Damit meine Eltern stolz sind
Als eines der wenigen Kinder mit Migrationsgeschichte im Kindergarten merkt Furkan, dass er irgendwie „anders“ ist. Erst an der Gesamtschule realisiert er, dass er nicht allein ist.
Aufgewachsen mit zwei Kulturen, stellt er sich immer wieder die Frage: Wer bin ich eigentlich? Als erster Akademiker der Familie steht er unter enormem Druck. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, die Erwartungen hoch. Furkan will seine Eltern stolz machen. Acht Jahre zieht er sein Jurastudium und Referendariat durch. Am Tag der Vereidigung zum Rechtsanwalt begleitet ihn seine Familie.
Der Start in die Selbstständigkeit verläuft aber anders als gedacht. Sein Wohnzimmer wird zur Kanzlei, das Konto ist aktuell im Minus. Für Furkan keine Schande, denn er weiß, dass es besser wird. Mit dem Fahrrad klappert er Unternehmen in der Umgebung ab, stellt sich persönlich vor und verteilt Visitenkarten.
Mit Ende 20 verschieben sich Furkans Prioritäten. Früher zählten vor allem Geld und Karriere. Heute kämpft er mit der fehlenden Work-Life-Balance, der Angst, dass die Zeit davonläuft, und dem Wunsch nach eigener Familienplanung. Er hat auch seinen Frieden mit den zwei Welten geschlossen: Furkan kombiniert einfach von jeder Kultur die schönsten Seiten und entscheidet selbst, wer er sein will.
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