"Frühe und gezielte Bildung": Nach Pisa-Schock verbünden sich Arbeitgeber und Gewerkschaften

"Frühe und gezielte Bildung"Nach Pisa-Schock verbünden sich Arbeitgeber und Gewerkschaften
22.09.2026, 10:44 Uhr

Nie zuvor waren die deutschen Pisa-Ergebnisse schlechter. Nicht nur die Bildungsministerin ist besorgt. Wirtschaftsvertreter fordern mehr und treffsichere Ausgaben für die Jüngsten.
Angesichts historisch schlechter Ergebnisse im Pisa-Schülertest dringen Arbeitgeber und Gewerkschaften auf bessere Bildung in Deutschland. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzen sich im Rahmen ihrer gemeinsamen Bildungskonferenz für dieses Ziel ein. In einem "Impulspapier" der Sozialpartner heißt es, die öffentlichen Bildungsausgaben sollten gezielt und wirksam erhöht werden. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Schulqualität müssten sich konsequent daran orientieren, dass alle Kinder die grundlegenden Kompetenzen erwerben, die sie für ihre persönliche Entwicklung, ihren weiteren Bildungsweg und das Berufsleben benötigten.
Dazu gehörten fachliche, soziale, demokratische und digitale Kompetenzen gleichermaßen. "Besondere Aufmerksamkeit muss Kindern und Jugendlichen mit ungünstigen Startbedingungen gelten, deren Bedarfe frühzeitig erkannt und gezielt gefördert werden sollten", heißt es in dem Impulspapier.
Die von Bund und Ländern vereinbarte 'Roadmap' für bessere Bildungsqualität und mehr Chancengleichheit müsse weiter konkretisiert, mit verbindlichen Meilensteinen unterlegt und entschlossen umgesetzt werden: "Das Erreichen der vereinbarten Ziele setzt eine Bildungssteuerung voraus, die Handlungsbedarfe frühzeitig erkennt, Fortschritte transparent macht und eine wirksame Ressourcensteuerung ermöglicht." Der weitere Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Sicherung der Qualität müssten prioritäre Aufgaben von Bund, Ländern und Kommunen sein.
Wie die Industriestaatengruppe OECD unlängst zu ihrer internationalen Vergleichsstudie Pisa mitteilte, waren die Durchschnittsergebnisse der Schüler in Deutschland im Jahr 2025 in Mathematik und Lesekompetenz noch niedriger als 2022. Deutschland nimmt seit 2000 an dem Test teil, niemals zuvor waren die Ergebnisse schlechter. Der Befund ist aus Sicht von Bildungsministerin Karin Prien besorgniserregend. Außerordentlich beunruhigend sei auch, dass die soziale Schere weiter aufgehe. Aus Sicht von BDA und DGB gilt es, bestehende Zugangshürden abzubauen und allen Familien einen "niedrigschwelligen Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten der frühen Bildung" zu ermöglichen.
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