Was ist mit Mister X los?: Wenn's so weitergeht, steht Gianni Infantino allein zur Wahl

Wenn's so weitergeht, steht Gianni Infantino allein zur Wahl
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30.09.2026 | 12:15 Uhr
Gianni Infantino gibt trotz des großen Drucks nicht klein bei. Die Gegner des Präsidenten brauchen im FIFA-Machtkampf einen Herausforderer - doch sie tun sich schwer bei der Kandidatensuche.
Die einen wollen nicht, die anderen sollen nicht, der Favorit ziert sich. Die Suche nach einem Herausforderer für Gianni Infantino wird immer mehr zur Hängepartie. Dabei lassen die Gegner des FIFA-Machthabers wertvolle Zeit ungenutzt verstreichen: Während der Präsident des Fußball-Weltverbands trotz des großen Drucks nicht einmal im Traum an einen Rückzug denkt und auf seiner Wahlkampftour rund um den Globus Stimmen sammelt, rückt die Deadline näher. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 18. November muss ein aussichtsreicher Kandidat gefunden werden.
Die Suche ist nötig, weil der Rädelsführer der Rebellion abgewunken hat. Aleksander Ceferin, Weltverbands-Vize und Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), möchte beim FIFA-Kongress am 18. März im marokkanischen Rabat nicht gegen Infantino antreten. Deshalb richten sich die Augen auf andere. Zum Beispiel auf den Boss der mächtigen europäischen Klubvereinigung EFC. Doch auch Nasser Al-Khelaifi will nicht.
"Null Interesse an der FIFA"
Er habe "null Interesse an der FIFA, null Ambitionen", sagte der Katarer bei der EFC-Generalversammlung in Kopenhagen. "Ich glaube nicht, dass ich der richtige Mann bin. Die FIFA ist nichts für mich", sagte Al-Khelaifi, der zahlreiche Ämter im Fußball bekleidet. Der 52 Jahre alte Klubchef von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain sitzt unter anderem im Exekutivkomitee der UEFA, die Infantino nach dessen gescheitertem Investorenvorhaben aus dem Amt drängen will.
Einige Experten hatten im bestens vernetzten Al-Khelaifi einen Herausforderer mit Erfolgschancen erkannt. Da daraus offenbar nichts wird, halten sich weiter Spekulationen über Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa. Der Präsident des asiatischen Verbandes (AFC) stieg schon einmal gegen Infantino in den Ring - und unterlag 2016 bei der Machtübernahme des Schweizers. Weil der Scheich aus Bahrain schon damals in vielen Teilen der Welt kritisch gesehen wurde, wird er von Kritikern als ungeeignet gesehen.
Zweifel an Montagliani
Gezweifelt wird mittlerweile auch am zwischenzeitlich als Favoriten gehandelten Kanadier Victor Montagliani. Dass der Präsident der Konföderation für Nord-, Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF) immer noch nicht seinen Hut in den Ring geworfen hat, wird als Unsicherheit gewertet.
Und so wird mit Spannung die Zusammenkunft der europäischen Verbandsspitzen in der kommenden Woche in Berlin erwartet. Der Deutsche Fußball-Bund, mittlerweile erklärter Infantino-Gegner, ist dabei prominent vertreten. Präsident Bernd Neuendorf, Vize Hans-Joachim Watzke und Generalsekretär Holger Blask sitzen am 8. und 9. Oktober mit am Tisch, wenn über das weitere Vorgehen beraten werden soll.
Wie stark ist die Infantino-Lobby?
Von dem Treffen wird eine Signalwirkung hinsichtlich der Taktik im Kampf gegen Infantino erwartet. Nachdem der FIFA-Boss in den vergangenen Tagen in die Offensive gegangen war und Reformbereitschaft sowie Auszahlungen an die Mitgliedsverbände in Aussicht gestellt hat, sehen sich die Infantino-Gegner in die Defensive gedrängt. Schon jetzt erscheint sicher, dass alle drei oppositionellen Kontinentalverbände nicht alle ihre Mitglieder hinter sicher vereinen können.
Wie stark die Infantino-Lobby ist, wird sich schon am 15. Oktober zeigen. Dann wird sich das FIFA-Council um Neuendorf mit zahlreichen Anträgen beschäftigen, die gegen den Präsidenten gerichtet sind. Der Ausgang der Machtprobe dürfte darüber entscheiden, ob sich überhaupt ein Herausforderer findet - während Infantino weiter fleißig Stimmen sammelt.
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