Davis Cup gegen Brasilien – Wawrinka und Stricker verlieren: Schweiz in arger Rücklage

- Die Schweiz liegt nach dem ersten Tag im Davis-Cup-Duell mit Brasilien 0:2 im Hintertreffen.
- Stan Wawrinka unterliegt bei seiner Abschiedstournee Gustavo Heide in 3 Sätzen.
- Dominic Stricker hat sich davor nach starkem Auftakt dem favorisierten Joao Fonseca ebenfalls in 3 Sätzen geschlagen geben müssen.
2:19 Stunden waren gespielt, als man sich in der Farmasi-Halle in Rio de Janeiro drohte, den Glauben an Stan Wawrinka zu verlieren. Sein Gegenüber Gustavo Heide (ATP 123) drängte den Schweizer in die Ecke, erspielte sich im Entscheidungssatz beim Stand von 3:2 gleich fünf Breakbälle. Wawrinka wehrte sie alle ab.
Doch alles Aufbäumen im ersten Teil seiner Abschiedsvorstellung auf Davis-Cup-Ebene half dem Lausanner letztlich nichts. Vor den Augen von Tennislegende Gustavo «Guga» Kuerten musste er dessen Namensvetter im zehnten Anlauf das erste Break zugestehen. Nach 2:37 hiess es aus Wawrinkas Sicht 6:4, 6:7 (4:7), 4:6. Ein herber Rückschlag für die Männer von Swiss Tennis im Kampf um den Aufstieg in die Weltgruppe.
Davis Cup live bei SRF
Box aufklappen Box zuklappen
Den zweiten Teil der Begegnung zwischen Brasilien und der Schweiz gibt's ebenfalls live bei SRF zu sehen: Am Samstag ab 19:00 Uhr (auf SRF info und in der SRF Sport App).
Eventuell war es das endgültig letzte Spiel im Nationenwettkampf für Wawrinka, Champion von 2014. Im Doppel am Samstag sind die Brasilianer haushohe Favoriten. Ob die übrigen Einzel nach einem allfälligen entscheidenden 3:0 für die Gastgeber überhaupt noch durchgeführt würden, ist fraglich.
Lange dominieren die Aufschläger
Dabei war Wawrinka der Start nach Mass geglückt. Im ersten Satz schnappte sich Wawrinka zum besten Zeitpunkt das einzige Break zum 6:4. Dieses hatte sich so gar nicht angekündigt. Kein einziger Punkt war bis zu diesem Moment beim Return an den Romand gegangen. Auch anschliessend dominierten die Aufschläger.
Den dritten Satz (und die anschliessende Niederlage) hätte sich Wawrinka sparen können. Bei 5:4 war der 41-Jährige zwei Punkte vom Sieg entfernt. Im anschliessenden Tiebreak führte er mit 4:1, ehe Heide sechs Punkte in Serie gewann. Mit dem Ziel vor Augen brach «Stan the Man» ein. Es war der Anfang vom Ende – sollte es das endgültig gewesen sein, lautete Wawrinkas Einzel-Bilanz im Davis Cup 24:16.
Stricker nach starkem Start doch geschlagen
Im ersten Einzel hatte kurz zuvor Dominic Stricker (ATP 262) nach mutigem Auftritt Favorit Joao Fonseca (ATP 29) mit 6:4, 3:6, 2:6 den Vortritt lassen müssen. Nach zwei Stunden musste Stricker seinem Kontrahenten zum Sieg gratulieren. Beide Spieler hatten in der stimmungsvollen Halle nervös und fehlerhaft begonnen.
Stricker konnte aber einen frühen Breakrückstand postwendend wettmachen und schaffte dann zum 5:4 selber den entscheidenden Aufschlagdurchbruch. Der 20-jährige Jungstar Fonseca, Sieger der letzten Swiss Indoors in Basel, konnte seine fehlende Spielpraxis nicht verbergen, nachdem er die US Open wegen einer Bauchmuskelverletzung hatte auslassen müssen. Auch schien er in seinem ersten Davis-Cup-Heimspiel überhaupt reichlich nervös zu sein.
Doch Fonseca steigerte sich kontinuierlich. Im zweiten Satz reichte ihm ein Break zum 5:3, im dritten liess er nach dem 3:2 auch noch eines zum 5:2 folgen.
So geht's weiter
Am Samstag steht zum Auftakt das Doppel an. Für die Schweiz wurden Jakub Paul und Stricker nominiert. Sie treffen auf das favorisierte Duo Orlando Luz/Rafael Matos. Anschliessend misst sich, wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, Wawrinka mit Fonseca. Stricker fordert Heide heraus. Schlägt die Schweiz Brasilien, kann sie nächstes Jahr in den Qualifiers antreten. Dort können sich die Teams für die Finals 2027 qualifizieren.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.