Jahrhundertfund: Größter neuer Krater des Sonnensystems auf dem Mond entdeckt
Ein US-Forscher hat auf der Mondoberfläche den größten neuen Krater gefunden, der bislang im Sonnensystem entdeckt wurde. Das hat die US-Weltraumagentur NASA jetzt öffentlich gemacht. Entstanden sein muss der Einschlagskrater demnach zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024. Der dafür verantwortliche Asteroid oder Komet dürfte demnach so groß gewesen sein wie ein Haus mit drei bis sechs Stockwerken. Der „McGetchin“ getaufte Krater hat einen Durchmesser von 222 m und ist etwa 43 m tief. Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass ein Krater dieser Größe im Schnitt weniger als einmal pro Jahrhundert auf dem Mond entsteht.
Vorher-Nachher-Aufnahme
(Bild: NASA Goddard/Intuitive Machines)
Zeitaufwendige Handarbeit
Gefunden wurde der neue Krater auf Aufnahmen des Lunar Reconnaissance Orbiters (LRO) der NASA, der seit 2009 kontinuierlich Aufnahmen der Mondoberfläche macht. Wie die NASA erläutert, werden diese Aufnahmen nur alle paar Jahre nach größeren neuen Strukturen durchsucht. Hauptziel dieser Arbeit sei aber die Kartierung des Mondes. Dafür werden zahlreiche Bilder übereinandergelegt, eine Software markiert dann die Unterschiede. Das klinge zwar relativ simpel, dabei würden aber hunderte Fehlalarme produziert und es sei viel Handarbeit nötig. Der neue Krater sei allerdings sofort aufgefallen: „Das war mit Abstand das deutlichste Muster von Einschlagtrümmern, das ich je auf einem dieser Bilder gesehen habe“, erinnert sich Robert Wagner, ein Bildverarbeitungsspezialist von Intuitive Machines, der mit LROC-Daten arbeitet.
Nach der Entdeckung des neuen Kraters auf den vergleichsweise gering aufgelösten Bildern hat der Mondorbiter neue Aufnahmen gemacht, die auf etwa einen Meter pro Pixel aufgelöst werden. Anhand dieser Bilder habe man die genaue Größe, Form und die ihn umgebenden Spuren untersuchen können. Detaillierter vorgestellt wird der Jahrhundertfund in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin Science Advances. Benannt wurde der Krater nach dem US-amerikanischen Geologen und Planetenforscher Thomas McGetchin. Die Forschungsgruppe informierte noch, dass der LRO im Laufe seiner Mission schon mindestens 1000 kleinere Krater entdeckt und mehr als 100.000 durch Einschläge oder Trümmerwurf verursachte Oberflächenveränderungen dokumentiert hat.
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