Generalstaatsanwältin: Kriminelle suchen Kontakt zur Politik
Berlins Generalstaatsanwältin Margarete Koppers hat davor gewarnt, Versuche der Einflussnahme durch Mitglieder der Organisierten Kriminalität zu unterschätzen. Es sei eine typische Vorgehensweise, "Kontakt zur Politik, zu wichtigen Funktionsträgern in der Gesellschaft zu suchen, um ihre Interessen durchzusetzen", sagte Koppers der Deutschen Presse-Agentur.
Darum sollten alle Verantwortlichen in Parteien und Gesellschaft wachsam sein und sich nicht instrumentalisieren lassen. Denn im Zweifel geht es nicht darum, die Interessen etwa diskriminierter Menschen zu vertreten, sondern ureigene der Organisierten Kriminalität.
Margarete Koppers, Generalstaatsanwältin
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin erschien der berüchtigte Clan-Chef Issa Remmo auf der Wahlparty. Zudem gibt es scharfe Kritik an antisemitischen Tendenzen.
23.09.2026 | 2:12 minKoppers fordert klare Grenzen bei Antisemitismus
Die Linke sieht sich dem Vorwurf von zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen ausgesetzt. Zudem kämpft die Partei gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Teile der Landespartei stehen wegen ihrer Positionen zu Israel und Palästina und zum Antisemitismus schon seit längerem immer wieder in der Kritik.
Auch bei diesem Thema sieht Generalstaatsanwältin Koppers eine rote Linie. Wenige Monate nachdem sie die Behördenleitung im Jahr 2018 übernommen hatte, hat sie die Funktion des Antisemitismusbeauftragten geschaffen. "Wir pflegen seither einen sehr engen Kontakt zur jüdischen Gemeinde und Community in Berlin", erklärte Koppers.
"Deshalb kennen wir die Sorgen und Nöte der Juden und Jüdinnen in der Stadt und können nur unterstreichen, wie wichtig es ist, dass hier klare rote Linien gezogen werden. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Ergebnissen die Gespräche zwischen den drei möglichen Koalitionären hierzu geführt werden", so die Chefin der Berliner Staatsanwaltschaften, deren Amtszeit Ende November nach rund acht Jahren endet.
Verbindungen zum Remmo-Clan, Antisemitismusvorwürfe: Seit ihrem Wahlsieg wächst die Kritik an der Linken in Berlin. Trotzdem wollen Grüne und SPD mit ihr Sondierungsgespräche führen.
27.09.2026 | 3:52 minClan-Mitglieder auf Wahlparty
Die Linke war bei der Berlin-Wahl am 20. September mit Abstand stärkste Kraft geworden, will mit Grünen und SPD eine Koalition schmieden und mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp die Regierende Bürgermeisterin stellen.
Für Wirbel hatte gesorgt, dass nach ihrem Sieg auf einer Wahlparty der Linken Neukölln das Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans dabei war. Nach einem "Tagesspiegel"-Bericht sollen auch zwei mutmaßliche Angehörige eines anderen Clans auf der Party gewesen sein. Die Partei setze sich für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität ein, sagte die Co-Bezirksvorsitzende Jorinde Schulz der dpa.
Quelle: dpa
Über die Kritik an zu viel Nähe der Linken zu mutmaßlichen Clan-Mitgliedern berichtete das ZDF etwa in heute in Deutschland am 23.09.2026 um 14:00 Uhr.
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