News kompakt: Brasilien beschließt kürzere Arbeitswoche
Der brasilianische Senat hat mit nur einer einzigen Gegenstimme einer Verfassungsänderung zugestimmt. Damit wird die wöchentliche Höchstarbeitszeit in dem südamerikanischen Land von 44 auf 40 Stunden senkt - bei vollem Lohnausgleich. Die Regelung sieht zudem zwei freie Tage pro Woche vor und könnte nach Regierungsangaben mehr als 37 Millionen Beschäftigten zugutekommen. Unternehmen haben 14 Monate Zeit für die Umstellung.
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach von einem historischen Erfolg. Die Reform gilt als wichtiger Wahlkampferfolg für Lula vor der Stichwahl am 25. Oktober. Sein rechtsgerichteter Herausforderer, der Senator Flávio Bolsonaro, hatte die Reform lange abgelehnt, stimmte ihr aber schließlich zu. Für Selbstständige und Menschen ohne regulären Arbeitsvertrag gilt die Neuregelung nicht.
Rumänien untersucht Tankerbrand
Rumänien untersucht einen möglichen Drohnenangriff auf einen Tanker vor seiner Schwarzmeerküste. Auf dem unter der Flagge der Komoren fahrenden Schiff "Yara J" war am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen, das die Besatzung selbst löschen konnte. Ob eine Drohne den Brand verursachte, werde noch geprüft, sagte der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruta.

Der unbeladene Tanker lag seit Tagen vor der Hafenstadt Sulina nahe der ukrainischen Grenze vor Anker. Zuvor hatte Rumänien zwei Kampfjets aufsteigen lassen, um mehrere Flugobjekte über dem Schwarzen Meer abzufangen. Seit vergangener Woche wurden mehrere Schiffe vor Rumänien und Bulgarien mutmaßlich von russischen Drohnen getroffen.
Nordkorea testet Marschflugkörper
Das Regime in Pjöngjang hat erneut einen Test mit Lenkwaffen durchgeführt. Wie Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, feuerte das ostasiatische Land am Mittwoch zwei Typen von Marschflugkörpern ab, die von U-Booten gestartet werden können. Damit sollten die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme überprüft und die militärische Abschreckung demonstriert werden.

Erst am Montag hatte Nordkorea eine ballistische Rakete getestet. Südkorea und Japan meldeten mehrere Geschosse, die rund 900 Kilometer in Richtung Japanisches Meer flogen. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen. Machthaber Kim Jong Un treibt seit Jahren den Ausbau des Raketenarsenals und der Marine voran.
Brand an Starlink-Antennen auch in Bulgarien
Nach einem Anschlag auf eine Bodenstation des Satellitendienstleisters Starlink in Polen hat es in Bulgarien einen ähnlichen Vorfall gegeben. Wie Regierungschef Rumen Radew im Parlament bestätigte, kam es am 9. Oktober zu einem Brand in einer Starlink-Anlage nahe der Hauptstadt Sofia. Zuvor hatte das prowestliche Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien darüber berichtet. Demnach wurden elf von 17 Antennen der Anlage vorsätzlich in Brand gesetzt.
Die ukrainische Armee braucht das Starlink-Satellitennetz für ihre Verteidigung gegen Russland. Am Dienstag waren in Deutschland zwei Männer festgenommen worden, die im September einen Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat.
EU-Gipfel in Brüssel beginnt
In Brüssel kommen an diesem Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten zu einem zweitägigen Treffen zusammen. Bei den Beratungen geht es unter anderem um den Haushalt für die kommenden Jahre, die weiteren Hilfen der Europäischen Union für die Ukraine und die Lage im Nahen Osten. Im Vorfeld appellierte ein Bündnis von rund 40 Organisationen aus Kirche und Gesellschaft an die Bundesregierung, sich bei dem Gipfel für das Grundrecht auf Asyl einzusetzen. Hintergrund sind Vorschläge, das Asylrecht in bestimmten Situationen auszusetzen - etwa wenn vermutet wird, dass Drittstaaten Migration instrumentalisieren, um die Aufnahmeländer zu destabilisieren.
Eine möglicherweise von der EU genehmigte Aussetzung des Asylrechts wäre ein folgenschwerer Bruch mit den europäischen Grundrechten, heißt es in einer Erklärung. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören zum Beispiel Amnesty International, die Diakonie Deutschland sowie die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und Brot für die Welt.
Lufthansa übernimmt Anteile von TAP
Die Lufthansa hat das Bieterrennen um einen Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP gewonnen. Die deutsche Airline erhalte für 1,2 Milliarden Euro den Zuschlag für einen Anteil von 44,9 Prozent und habe sich damit gegen den Rivalen Air France-KLM durchgesetzt, teilte die portugiesische Regierung nach einem Kabinettsbeschluss in Lissabon mit. Das Angebot der Lufthansa sei 16 Prozent höher gewesen als das von Air France-KLM, sagte Ministerpräsident Luis Montenegro. Portugal will die in der Corona-Krise 2020 verstaatlichte Fluggesellschaft wieder teilprivatisieren.

Air France-KLM und die Lufthansa hatten im September die endgültigen Gebote für ihre Beteiligung eingereicht und die Offerten auf Druck der Regierung in Lissabon noch einmal nachgebessert.
pgr/gri/AR (dpa, afp, rtr, ap, epd, kna)
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