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Friday, October 9, 2026

Pariser Autosalon 2026: Weltpremieren von Renault bis BYD

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Verglichen mit den Ankündigungen für 2026 wirken die vergangenen Ausgaben des Pariser Autosalons im Nachhinein eher wie eine Pflichtübung für die Aussteller. Doch vom 12. bis 18. Oktober (für das Publikum ab 13. Oktober) wird die Porte de Versailles tatsächlich wieder zur Bühne für echte Welt- und Europapremieren sowie eine ungewöhnlich große Zahl von Konzeptfahrzeugen. Renault und Stellantis nutzen das Heimspiel für einen regelrechten Ideenwettbewerb, chinesische Hersteller wie BYD, GAC, XPeng, Geely, Lynk & Co und Zeekr bringen wichtige Neuheiten nach Europa, während Leapmotor als chinesische Marke mit Stellantis als Großaktionär dabei eine interessante Zwischenstellung einnimmt. Mercedes, Audi, Volkswagen und Smart sind immerhin dabei. BMW und Mini dagegen nicht, beide Marken haben ihre zunächst angekündigte Teilnahme wieder abgesagt. Auch Porsche und Ferrari fehlen auf der Ausstellerliste.

Die Franzosen arbeiten an einer Renaissance ihrer traditionsreichen Marken als Elektroauto-Hersteller. Die 1898 gegründete Automarke Renault hat es mit den Elektroautos R4 (Test) und R5 E-Tech (Test) vorgemacht und legt jetzt nach. Der Renault 8 Gordini Concept ist eine elektrische Neuinterpretation des R8 Gordini aus dem Jahr 1964. Der 1,27 Meter niedrige Zweitürer treibt wie das Vorbild die Hinterräder an. Die 199 kW leistende Studie zeigt, wie Renault künftig emotionale Elektroautos unterhalb seiner Motorsportmarke Alpine inszenieren könnte.

Renault 8 Gordini Concept

Concept Renault 8 Gordini

(Bild: Renault)

Bei Alpine steht unter anderem die dritte, jetzt elektrische Generation der A110 im Mittelpunkt. Wer aber einen konkreten Ausblick erwartet, wird enttäuscht. Von der kommenden A110 zeigt Alpine in Paris lediglich eine Skulptur, die erstmals Proportionen und charakteristische Linien des neuen Modells erkennen lässt. Für deutlich mehr Aufsehen dürfte allerdings ein anderes Konzept sorgen: Alpine hat mit dem PS1 („Projet Spécial 1“) eine weitere Studie angekündigt, die in Paris ihre Weltpremiere bekommt. Dacia zeigt den elektrischen Kleinwagen Dacia Spring auf Basis der neuen Kleinwagenplattform RGEV Small von Renault, auf der auch der Renault Twingo (Test) aufbaut, und den Dacia Striker.

Dacia Spring

Dacia Spring

(Bild: Dacia)

Stellantis will acht Marken und neun Konzeptfahrzeuge in die Hallen der Paris Expo Porte de Versailles bringen. Citroën dürfte ein vom 2CV inspiriertes, kleines Elektroauto auf die Bühne rollen, Peugeot stellt vermutlich eine elektrische Neufassung des legendären 205 Turbo 16 auf den Stand. Dazu passt, dass Peugeot den Namen E-T16 schützen ließ und häufig genug in Verbindung mit dem ikonischen Rallyeauto brachte, um den erwünschten Wiedererkennungseffekt zu unterstützen. Eine der sportlichen Marken des Konzerns, Alfa Romeo, enthüllt in Paris den Cuorerosso. Die Studie soll eine auf den Fahrer zugeschnittene Zukunftsvision mit italienischem Design, innovativer Technologie und Fahrspaß zeigen. Die Marke DS zeigt außer dem bekannten N°7 ein bislang namenloses „exploratives Concept Car“, das die künftige Designsprache der Stellantis-Marke ankündigen soll. Viel Raum für Spekulationen. Der Lancia Gamma, ein Mittelklasse-SUV auf der STLA-Medium-Plattform von Stellantis, erhältlich als Mildhybrid-, Plug-in-Hybrid- und batterieelektrische Version, wird erstmals auf dem Salon zu sehen sein.

Lancia Gamma

Lancia Gamma

(Bild: Lancia)

Konkreter ist – wir sind immer noch bei Stellantis – Opel. Das STX Concept – Sports Tourer eXperimental – zeigt ein Steilheck und aktive Aerodynamikelemente. Opel bestätigt es zwar noch nicht, doch der STX dürfte einen Ausblick auf den nächsten Astra Sports Tourer geben.

Opel STX Concept

Detailaufnahme vom Opel STX Concept

(Bild: Opel)

Fiat setzt dagegen auf Praktikabilität. Das Multiplay Concept nimmt Ideen der historischen Multipla-Modelle auf, ohne ein simpler Retro-Van zu sein. Laut der italienischen Marke von Stellantis verbindet das Fahrzeug die offene Ladefläche und Outdoorvielseitigkeit eines Pick-ups mit Komfort und Flexibilität eines SUV. Parallel bekommen Fiat Grizzly und Grizzly Fastback ihre Europapremiere.

Bei den chinesischen Marken gibt es weniger Nostalgie, dafür eine hohe Schlagzahl. Inzwischen wird kräftig an Lokalisierung und KI gearbeitet. BYD hebt sich seine wichtigste Überraschung bis zum 12. Oktober auf. Wir gehen von einem Auto im B- oder C-Segment aus, das speziell für Europa entwickelt wurde. Dafür sprechen Aussagen von BYD-Vizepräsidentin Stella Li, wonach BYD künftig speziell auf Europa zugeschnittene Modelle dieses Formats entwickeln will. Erst kürzlich machte BYD mit der möglichen Entwicklung eines Kleinwagens für den europäischen Markt von sich reden. Konkreter ist da schon Denza unterwegs und präsentiert neben dem SUV BAO 5 auch den Denza Z mit über einem Megawatt Leistung in seinen drei Varianten: Coupé, Spider und Racing.

Denza_Z

Der bereits auf der Auto China vorgestellte Elektrosportwagen Denza Z wird in drei Karosserieversionen gezeigt.

(Bild: Denza)

Geely bringt mit dem Monjaro EM-i eine Europapremiere nach Paris. Es ist das erste globale Plug-in-Hybrid-SUV der Marke im D-Segment. Die Technik kombiniert die neue GEA-Evo-Architektur mit EM-i Super Hybrid und einem elektrischen Allradsystem. Der Monjaro EM-i ist ein wichtiger Baustein für die europäische Expansion. XPeng präsentiert mit dem G9L ein ähnliches Konzept. Das 5,12 Meter lange Topmodell mit einem Radstand von 3,10 Metern feiert seine Europapremiere. Eigens für Europa wurde eine Variante mit sechs Einzelsitzen entwickelt.

Leapmotor hat gleich zwei Europapremieren angekündigt: das Kompakt-BEV B03 und das 5,25 Meter lange SUV D19. Besonders interessant ist der riesige D19 mit einem Range-Extender: Seine 80,3-Kilowattstunden-Batterie soll mehr als 300 Kilometer rein elektrische Reichweite ermöglichen, ein Wert in der Größenordnung eines batterieelektrischen Autos. Der Verbrenner dient hier hauptsächlich als zusätzliche Reichweitenversicherung. Zeekr reiht sich mit dem 9X hier ein, auch dieses PHEV hat die Kapazität eines BEV und einen Range-Extender. GAC möchte mit dem Aion UT Cross die Bedürfnisse der europäischen Kunden befriedigen und hat den Namen UT Cross bereits beim EU-Markenamt angemeldet. Das spricht für einen baldigen Marktstart in Europa.

Zeekr 9X

Fullsize SUV Zeekr 9X mit Range Extender

(Bild: Zeekr)

Die deutsch-chinesische Marke Smart zeigt den Smart #2 als Weltpremiere. Der elektrische Zweisitzer, der im April als Konzept zu sehen war, will ein bisschen an den Fortwo anknüpfen, ohne dessen konzeptionelle Radikalität zu erreichen. Mercedes-Benz zeigt den GLA, den AMG CLA 45, den GLE, den AMG GT 4-Türer und den elektrischen Van VLE. Audi zeigt den bereits im September enthüllten A2 e-tron erstmals auf einer Messe.

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