schleswig-Holstein treibt den Wechsel von Microsoft auf Open Source voran. Nach E-Mail und Office läuft die Kieler Staatskanzlei nun weitgehend unter Linux. Nachfolger von Windows: Staatskanzlei Kiel stellt auf Linux um
- Die Bundesregierung setzt auf Tankrabatt und Spritpreisdeckel, doch Ökonomen sehen darin keine echte Entlastung. Sie fordern andere Maßnahmen. Experten fordern Direktzahlungen statt Tankrabatt
- Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kämpft mit Komplexität, alten Systemen und Finanzierung. Ein Blick auf Charité, Gematik und Dänemark. Charité-CDO zum Gesundheitsnetz: „Wer eine Vision hat, soll zum Arzt gehen“
- Das iPhone 18 Pro Max überschreitet beim Akku eine wichtige Gefahrgut-Schwelle. Apple führt eine neue Software-Funktion ein, um den Versand zu erleichtern. iPhone 18 Pro Max: Versandvorschriften zwingen zu Akku-Limitierung
- Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom hat eine Executive Order erlassen, in der er weitere Sicherheitsmechanismen für KI-Systeme einfordert. Sie baut auf bereits bestehende KI-Gesetze des Bundesstaates auf. Kaliforniens Gouverneur lässt Kill Switch für KIs prüfen
- Die Speicherpreise steigen weiter. 32 GByte DDR5-RAM kosten jetzt mindestens 400 Euro. Laut Computerhersteller Acer ist der Mangel aber nicht mehr akut. Speicher wird teurer: Die Preisschere zwischen DDR5 und DDR4 geht auseinander
- Bei der Sicherheitslücke Plugin4Shell laden Coding-Agenten Schadcode und führen ihn automatisch aus. Anthropic und OpenAI haben gepatcht, GitHub reagiert nicht. Kritische Lücke bei Claude Code, OpenAI Codex, GitHub Copilot und Gemini CLI
- Updates von Microsoft haben Probleme verursacht, hat das Unternehmen eingeräumt. Nun sollen auch die letzten bekannten Probleme behoben sein. Microsoft löst Probleme nach Software-Updates
- Eine Studie legt das Ausmaß der Spionagefähigkeiten der russischen Super-App Max offen. Die staatlich verordnete Anwendung gilt als Muster digitaler Kontrolle. Russlands „Super-App“ Max: Überwachung vorbei am Smartphone-OS
- Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA warnt vor beobachteten Angriffen auf Linux-Lücken. Updates stehen bereit. Warnung vor Angriffen auf Linux-Schwachstellen
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