Fünf Kilometer lang: Elbtunnel für die Suedlink-Stromautobahn ist fertig

Fünf Kilometer langElbtunnel für die Suedlink-Stromautobahn ist fertig
17.08.2026, 17:49 Uhr
Bundesländer wie Bayern verweigern sich dem Windkraftausbau lange Zeit fast vollständig. Auch deswegen werden für viele Milliarden Euro Stromautobahnen gebaut, um günstige grüne Energie aus dem Norden in den Süden zu transportieren. Das größte Projekt hat nun einen Meilenstein erreicht.
Eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Deutschland taucht unter die Elbe: Zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen ist der Suedlink-Tunnel zur Unterquerung des Flusses fertig.
Die Stromautobahn soll von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Thüringen bis nach Bayern und Baden-Württemberg laufen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Christian Meyer, niedersächsischer Umweltminister, haben den symbolischen Tunneldurchschlag der Elbquerung in Wischhafen vollzogen.
Die rund 700 Kilometer lange Stromleitung soll die Energie von Windrädern aus Schleswig-Holstein in den Süden transportieren. Die Trasse soll komplett unterirdisch verlaufen und wird auch durch die Bundesländer Hessen und Thüringen verlegt. Im Detail handelt es sich um zwei Stromleitungen, die weitgehend parallel verlaufen sollen, sich aber an den Start- und Endpunkten verästeln.
Ende 2028 und damit sechs Jahre später als ursprünglich gedacht, sollen alle Bauabschnitte fertiggestellt sein, wie Netzbetreiber TransnetBW versichert. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, dürften 8,5 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt worden sein. Die Kosten werden voraussichtlich rund zehn Milliarden Euro betragen.
Im Zuge der Energiewende soll mehr Strom durch Windanlagen in Norddeutschland produziert werden anstatt in konventionellen und in der Republik verteilten Kraftwerken. Zudem soll Suedlink Strom aus Photovoltaik-Anlagen in Süddeutschland in den Norden befördern oder im Zusammenspiel mit anderen Trassen Strom aus norwegischer Wasserkraft nach Deutschland bringen.
Suedlink soll darüber hinaus dabei helfen, den erwarteten steigenden Strombedarf zu bedienen. Rechnerisch soll die Verbindung zehn Millionen Einfamilienhaushalte mit Strom versorgen können. Suedlink könne bis zu vier Gigawatt Strom transportieren, teilte TransnetBW mit. Das entspreche in etwa der Leistung von vier Kernkraftwerken. Voraussetzung dafür ist eine volle Auslastung der Stromtrasse.
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