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Monday, September 28, 2026

Wachablösung bahnt sich an: Warum der MMA-Sport in Deutschland nicht zittern muss

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bauer_mmaVon Michael Bauer

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28.09.2026 | 20:09 Uhr

Ein Stadion voller Fans, große Namen und ein Sport im Wandel: Nach Oktagon 94 stellt sich die Frage, wie Deutschlands MMA ohne seine bisherigen Zugpferde weitergeht. Die Antwort entscheidet darüber, ob der aktuelle Boom von Dauer ist.

Ein Event der Superlative, aber die größten Stars bekommen sportlich ihre Grenzen aufgezeigt: Oktagon 94 vor rund 60.000 Menschen aus dem Frankfurter Waldstadion hat gezeigt, dass die ältere Generation zwar ihren Zweck erfüllt, es aber vielleicht Zeit für eine Wachablösung ist. Und wer denkt, MMA in Deutschland fällt in ein Loch, sollten Fighter wie Christian Eckerlin, Max Coga oder Christian Jungwirth nicht mehr da sein, der täuscht sich gewaltig.

Neben den drei genannten etablierten MMA-Kämpfern stieg auch der "Neandertaler" in der Mainmetropole in den Käfig. Frederic Vosgröne war gegen den 41-jährigen Veteran Karlos Vemola chancenlos. Der Kampf? Ein Offenbarungseid! So herausragend gut Vosgröne im Bodenkampf ist, so erschreckend schwach präsentierte er sich in allen anderen Bereichen des so facettenreichen Sports. Nun ist Vosgrönes Karriere als MMA-Kämpfer noch relativ jung, dafür aufgrund von Social Media extrem steil. Sechs Profikämpfe sind nicht die Welt und Entwicklungspotenzial hat der 28-Jährige noch. Dennoch dürfte der Hype um den blonden Kämpfer aus Mettmann in Zukunft deutlich abebben.

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Eckerlin-Pleite bei MMA-Spektakel - "Neandertaler" wird verhauen

Mit Max Coga stellte zumindest einer der alten Garde im Duell mit Jungwirth seine ganze Klasse unter Beweis. Nach zwei Jahren Pause zeigte der Frankfurter, was noch in ihm steckt und wie Technik einen Gewichtsnachteil mehr als ausgleichen kann. Nur legte Coga nach seinem Sieg zumindest einen Handschuh symbolisch in der Mitte des Käfigs nieder, sprach von einer schwerwiegenden Knieverletzung, die ihn vorerst nicht weitermachen ließe. 2028 könne er sich unter Umständen einen weiteren Kampf vorstellen.

Sein Kampf war eines der Highlights im Waldstadion. Neben einer Halbzeitshow mit DJ Robin Schulz bot Veranstalter Oktagon eine Menge Entertainment. Dazu kamen eine ganze Reihe an sportlich hochklassigen Fights. Die Resonanz ist für den Nischensport gewaltig. Die Übertragung im Free-TV fuhr mit 20 Prozent Marktanteil einen großen Erfolg ein, rund 900.000 Menschen verfolgten über TV und Stream letztlich in der Spitze das Event. Vor drei bis vier Jahren wäre das undenkbar gewesen. Das Stadion zeigt, dass sich diese Art MMA-Superbowl etablieren kann. Aber mit wem ist das in Zukunft zu stemmen?

Das Potenzial ist da

Da gibt es gleich eine ganze Reihe an Athleten, die sportlich das Rüstzeug mitbringen. An diesem Abend beeindruckten vor allem Raul Lemberanskij und Fedor Duric - zwei aus dem MMA Spirit in Frankfurt, der gleichen Kaderschmiede in der auch Eckerlin und Coga zuhause sind. Dazu feierte der Bremer Jaime Cordero seinen sechsten Sieg in Serie bei Oktagon. Cordero ist kein Mann der großen Worte und verdient eigentlich mehr Aufmerksamkeit. Dieses Schattendasein fristen in der deutschen MMA-Szene ein gutes Dutzend Kämpfer. Geschuldet ist das dem Publikum, das stetig - auch durch die Präsenz auf RTL - wächst, aber eben in der Breite noch nicht vom Fach ist.

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Noch im Käfig: MMA-Kämpfer macht Heiratsantrag

Aber es gibt auch MMA-Profis, die bereits beides vereinen: sportliche Klasse und Mainstream-Anerkennung. Max Holzer hat es bereits geschafft, quasi im Alleingang eine Arena in seiner Heimatstadt Hannover auszuverkaufen. Im November wird ihm das wieder gelingen, wenn er um den Titel im Bantamgewicht kämpft. Alina Dalaslan ist die vielversprechendste Kämpferin aus Deutschland, eine Ausnahmeerscheinung in- und außerhalb des Käfigs. Sie hat ihre gesamte Karriere bei Oktagon verbracht, wurde von RTL in der Vorbereitung auf einen Kampf in einem Tandem mit Regina Halmich begleitet und ist Vorbild für viele junge Frauen im Land. Entsprechend stürzen sich regelmäßig die großen Sender und Zeitungen auf die 26-Jährige.

Doch nicht nur die neue Generation ist zur tragenden Säule des Sports geworden. Mit Abus Magomedov und Islam Dulatov hat das deutsche MMA weiterhin zwei hervorragende Repräsentanten in der Ultimate Fighting Championship (UFC) - der Königsklasse des Sports.

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Diese zwei Frankfurter Kämpfer teilen wirklich alles

Wer glaubt, nur Eckerlin könne ein Stadion mit einem MMA-Event in Deutschland ausverkaufen, der wird wohl schon bald eines Besseren belehrt werden. Im Mai 2027 wird Oktagon im Stadion von Fortuna Düsseldorf veranstalten - ohne Christian Eckerlin. Das hatte der 39-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Frankfurt-Event selbst gesagt. Andere werden gefragt sein: Lokalmatadoren wie Kerim Engizek oder Tamerlan Dulatov. Die Liste an Namen, die den Sport auf das nächste Level heben ist lang. Eckerlin, Coga, Jungwirth & Co. haben ihnen diese Bühne gebaut, die neue Generation muss sie nur richtig nutzen.

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