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Friday, October 30, 2026

Krise in Automobilbranche: Gewinn bei Audi bricht drastisch ein

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Audi Logo auf einer Felge.

Stand: 30.10.2026 • 10:42 Uhr

Auch der Autobauer Audi steckt in der Krise: Der Gewinn brach im dritten Quartal deutlich ein. Grund ist unter anderem das schwache China-Geschäft. Neue Automodelle sollen positive Impulse bringen.

Im dritten Quartal lief es beim Autobauer Audi deutlich schlechter als im Vorjahreszeitraum. Nach Steuern verdiente die VW-Tochter nur noch 95 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das waren 87 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als der Gewinn noch bei 718 Euro Millionen lag. Damit schlittert Audi finanziell immer tiefer in die Krise.

Vor allem das Geschäft in China ist den Angaben zufolge betroffen. Dort habe sich insbesondere das
Verbrennergeschäft eingetrübt, sagte Finanzchef Jürgen Rittersberger. Auch die steigende Wettbewerbsintensität sowie der zunehmende Exportdruck chinesischer Hersteller auf den europäischen Markt belasten. "Hinzu kommen anhaltende Unsicherheiten infolge der Lage im Nahen Osten und dem damit verbundenen Anstieg der Energiekosten sowie durch US-Zölle", teilte Audi weiter mit.

Finanzchef: "Handlungsbedarf bei Audi ist hoch"

Nach neun Monaten hat Audi 1,2 Milliarden Euro Gewinn eingefahren und 42 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Beide Kennzahlen gingen damit stark zurück. Angesichts des ausgesprochen schlechten dritten Quartals passt der Konzern nun auch seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten an. Audi rechnet nun nur noch mit einer Umsatzrendite zwischen drei und fünf Prozent bei Erlösen zwischen 55 und 59 Milliarden Euro.

"Die Kennzahlen zeigen deutlich: Der Handlungsbedarf bei Audi ist hoch und duldet keinen Aufschub", sagte Rittersberger. Vor allem im dritten Quartal habe sich das Umfeld noch einmal erheblich verschärft. "Unsere Maßnahmen wirken, aber aufgrund des enormen Wettbewerbsdrucks müssen wir sie verstärken. Deshalb setzen wir auf konsequente Kostendisziplin, reduzieren Komplexität und erhöhen die Effizienz unserer Strukturen."

Audi erwartet stärkeres viertes Quartal

Nach dem Gewinneinbruch der ersten neun Monate hofft Audi auf eine Geschäftsbelebung zum ‌Jahresende. "Wir erwarten ein deutlich ​stärkeres viertes Quartal", sagte Rittersberger. Impulse erwarte sein Unternehmen unter anderem von den neuen SUV-Modellen Q7 und Q9 auf dem US-Markt.

Das ist die Krise, der sich alle deutschen Hersteller gegenübersehen, doch die Ingolstädter werden besonders hart getroffen. Zum Vergleich: Konkurrent Mercedes hat im abgelaufenen dritten Quartal 1,52 Milliarden Euro Gewinn gemacht. BMW legt erst nächste Woche Zahlen vor.

Unsicherheit wegen deutscher Standorte

Was die Entwicklung für die deutschen Standorte bedeutet, ließ Audi offen. Mit der im vergangenen Jahr geschlossenen Zukunftsvereinbarung, habe man wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, hieß es. "Darauf aufbauend sollen weitere Maßnahmen entwickelt werden, um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung nachhaltig zu sichern. Die hierfür notwendigen Schritte sollen gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat im Dialog erarbeitet werden."

Die Zukunftsvereinbarung beinhaltete unter anderem den Abbau Tausender Jobs in Deutschland. Aktuell wird um weitere Einsparungen gerungen. Dabei steht sogar das Aus des Werks in Neckarsulm im Raum.

Kritik nach Döllner-Auftritt mit Trump

Der Versuch, die Probleme in den USA in den Griff zu bekommen, hat Audi zudem eine weitere Krise beschert. Denn am Rande von Verhandlungen zum Bau eines Werks im US-Bundesstaat Georgia trat Audi-Chef Gernot Döllner am Wochenende überraschend zusammen mit US-Präsident Donald Trump auf. Dieser verkündete auf einer Wahlkampfveranstaltung Audis Pläne.

Seither reißt die Kritik an Döllner nicht ab. Kritiker werfen ihm vor, damit gegen Audis eigene Regeln verstoßen zu haben, die solche Auftritte ausschließen. Döllner hat seinen Auftritt als im Interesse des Unternehmens verteidigt. Wegen der Angelegenheit kommt am Nachmittag auch der Aufsichtsrat des Autobauers zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen.

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