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Wednesday, October 28, 2026

Schluss mit kaputten SSH-Sessions: Update für das moderne Terminal Ghostty

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Der freie Terminal-Emulator Ghostty ist in Version 1.4.0 erschienen. Das nach sieben Monaten Entwicklungszeit veröffentlichte Update reduziert den Arbeitsspeicherbedarf durch eine neue Scrollback-Komprimierung deutlich, beschleunigt die Textverarbeitung und unterstützt erstmals das vollständige Grafikprotokoll des Konkurrenten Kitty. Außerdem vereinfacht ein neuer Kommandozeilen-Wrapper den Einsatz über SSH-Verbindungen, während Linux-Nutzer einen neuen OpenGL-Renderer erhalten.

Ghostty ist ein für macOS, Linux und FreeBSD verfügbarer Terminal-Emulator, den HashiCorp-Mitgründer Mitchell Hashimoto initiiert hat. Das Open-Source-Projekt richtet sich an Entwickler und Systemadministratoren, die keine Kompromisse zwischen Geschwindigkeit, Funktionsumfang und einer nativen Bedienoberfläche eingehen wollen. Während schnelle Alternativen wie Alacritty auf eigene Bedienelemente für Tabs oder geteilte Fenster verzichten, greift Ghostty hierfür auf die jeweiligen System-Frameworks zurück: Unter macOS nutzt Ghostty SwiftUI mit Metal-Beschleunigung, unter Linux und FreeBSD GTK 4 und OpenGL. Der gemeinsame Programmkern ist in der Systemprogrammiersprache Zig geschrieben und steht als libghostty auch anderen Projekten als einbettbare C-Bibliothek zur Verfügung.

Wie aus den offiziellen Release Notes zu Ghostty 1.4.0 hervorgeht, komprimiert das Terminal nicht sichtbare Zeilen im Rücklaufpuffer (Scrollback) im Leerlauf fortlaufend im Hintergrund. Bei typischen, textlastigen Ausgaben sinkt der Speicherbedarf dieser Seiten dadurch um 70 bis 90 Prozent. Scrollt der Nutzer zurück oder durchsucht den Verlauf, entpackt Ghostty die Daten bei Bedarf ohne spürbare Verzögerung. Wegen dieser Ersparnis haben die Entwickler das Standardlimit für den Puffer von 10 auf 50 MByte pro Terminal verfünffacht. Auch an anderen Stellen geht Version 1.4.0 sparsamer mit Ressourcen um: Unter macOS gibt das Programm den GPU-Speicher von Hintergrund-Tabs frei, wodurch der Grafikspeicherbedarf bei einem offenen und 20 verdeckten Tabs von rund 385 auf 18 MByte fällt.

Parallel dazu steigt die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Den größten Sprung macht die macOS-Version beim Einlesen von Daten aus dem Pseudo-Terminal (pty). Da der macOS-Kernel Lesevorgänge aus einem pty unabhängig von der Puffergröße auf etwa 1 KByte begrenzt, blockierte das bisherige synchrone Auslesen und Parsen die ausgebenden Programme. Ghostty 1.4.0 verteilt das Leeren des Puffers und das anschließende Parsen auf zwei separate Threads, was den I/O-Durchsatz auf Apple-Systemen um 25 bis 55 Prozent steigert. Obendrein arbeitet der VT-Parser selbst dank interner Optimierungen deutlich flotter: Reiner ASCII-Text läuft im Benchmark mit 725 statt 128 MByte/s durch den Parser. So verkürzt sich die Ausgabe einer 150 MByte großen Textdatei per cat unter macOS von 1,5 Sekunden auf 566 Millisekunden.

Als erster Terminal-Emulator neben Kitty selbst implementiert Ghostty 1.4.0 die Spezifikation des Kitty-Grafikprotokolls zu 100 Prozent. Damit können Kommandozeilenprogramme Pixelgrafiken direkt im Terminal darstellen. Neu hinzugekommen sind die Unterstützung für Animationen, etwa für bewegte GIFs über kitten icat, und relative Platzierungen, bei denen sich ein Bild abhängig von einer anderen Grafik positioniert und automatisch mit ihr mitbewegt. Durch den Einsatz von SIMD-Befehlen (Single Instruction, Multiple Data) verarbeitet Ghostty große Bilddatenströme zudem rund 16-mal schneller als zuvor.

Ebenfalls aus dem Kitty-Ökosystem stammt das nun unterstützte Clipboard-Protokoll (OSC 5522). Während die klassische Terminal-Sequenz OSC 52 lediglich einfachen Text in die Zwischenablage schreiben oder daraus lesen kann, überträgt OSC 5522 beliebige MIME-Typen wie Bilder oder HTML-Fragmente. Konsolenprogramme können dadurch beispielsweise direkt eingefügte Screenshots entgegennehmen. Lesezugriffe auf das Clipboard erfordern standardmäßig weiterhin eine Bestätigung durch den Nutzer, wobei der Sicherheitsdialog nun auch eine Vorschau auf Bilder in der Zwischenablage anzeigt.

Unter Linux und FreeBSD haben die Entwickler die Grafik-Pipeline der GTK-Anwendung umgebaut. Statt das Widget GtkGLArea zu nutzen, rendert Ghostty seine Einzelbilder nun über die Schnittstelle EGL in einem eigenen Thread und übergibt die fertigen Frames per DMABUF direkt an GTK. Weil Ghostty nun dreifach puffert, tritt deutlich weniger Tearing auf. Zudem behebt der Umbau ein bekanntes Problem unter Linux: Beim Fractional Scaling – also Skalierungsstufen wie 125 oder 150 Prozent – stellt Ghostty Schriften und Rahmenzeichen nun gestochen scharf dar, da das Programm exakt in der nativen Skalierung des Fensters rendert. Zudem lassen sich geteilte Terminal-Ansichten unter Linux nun genau wie unter macOS per Drag & Drop mit der Maus neu anordnen.

Für die Arbeit auf Remote-Systemen ist die neue Aktion ghostty +ssh gedacht. Moderne Terminal-Emulatoren nutzen oft eigene terminfo-Einträge, im Fall von Ghostty xterm-ghostty, die auf Zielsystemen bei einer SSH-Verbindung meist fehlen. Das führt in der Praxis zu kaputten Tastenbelegungen oder Darstellungsfehlern. Der Befehl ghostty +ssh fungiert als direkter Wrapper für den regulären SSH-Client: Er überträgt vor dem Verbindungsaufbau automatisch die passende terminfo-Datei auf den Zielrechner, reicht relevante Umgebungsvariablen weiter und fällt bei Fehlern sauber auf xterm-256color zurück.

Darüber hinaus bringt das Update Anpassungen für macOS 27 mit und schließt zehn Sicherheitslücken, über die manipulierte Terminal-Ausgaben oder Verzeichnisnamen unter anderem zu Abstürzen oder dem Unterschieben von Befehlen führen konnten. Unter Linux steigen die Systemanforderungen auf mindestens GTK 4.18 und libadwaita 1.7. Unter macOS läuft Ghostty 1.4 weiterhin ab Version 13 (Ventura). Eine native grafische Oberfläche für Windows ist hingegen nicht in Sicht: Laut den Release Notes hat das Projekt die Windows-Unterstützung der Ghostty-GUI aus seiner Roadmap gestrichen. Windows-Nutzer sollen stattdessen auf andere Terminals zurückgreifen, die auf der plattformübergreifenden Kernbibliothek libghostty aufbauen.

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