Parteimitglied löscht Post: Berliner CDU-Chef schweigt zu "Polizeiknüppel"-Aussage

Parteimitglied löscht PostBerliner CDU-Chef schweigt zu "Polizeiknüppel"-Aussage
22.10.2026, 17:15 Uhr

Berliner CDU-Mitglied und Höcke-Anwalt Ulrich Vosgerau sorgt vor einigen Wochen mit einem Post über jüdische Studierende für Aufsehen. Diese sollten mit Knüppeln verprügelt und gejagt werden. Eine Reaktion von CDU-Chef Evers kam bislang nicht.
Berlins kommissarischer CDU-Chef Stefan Evers schweigt laut einem Medienbericht zu der umstrittenen Aussage, die sein Mitglied Ulrich Vosgerau kürzlich getroffen hat. Das berichtet der "Spiegel". Hintergrund war ein Vorfall bei einer Gedenkveranstaltung am 9. Oktober in Halle, bei der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider von Mitgliedern der jüdischen Studierendenunion in Form einer Menschenkette an dem Betreten einer Synagoge gehindert wurde. Vosgerau äußerte daraufhin seinen Unmut über die Aktion der jüdischen Studierenden auf X. Dort schrieb er, es ließen sich "gute Gründe finden, warum es wirklich schade" sei, dass diese "nicht mit dem Polizeiknüppel durch die Straßen gejagt worden sind".
Statt Evers selbst, äußert sich sein Landesverband auf Anfrage des Magazins: "Wer so spricht, sieht seine politische Heimat ganz offensichtlich jenseits der CDU." Seinen Post auf X löschte Vosgerau nach rund 30 Stunden wieder. Im Gespräch mit dem "Spiegel" sprach Vosgerau von einer "unglücklichen Wortwahl". Er widersprach zudem dem Vorwurf, er hätte sich gewünscht, dass jüdische Studierende mit einem Knüppel gejagt werden.
Vosgerau hatte schon früher für Kritik gesorgt. 2024 stand sogar ein Parteiausschluss im Raum. Dazu kam es jedoch nicht. Die CDU kritisierte aber seine Teilnahme an einem umstrittenen Treffen von AfD-Mitgliedern in Potsdam im Jahr 2023. Bundesweit für Aufsehen sorgte dort die Diskussion über eine sogenannte Remigration. Außerdem vertrat Vosgerau als Jurist AfD-Politiker Björn Höcke im Landgericht Halle 2024.
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