Konkurrenz für Steam Frame: Pimax kündigt kabellose PC-VR-Brille Crystal Pro an
Auf dem hauseigenen Launch-Event „Pimax Frontier“ hat der chinesische VR-Brillen-Hersteller Pimax ein neues Headset präsentiert. Die Crystal Pro unterscheidet sich primär durch den kabellosen Ansatz von Pimax‘ bisherigen VR-Brillen und liegt damit erstaunlich nah an Valves Steam Frame. Neben der VR-Brille zeigte Pimax auch erstmals VR-Controller ohne Tracking-Ring und einen eigenen auf Virtual Reality ausgelegten Mini-PC.
Modulares Headset mit externem Akku
Die Crystal Pro erscheint mit QLED-Displays, die mit 2880 × 2880 Pixeln pro Auge auflösen. Damit liegt sie über Valves Index-Nachfolger, der 2160 × 2160 Pixel pro Auge erreicht. Statt den vorwiegend in kompakten VR-Brillen verbauten Pancake-Linsen, setzt Pimax weiterhin auf asphärische Glaslinsen. Diese sollen ein horizontales Sichtfeld von 110 Grad liefern. Dazu kommen eine Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung mit 576 Dimmzonen pro Auge und einstellbare Bildwiederholraten von 72, 90 oder 120 Hz.
Komplett ohne Kabel geht es bei der Crystal Pro nicht, denn Pimax verzichtet zugunsten einer leichteren und komfortableren Bauweise auf einen integrierten Akku. Die Stromversorgung übernimmt stattdessen ein mitgelieferter externer Akku mit 16.000 mAh, der ähnlich wie bei Apples Vision Pro oder Metas neuen VR Glasses in der Hosentasche verschwindet. Angaben zur Laufzeit hat Pimax bislang nicht gemacht. Auch das Gewicht des Headsets ist nicht bekannt.
Alternativ lässt sich die Crystal Pro wie alle aktuellen Pimax-VR-Brillen per DisplayPort-1.4a-Kabel auch kabelgebunden betreiben. Für das Headset- und Controller-Tracking bietet Pimax zwei Versionen an. Standardmäßig nutzt die VR-Brille kamerabasiertes SLAM-Tracking. Wechselbare Frontplatten ermöglichen aber zudem Lighthouse-Tracking über Basisstationen oder Mixed-Reality-Passthrough mit LiDAR-Tiefensensor.
PC-VR wird kabellos
Das eigentliche Verkaufsargument für die Crystal Pro ist allerdings das kabellose PC-Streaming. Dazu noch ein wichtiger Hinweis: Die VR-Brille kann zwar kabellos betrieben werden, einen nativen Standalone-Modus, wie ihn etwa Steam Frame oder Meta Quest 3 anbieten, gibt es aber nicht. Die VR-Brille benötigt immer eine Verbindung zu einem leistungsfähigen Rechner.
Pimax optimiert die Wi-Fi-Verbindung zum PC durch „Native Foveated Streaming“, wie es das Unternehmen selbst nennt. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung von Foveated Rendering. Während Letzteres die Rechenleistung beim Rendern auf den Blick des Nutzers konzentriert, optimiert Ersteres die Übertragungsbandbreite. Beide Technologien unterstützen einander und profitieren von integriertem Eye-Tracking, das verfolgt, wohin der Blick des Nutzers gerade wandert.
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Neu ist dieses Konzept nicht: Auch Valves kürzlich in den Verkauf gegangene kabellose VR-Brille Steam Frame setzt auf ein Feature namens „Foveated Streaming“, das ebenfalls per Eye-Tracking die Bilddetails gezielt dort optimiert, wo die Augen hinschauen. Valve nutzt dabei aber komprimiertes kabelloses Streaming, während Pimax mit dem optionalen 60G-AirLink-Kit zusätzlich eine unkomprimierte Übertragung anbietet.
60-GHz-Funk mit doppelter Antenne
Das 60G-AirLink-Kit der dritten Generation nutzt laut Pimax eine 60-GHz-Funkverbindung mit 2×2-MIMO-Konfiguration und soll ein Bild übertragen, das 2880 × 2880 Pixeln pro Auge entspricht. Pimax verspricht für seinen Ansatz eine zusätzliche Latenz von unter zwei Millisekunden für den Übertragungsweg. Ob die Crystal Pro diesen Wert tatsächlich einhält, müssen unabhängige Tests zeigen.
60-GHz-Funk hat allerdings einen kleinen Haken: Er durchdringt keine Wände und erreicht typischerweise nur wenige Meter Reichweite. Zudem ist es auf freie Sichtlinie zwischen Sender und Empfänger angewiesen. Möbel oder der eigene Körper können die Verbindung kurzfristig unterbrechen. Genau das will Pimax mit einer Doppelantenne abfedern: Zwei Raumantennen sichern einander ab, falls eine kurzzeitig verdeckt wird, und teilen den Datenstrom für einen kombinierten Durchsatz von bis zu 6 Gbit/s auf. Als Empfänger werden zwei Antennen hinten am Headset angesteckt.
Controller ohne Tracking-Ring und eigener Mini-PC
Neben dem Headset zeigte Pimax neue kabellose VR-Controller ohne den üblichen Tracking-Ring und nähert sich mit dem Button-Layout ebenfalls an die Steam Frame an. Auf dem linken Controller ist nun ein klassisches Steuerkreuz, während der rechte alle vier ABXY-Tasten beherbergt. Die Schultertasten sind zweigeteilt. Neu im Gegensatz zur Steam Frame ist eine Koppelungsoption. Über einen Adapter können beide Controller zusammengesteckt werden und funktionieren so als klassisches Gamepad unter Windows und Steam.
Außerdem stellte Pimax die „Spation“ vor, einen kompakten Mini-PC mit Desktop-Komponenten wie einem AMD Ryzen 7 9800X3D und wahlweise AMD RX 9070 XT oder Nvidia RTX 5070 Ti, der sowohl Windows als auch SteamOS unterstützt und perfekt auf VR-Anwendungen ausgerichtet sein soll. Preise und weitere Details zum Spation nannte Pimax nicht.
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Preise und Verfügbarkeit
Pimax liefert die Crystal Pro standardmäßig mit integriertem Wi-Fi-Streaming und einem Wi-Fi-6E-Adapter aus und ruft dafür 1.300 Euro auf (vor Steuern, Importkosten und Versand). Damit liegt sie über Valves Steam Frame, die am 14. September 2026 für 1.060 Euro (256-GB-Modell) und 1.280 Euro (1-TB-Modell) in den Verkauf ging. Im Bundle mit dem 60G-AirLink-Kit kostet die Crystal Pro 1.780 Euro. Das Kit ist auch separat für 560 Euro erhältlich.
Die VR-Brille soll Anfang 2027 ausgeliefert werden. Interessenten können sie bereits für einen US-Dollar reservieren. Konkrete Liefertermine für die Crystal Pro stehen aber noch aus, ebenso die Preise für Controller und Mini-PC. Das ist bei Pimax keine Ausnahme. Zwischen Ankündigung und tatsächlicher Auslieferung liegen meist erhebliche Zeiträume. Auch Valve verkauft die Steam Frame nicht frei im Handel, sondern über eine Reservierungswarteschlange.
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