Freitag: Quad9-Rückzug nach Zensur-Urteil, Stellenstreichungen bei Qualcomm
Der DNS-Vermittler Quad9 zieht sich aus Frankreich zurück. Grund ist ein Zensur-Urteil, erstritten von beIN aus Katar. Diesen ist der DNS-Dienst beim Vorgehen gegen unlizenzierten Tennisübertragungen negativ aufgefallen. Quad9 will aber weiter für ein offenes Internet streiten. Derweil hat Chiphersteller Qualcomm die Mitarbeiter über anstehende Stellenstreichungen informiert, wie es heißt. Über das Ausmaß der Kündigungen ist bislang aber nichts bekannt. Der Grund dürfte in der Speicherkrise liegen, die zu höheren Hardware-Preisen und sinkender Nachfrage geführt hat. In Deutschland geht laut einer Studie die Mehrheit der Bürger Deepfakes in die Falle, sodass diese strenge Kennzeichnungspflichten für KI-Videos fordern. Aufgrund der zunehmenden Nutzung sozialer Netze und Videoplattformen werden Creators zudem häufiger zur Nachrichtenquelle – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der offene DNS-Resolver Quad9 zieht sich zum 24. November aus Frankreich zurück. Dortige User werden, soweit möglich, von der Abfrage öffentlicher Internetadressen über die Infrastruktur des Zürcher Anbieters ausgeschlossen. Grund ist ein französisches Urteil, das Quad9 zwingen soll, Daten des Domain Name Systems (DNS) zu manipulieren. Erstritten hat es das katarische Unternehmen beIN, das damit unlizenzierte Tennisstreams hintanhalten möchte. Quad9 verbindet den Rückzug mit einem Appell an die französischen Nutzer. Sie sollten ihren Abgeordneten sagen, dass das Nachschlagen von Namen keine Straftat ist. Denn das Internet sollte offen und für jedermann frei zugänglich bleiben. Die Schweizer werden zudem Rechtsmittel ergreifen nach diesem Zensur-Urteil: DNS-Dienst Quad9 verlässt Frankreich.
Qualcomm-CEO Cristiano Amon hat seine Mitarbeiter Anfang dieser Woche darüber informiert, dass das Unternehmen nächsten Monat Stellen streichen wird. Bei den Kündigungen soll es sich laut Berichten um „leistungsorientierte Reduzierungen“ handeln. Bislang ist allerdings unklar, wie viele Mitarbeiter der zuletzt 52.000 umfassenden Belegschaft betroffen sind. Die betreffenden Personen sollen im November entsprechend unterrichtet werden. Durch diese Maßnahmen will Qualcomm „eine stärkere Leistungskultur“ fördern, nachdem die Expansion vom Smartphone-Spezialisten zum Chiphersteller für verschiedene Mobilgeräte und sogar KI-Server kein positives Börsenecho findet. Der Aktienkurs des Unternehmens ist dieses Jahr deutlich unter der Entwicklung des US-Aktienindex geblieben: Qualcomm plant im November offenbar weltweit leistungsorientierte Kündigungen.
Generative Künstliche Intelligenz hat Einzug in den alltäglichen Bewegtbildkonsum gehalten, sorgt dabei aber zunehmend für Verunsicherung. Laut der Studie der Landesmedienanstalten stößt die Mehrheit der Deutschen im Netz regelmäßig auf KI-generierte oder stark veränderte Clips. Das Problem dabei ist, dass diese Inhalte oft täuschend echt wirken und das Vertrauen der Nutzer in audiovisuelle Medien untergraben. 93 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren konsumieren täglich Bewegtbilder. Das Fundament der Wahrnehmung verschiebt sich aber. Lineares Fernsehen bleibt ein wichtiger Anker, doch vor allem soziale Netze und Videoplattformen dominieren den Alltag, insbesondere bei den Jüngeren. Doch der Einmarsch generativer KI in diese Kanäle erhöht das Täuschungsrisiko, so diese Studie: KI-Videos untergraben Vertrauen in Bewegtbild massiv.
Seit Mittwoch warnen Behörden weltweit in selten erlebtem Ausmaß vor den schwerwiegenden PHP-Lücken CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, die den Spitznamen „php2shell“ erhalten haben. Die PHP-Entwickler haben dazu eine dringende Sicherheitsmitteilung veröffentlicht. Viele Organisationen haben mangels verfügbarer aktualisierter PHP-Pakete ihre Webauftritte vorsorglich vom Netz genommen – das hat es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben. Das war eine Empfehlung etwa deutscher und US-amerikanischer Sicherheitsbehörden. Dass die Organisationen das umgesetzt haben, zeigt, dass die IT-Sicherheit inzwischen ernst genommen wird. So gingen weltweit Regierungsseiten vom Netz und in den Wartungsmodus, denn IT-Sicherheitsexperten beobachten seit Mittwoch viele Exploit-Versuche bei php2shell: Updates trudeln ein, viele Webseiten offline, Angriffe laufen.
Ob Webhoster, Internetanbieter oder Streaming-Dienst: Wenn Anbieter während der Laufzeit plötzlich die Preise erhöhen oder die Leistungen ändern wollen, müssen Verbraucher das nicht in jedem Fall hinnehmen. Entscheidend sind drei Fragen: Läuft die Mindestvertragslaufzeit noch? Enthält der Vertrag eine wirksame Preisanpassungsklausel? Fällt die Änderung zum Nachteil des Kunden aus? Wer seine Rechte kennt, kann auf dem bestehenden Vertrag bestehen oder sich elegant aus der Verbindung lösen. Im c't-Verbraucherschutz-Podcast erklären wir, dass Preiserhöhungen eine Grundlage brauchen. Denn Kunden dürfen darauf vertrauen, dass der vereinbarte Preis nicht plötzlich steigt. Was Kunden prüfen sollten, wann sie kündigen können und welche Risiken eine Rückbuchung birgt, erörtern wir bei Vorsicht, Kunde: Unzulässige Preiserhöhung.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Auch noch wichtig:
- Vier Fritzboxen haben inzwischen das finale FritzOS 8.50 erhalten. Die 7530 AX bekommt eine modellspezifische Firmware-Komponente: FritzOS 8.50 steht für die Fritzbox 7530 AX und 5690 bereit.
- Electronic Arts gibt BioWare das letzte Geleit. Das hat sich lange abgezeichnet – und verrät viel darüber, was bei EA überhaupt noch zählt, meint Daniel Herbig. Er hat eine Floskel zum Abschied: EA beerdigt BioWare.
- Sämtliche PHP-Versionen der letzten 20 Jahre sind durch zwei Sicherheitslücken gefährdet. Updates einzuspielen ist das einzig wirksame Mittel bei php2shell: Wer nun was machen muss.
- Quantum Systems hat eine experimentelle batterieelektrische Drohne auf eine Geschwindigkeit von 777 km/h gebracht. Ein Geschwindigkeitsrekord steht im Raum: Batterieelektrische Drohne von Quantum Systems fliegt 777 km/h schnell.
- Vor 25 Jahren veröffentlicht Rockstar Games „Grand Theft Auto III“. Es wird der Durchbruch für eine Serie, die sich seitdem fast 500 Millionen Mal verkauft hat. So wurde ein Amiga-Studio zum Rockstar-Imperium: Der lange Weg zu „GTA 3“.
- Die Rechnersteuerung von Perplexity kommt nun ohne Internet aus. Allerdings benötigt der Apple-Silicon-Mac dafür ausreichend RAM: Perplexity Computer mit Qwen 3.6 lokal braucht keine Cloud mehr.
- Fortinet will am Donnerstag Updates veröffentlichen, die Admins dringend installieren sollen. Details folgen erst im November, aber man sollte dringend updaten: Fortinet-Updates außer der Reihe.
- Der Open-Source-Wettbewerb für die öffentliche Verwaltung ist entschieden. XMAS, F13, KoliBri und BaKIM gewinnen Hauptpreise für Open Source in der Verwaltung: Die Gewinner stehen fest.
- Der Chrome-Browser warnt fortan vor dem ersten Aufruf unverschlüsselter Websites. Google hat die Sicherheitsfunktion standardmäßig für alle Nutzer aktiviert: Google Chrome macht Schluss mit unsicheren HTTP-Verbindungen.
- Ferrari baut komplett selbstständig eine Segel-Yacht, die per Unterwassertragflächen über das Wasser gleitet. Der Plan ist das Brechen verschiedener Rekorde: Ferraris „fliegende“ einrümpfige Hypersail-Yacht erreicht letzte Ausbauphase.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.