Verhandlungen in den USA während massiver Angriffe in der Ukraine
Krieg gegen die Ukraine Massive Angriffe und ein neuer Verhandlungsversuch
Stand: 09.10.2026 • 09:57 Uhr
Unterhändler aus der Ukraine und den USA treffen sich zu Gesprächen über den Krieg. Die vergangenen Tage in der Ukraine waren geprägt von massiven russischen Angriffen mit vielen Toten. Außenminister Wadephul verschärft seinen Ton gegenüber Putin.
Ein ukrainisches Verhandlungsteam soll am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen. US-Bedienstete erklärten, die Gesandten würden "Sicherheitsgarantien für die Ukraine, einen Plan für den Wiederaufbau nach dem Krieg sowie weitere Aspekte des Konflikts" erörtern, wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr.
Die von Washington vermittelten Gespräche sollten nach Informationen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bis Ende Oktober stattfinden. Bisherige Gesprächsrunden von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine hatten keinen Durchbruch gebracht.
Viele Tote und Verletzte bei Angriffen
Bei Angriffen in der gesamten Ukraine sind derweil nach Angaben von Selenskyj in den vergangenen zwei Tagen 78 Menschen getötet und 215 weitere verletzt worden. In einer Rede in der Stadt Pryluky fordert der ukrainische Präsident erneut einen erweiterten Zugang zum US-Satellitendienst Starlink. Dies könne der Ukraine helfen, russische Abschussrampen für ballistische Raketen anzugreifen.
Bei einem ukrainischen Angriff auf die russische Grenzregion Belgorod wurden zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt, wie die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf lokale Behörden meldete. Bei einem Drohnenangriff in der Region Kaluga seien zudem neun Menschen verletzt worden. In der russischen Region Twer hatte nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine Fabrik in Redkino gebrannt; das Feuer sei inzwischen gelöscht.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Wadephul: "Putins Grausamkeit kennt keine Grenzen"
Nach den jüngsten massiven Angriffen auf die Ukraine mit zahlreichen zivilen Opfern attackierte Außenminister Johann Wadephul Russland scharf und drohte mit umfangreichen Sanktionen. Der CDU-Politiker verschärfte nach dem ergebnislosen Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York den Ton gegenüber Moskau. "Putins Grausamkeit kennt keine Grenzen", kritisierte Wadephul.
Die vergangenen Tage hätten bewiesen, dass der russische Präsident voll auf Eskalation setze. Viele Zivilistinnen und Zivilisten, darunter Kinder, seien allein in den vergangenen drei Tagen getötet worden. Wohnhäuser wie in Pryluky würden Nacht für Nacht gezielt zerstört, Menschen dabei im Schlaf getötet. "Diese Zermürbungstaktik ist unfassbar brutal", kritisierte der deutsche Außenminister.
Bei einem russischen Luftangriff gegen die Ukraine wurde dieses Wohnhaus in Saporischschja beschädigt.
Strafmaßnahmen gegen Russland
Erst am Mittwoch habe die EU weitere 1,2 Milliarden Euro für "lebensrettende" Luftverteidigung in der Ukraine bereitgestellt, erinnerte Wadephul. "Zugleich werden wir unsererseits den Druck auf Russlands Kriegswirtschaft und ihre Unterstützer mit neuen Sanktionen erheblich verstärken."
Dazu würden derzeit in Brüssel letzte Schritte abgestimmt, damit die bislang umfassendsten Strafmaßnahmen gegen Personen und Unternehmen schon bald greifen. "Auch dies wird Russlands Fähigkeit, die Ukraine anzugreifen, empfindlich treffen."
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