Mehrere Störungen: Russland attackiert zahlreiche Rechenzentren in der Ukraine
Im Angriffskrieg gegen die Ukraine hat das russische Militär zuletzt verstärkt IT-Infrastruktur ins Visier genommen, am Wochenende wurden Rechenzentren verschiedener Unternehmen angegriffen und beschädigt. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters und Mitteilungen der Organisation NetBlocks hervor. Attackiert wurden demnach Rechenzentren von Vodafone Ukraine, Datagroup, Cosmonova, Omega Telecom und DreamLine. Getroffen wurde zudem das Hauptquartier von Kyivstar. Laut der ukrainischen Regierung wurde ein Rechenzentrum in der Hauptstadt Kyjiw am Sonntag sogar zweimal getroffen, wobei zwei Kinder und ein Erwachsener verletzt wurden. Ziel sei es, den Informationsfluss zu unterbinden, zitiert Reuters die Regierung.
Seinen Anfang hat die neue Angriffswelle gegen IT-Infrastruktur laut NetBlocks Ende der vergangenen Woche genommen. Begründet hat Russland die Auswahl der Ziele demnach mit Verbindungen der angegriffenen Rechenzentren zur ukrainischen Armee. Seit Freitag wurden dann immer mehr Standorte attackiert, das russische Militär hat das demnach mit Unterstützung bei der Starlink-Kommunikation (Cosmonova) und der Bereitstellung von Netzwerk- und Datenspeichertechnik für das Militär der Ukraine (Omega Telecom) begründet. Infolge der Angriffe vorige Woche waren laut Reuters zwischenzeitlich rund 100.000 Haushalte in und um Kyjiw von Störungen betroffen.
Die Zivilbevölkerung und Wirtschaft in der Ukraine haben zuletzt primär unter weiterentwickelten russischen Kampfdrohnen mit Jetantrieb zu leiden, ergänzt die Nachrichtenagentur dpa. Die fliegen schneller und höher als ihre Vorgängermodelle mit Propellerantrieb. Neue Abwehrdrohnen sind noch in der Entwicklung. Allerdings sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag auch, dass es mittlerweile gelinge, etwa 55 Prozent der Jetdrohnen abzufangen. Belege dafür gibt es aber nicht. Ihm zufolge hat Russland die Ukraine in der vergangenen Woche mit mehr als 2200 Kampfdrohnen großer Reichweite angegriffen. Auch mehr als 1640 Gleitbomben und 38 ballistische Raketen und Marschflugkörper seien eingesetzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken.
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