Trump-Regierung verspricht Visa: Wahlverlierer Flávio Bolsonaro nach Flucht in Miami gelandet

Trump-Regierung verspricht VisaWahlverlierer Flávio Bolsonaro nach Flucht in Miami gelandet
28.10.2026, 15:54 Uhr
Nach seiner Wahlniederlage in Brasilien setzt sich Flávio Bolsonaro trotz eines Verbots ins Ausland ab. Über Argentinien und Ecuador reist der Rechtspopulist mit seiner Familie die USA. Die Trump-Regierung stellt dem Politiker und seinen Angehörigen Visa in Aussicht.
Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro ist in den USA gelandet. Er stieg am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie Reporter vor Ort berichteten. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte Bolsonaro die Ausreise eigentlich untersagt, die Justiz ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche.
Auch Bolsonaros Frau und seine beiden Töchter stiegen in Miami aus dem Flugzeug, wie Bilder zeigten. Der Rechtspopulist und seine Familie hatten sich über Argentinien und Ecuador in die USA abgesetzt. Die US-Regierung hatte dem mit Präsident Donald Trump verbündeten Bolsonaro zuvor die Aufnahme signalisiert. Das Außenministerium in Washington erklärte, es werde Visa für Bolsonaro und seine Familie ausstellen. Bolsonaros Bruder Eduardo lebt bereits in den Vereinigten Staaten. Der Politiker hat seit 2023 neben der brasilianischen auch die italienische Staatsbürgerschaft.
Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films "Dark Horse" über seinen inhaftierten Vater Jair Bolsonaro. Letzterer war wegen eines Umsturzversuchs gegen Präsident Lula nach seiner Wahlniederlage 2022 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Fall von Flávio Bolsonaro ordnete ein Richter des Obersten Gerichts überdies Ermittlungen zu möglichen ausländischen Wahlkampfhilfen an.
Bolsonaros Amtszeit als Senator endet im Januar, womit er seine parlamentarische Immunität verliert. Bei der Stichwahl zur Präsidentschaft in Brasilien am Sonntag hatte Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva 51,8 Prozent der Stimmen erzielt, Bolsonaro erhielt 48,2 Prozent. Bolsonaros Liberale Partei räumte die Niederlage danach ein. Er selbst erkannte sie jedoch nicht an. Bolsonaro wirft Lula Machtmissbrauch vor und kündigte rechtliche Schritte an.
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