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Friday, October 30, 2026

Warum Audi-Mitarbeiter bald Kampfdrohnen bauen sollen

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Autobranche unter Druck: BMW bietet seinen Mitarbeitern hohe Abfindungen; Audi plant, seine Fachkräfte an boomende Rüstungsunternehmen auszuleihen.

30.10.2026 | 1:32 min

Das Damoklesschwert der deutschen Autoindustrie heißt Überkapazität. Rund sechs Millionen Autos könnten jedes Jahr in Deutschland gebaut werden, Beschäftigte und Ressourcen gäbe es genug. Doch es scheitert an den Abnehmern.

2025 wurden in Deutschland 4,1 Millionen Fahrzeuge produziert. Die Fabriken waren also nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet.

Oder anders formuliert: Theoretisch ist jedes vierte Autowerk in Deutschland derzeit überflüssig. Kunden greifen stattdessen immer mehr auf importierte Fahrzeuge zurück, insbesondere chinesische Modelle werden beliebter. Im September stammten 12,6 Prozent aller Neuzulassungen in der EU aus China. Vor fünf Jahren waren es lediglich 0,6 Prozent.

Nach dem Besuch des EU-Handelskommissars in Peking, konnten die Europäer China Zugeständnisse beim Import von Hybridautos abringen.

09.10.2026 | 1:41 min

Großer Andrang auf Abfindungsprogramme in der Autobranche

Die Krise bei Audi, Mercedes, BMW und Co. ist ein altbekanntes Thema, ebenso die daraus resultierenden Spar- und Abfindungspläne. Im Oktober bot BMW manchen Ingenieuren hohe sechsstellige Abfindungen an, wenn sie das Unternehmen freiwillig verlassen. Der Zuspruch war so groß, dass das Programm nach nur drei Wochen vorzeitig beendet wurde.

Die BMW Group hat das mit dem freiwilligen Aufhebungsprogramm gesteckte Ziel frühzeitig erreicht.

BMW-Sprecher

Ähnliche Ansätze gibt es auch bei Mercedes-Benz. Allein im ersten Halbjahr 2026 gab der Konzern 1,1 Milliarden Euro ausschließlich für Abfindungen aus.

Taurus statt A3 - zum Erhalt von Arbeitsplätzen?

Angebote für Aufhebungsverträge wie bei BMW und Mercedes oder Pläne für Vorruhestand und Altersteilzeit gibt es auch bei Audi. Der Ingolstädter Autobauer verfolgt zudem einen neuen Plan, seine Belegschaft zumindest zeitweise zu verkleinern: Mit einer Leihe an Rüstungskonzerne.

VW-Betriebsratschefin Cavallo hat sich im Frühjahr bereits offen gezeigt für Aufträge aus der Rüstungsindustrie.

06.03.2026 | 0:26 min

"Wir müssen Beschäftigung und Fachkräftebedarf stärker zusammendenken", sagt Audi-Personalvorstand Xavier Ros.

Unsere Mitarbeitenden können ihr Know-how dort einbringen, wo es gebraucht wird, erwerben neue Kompetenzen und bleiben gleichzeitig Teil von Audi.

Xavier Ros, Audi-Personalvorstand

Das Konzept ist vergleichbar mit einem Leihgeschäft im Fußball: Interessierte Ingenieure, Projektmanager oder Werkstattbeschäftigte würden weiterhin Audi-Mitarbeiter bleiben und auch ihr Gehalt aus Ingolstadt beziehen, in einem Zeitraum von höchstens zwei Jahren jedoch für ein Rüstungsunternehmen im Umland arbeiten.

Standortsorgen in Neckarsulm wachsen

Das Modell ist zunächst für den Standort Ingolstadt ausgelegt. Für die Belegschaft in Neckarsulm, mit 15.000 Beschäftigten Audis größtem Produktionsstandort in Deutschland, löst es die Standortsorgen also nicht. Nicht erst seit der Ankündigung eines US-Werks, aber erst recht seitdem, gibt es große Ängste um die Zukunft des Standorts.

Bei einem Wahlkampfauftritt von Donald Trump hatte Audi-Chef Döllner den Bau eines neuen Werks in Georgia angekündigt. ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller ordnet die Pläne des Autobauers ein.

26.10.2026 | 1:13 min

"Viele Kolleginnen und Kollegen hat vor allen Dingen der Wahlkampfauftritt sehr erstaunt und sie waren sehr irritiert davon und es gab große Enttäuschung deswegen", berichtet Yvonne Möller von IG-Metall in Neckarsulm. Audi-Chef Döllner hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump ein neues Werk angekündigt.

Durch das Werk in amerikanischen Georgia könnten Audi-Modelle, die gerade noch in Baden-Württemberg produziert werden, ins Ausland abwandern. "Die Beschäftigten hier leben für Audi, wir werden das nicht einfach aufgeben", so Möller.

Unsere gesamte Region ist von Audi abhängig; nicht nur die 15.000 Beschäftigten, sondern auch die Zulieferer, die Handwerker und der Bäcker um die Ecke.

Yvonne Möller, 1. Bevollmächtigte IG-Metall Heilbronn-Neckarsulm

Offiziell hält Audi noch an Neckarsulm fest - doch der Standort dürfte auch künftig immer wieder Thema in Aufsichtsratssitzungen bleiben. Vor allem, wenn es um Zukunftsfragen geht.

Tobias Bluhm ist Redakteur im ZDF-Landesstudio Bayern.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem heute in Deutschland am 30.10.2026 ab 14:00 Uhr.

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