Persönliche KI-Agenten: Manus fordert Meta und OpenAI heraus
Das KI-Unternehmen Manus hat eine neue App namens Cue vorgestellt, mit der Nutzer persönliche KI-Agenten für sich arbeiten lassen können. Jeder Agent erhält eine eigene E-Mail-Adresse, Telefonnummer, digitale Geldbörse und einen eigenen Cloud-Computer.
Über ihre eigene E-Mail-Adresse und Telefonnummer können die Agenten laut Manus selbstständig kommunizieren, also Nachrichten verschicken sowie Anrufe und SMS senden und empfangen. Auch Zahlungen innerhalb eines vom Nutzer vorgegebenen Budgets und Arbeiten auf dem eigenen Cloud-Computer sind möglich. Eingehende Anrufe lassen sich an einen Agenten weiterleiten.
KI-Agenten teilen sich die Arbeit
Mehrere Agenten können zudem als Team an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. In einem Beispiel recherchiert einer Veranstaltungsorte, ein zweiter erstellt daraus eine Auswahl und ein dritter eine Präsentation. Die Aufgaben werden dabei untereinander weitergereicht, während der Nutzer die Richtung vorgibt und die endgültigen Entscheidungen trifft.
Cue ist im Web sowie für Android, Mac und Windows verfügbar. Die iOS-Version wurde zur Prüfung im App Store eingereicht. Der Zugang zur Early-Access-Phase erfolgt derzeit per Einladungscode und ist zunächst kostenlos, laut Manus allerdings nur für begrenzte Zeit. Eigene Telefonnummern für die Agenten bietet Manus zunächst nur in ausgewählten Ländern an, ohne diese näher zu benennen.
Cue wurde zusammen mit Manus 2.0, einem großen Update des KI-Agenten des Unternehmens, vorgestellt. Die neue App nutzt laut Manus dieselbe technische Grundlage wie der Manus-Agent. Das Update bringt unter anderem neue Studio-Umgebungen, mit denen Nutzer mithilfe von Manus Videos erstellen und bearbeiten sowie Spiele entwickeln können. Hinzu kommen ein eigener Cloud-Computer für dauerhaft laufende Projekte und Automatisierungen, ereignisgesteuerte Workflows und die Fernsteuerung eines verbundenen Computers.
Wettbewerb um persönliche KI-Agenten
Persönliche KI-Agenten etablieren sich derzeit als neue Produktkategorie, in die sowohl große KI-Labore als auch Start-ups investieren. Meta bietet mit Muse und OpenAI mit Dots entsprechende Lösungen an, daneben hat auch das Start-up Instinct ein gleichnamiges Produkt im Angebot.
Manus wurde ursprünglich in China gegründet und verlegte seinen Sitz später nach Singapur. Meta übernahm das Unternehmen Ende 2025 für rund zwei Milliarden Dollar. Im April 2026 ordnete China die Rückabwicklung an, einen Monat später vollzogen Meta und Manus die operative Trennung. Bei Investoren stößt Manus damit wieder auf großes Interesse. Laut Bloomberg steht Manus vor einer Finanzierungsrunde über 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von vier Milliarden Dollar. Die Gespräche laufen noch.
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