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Sunday, October 4, 2026

Zahl der Asylanträge in der EU offenbar deutlich gesunken

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Migranten verlassen mit Reisegepäck das Gelände der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs (ZABH).

Stand: 04.10.2026 • 16:03 Uhr

Die Zahl der Asylanträge in Europa ist gesunken - in den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden laut einem Zeitungsbericht im Vergleich zum Vorjahr fast ein Viertel weniger Anträge gestellt. Deutschland liegt auf Platz drei.

In Europa werden offenbar immer weniger Asylanträge gestellt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in der Europäischen Union plus Norwegen und der Schweiz (EU+) 452.969 Schutzanträge registriert, schreibt die Welt am Sonntag vorab unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA). Das ist demnach ein Rückgang von 24,3 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 598.575 Anträgen.

Die Zahlen sind laut der Zeitung in einem neuen, als vertraulich gekennzeichneten Dokument der EU-Kommission vom 1. Oktober 2026 über die Migrationslage in Europa enthalten.

Deutschland an dritter Stelle

Deutschland liegt laut dem Vorabbericht als Zielland bei den Asylanträgen in diesem Jahr nur noch an dritter Stelle. Es wurden hierzulande demnach seit Januar 70.257 Schutzanträge gestellt. Spitzenreiter ist Frankreich mit 98.822 Asylanträgen, gefolgt von Italien mit 78.496 Anträgen. Schlusslichter sind Malta mit 294, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit 83 Anträgen, heißt es weiter.

In Deutschland haben im September mehr Menschen erstmals einen Asylantrag gestellt als im Vormonat. Am langfristigen Rückgang der Zahl der Asylsuchenden ändert das aber nichts. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nahm im vergangenen Monat 5.276 Asyl-Erstanträge entgegen. Das sind 40 Prozent weniger als im September vergangenen Jahres und 70 Prozent weniger als im September 2024, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mit.

Dobrindt verweist auf deutsche und europäische Maßnahmen

"Der deutliche Rückgang der Asylzahlen zeigt: Unsere Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene wirken, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Europäische Union setze den Kurs "zur Wendung des Asylsystems" weiter fort. Dazu gehöre ein Krisenreaktionsmechanismus, der die EU-Außengrenzen vor "gesteuerten Massenanstürmen" schütze, mit einer "schnellen Eingreiftruppe" der EU-Grenzschutzagentur Frontex und Schnellverfahren an den Grenzen.

Die meisten Asylsuchenden aus Afghanistan

Die Mehrzahl der Antragsteller in Deutschland kam laut Welt am Sonntag in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres aus Afghanistan - nämlich 23 Prozent- , aus Syrien kamen 12 Prozent und aus der Türkei 10 Prozent. Auch mit Blick auf die EU plus Norwegen und Schweiz kamen die meisten Antragsteller aus Afghanistan, hier waren es 52.361, aus Venezuela 37.294 und aus Bangladesch 26.497. 6420 Russen stellten ebenfalls einen Asylantrag, schreibt die Zeitung.

Insgesamt stellten laut der Zeitung auch 12.182 Personen aus der Ukraine einen Asylantrag. Dabei wurden die meisten Schutzanträge von Ukrainern in Frankreich (49 Prozent) gestellt, gefolgt von Polen (13 Prozent), Rumänien (6 Prozent) und Deutschland (5 Prozent).

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