Auf Flug von Kuba in die USA: Mann schmuggelt zehn lebende Vögel in Unterhose

Auf Flug von Kuba in die USAMann schmuggelt zehn lebende Vögel in Unterhose
08.10.2026, 15:06 Uhr
In den USA herrschen strenge Einfuhrbestimmungen in Bezug auf lebende Tiere. Ein Mann weiß das wohl und versucht deshalb, Vögel auf speziellem Weg ins Land zu bringen. Sein Verhalten lässt ihn auffliegen.
Mitarbeiter der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) in Miami haben am Wochenende nicht schlecht gestaunt: Ein Reisender mit merkwürdiger Ausbeulung in der Hose entpuppte sich als Schmuggler. Die Beamten vermuteten zunächst, der am Sonntag aus Kuba eingereiste Mann, der einen rechtmäßigen Daueraufenthaltstitel in den Vereinigten Staaten besitzt, würde Drogen ins Land bringen. Doch eine kurze Kontrolle des Gepäcks zeigte, dass sie sich irren.
In einer Mitteilung erklären die Behörden, dass der Kubaner trotz des positiven Ergebnisses der Kontrolle sichtlich nervös wirkte. Sie entschieden sich deshalb zu einer tiefergehenden Überprüfung. Und siehe da: Als der Kubaner sich in einer Kabine ausziehen musste, kamen sechs mysteriöse Plastikröhrchen zum Vorschein. Diese waren mit Klebeband aneinander verbunden. Die Öffnungen wurden mit Netzen versehen. Die ganze Konstruktion versteckte der Mann in einer Art Unterhose über seiner Unterwäsche.
Der Grund für das merkwürdige Verhalten des Reisenden kam in den Röhrchen zum Vorschein. Insgesamt zehn Vögel transportierte der Mann von Kuba aus bis in die USA in der zusätzlichen Unterhose. Der Behördenmitteilung zufolge handelte es sich bei den Tieren um acht Goldbrauen-Gimpeltangare, die auch Große Kubafinken genannt werden, und zwei Blaue Kernbeißer.
Gimpeltangare können bis zu 12 Zentimeter groß werden, Kernbeißer bis zu 18 Zentimeter. Letztere können mit ihren Schnäbeln enormen Druck von bis zu 50 Kilogramm aufbauen und so selbst Kirschkerne zum Knacken bringen. Beide Arten sind derzeit nicht gefährdet. Der US-Sender WPLG 10 Local berichtet, die beiden Vogelarten werden häufig illegal gehandelt. Einen nennenswerten finanziellen Wert haben diese Arten nicht.
Der Reisende habe den Grenzschützern gesagt, die Vögel seien für den "persönlichen Gebrauch". Näheres gab er allerdings nicht preis, heißt es laut "Miami Herald" in den Gerichtsunterlagen der Anklage gegen den Mann. In den Dokumenten steht auch geschrieben, dass er alle Fragen bei der Einreise mit "nein" beantwortete - etwa die nach dem Mitführen von Vögeln oder Wildtieren, berichtet "People".
Vögel dürfen in die USA nur unter strengen Bedingungen importiert werden. So ist etwa die Einfuhr nur dann gestattet, wenn es sich um maximal fünf Heimvögel handelt, die als Haustiere gehalten werden. Die Kubafinken sind allerdings in den Vereinigten Staaten nicht heimisch. Die Kernbeißer sind zwar heimisch, werden jedoch durch das US-amerikanische Vogelschutzgesetz von 1918 geschützt. Es verbietet den Transport ohne Genehmigung. In den allermeisten Fällen benötigen international Reisende für die Tiere eine Einfuhrgenehmigung, ein Veterinärgesundheitszeugnis und müssen eine besondere Kontrollstelle passieren, die nicht an jedem Flughafen bereitsteht. Viele Arten müssen nach der Ankunft in eine 30-tägige Quarantäne.
Der Reisende befand sich kurzzeitig in U-Haft. Er habe eine Kaution in Höhe von 25.000 US-Dollar gezahlt und sei daraufhin auf freien Fuß gekommen. Ende Oktober soll ihm der Prozess gemacht werden. Wie es indes mit den Vögeln weitergeht, ist nicht geklärt. Möglich ist, dass sie in ein US-Tierheim kommen oder aber nach Kuba zurückgeschickt werden.
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