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Wednesday, September 30, 2026

USA beenden offiziell Militäreinsatz im Irak

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Es ist eine Zäsur: Mehr als 20 Jahre nach dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und nach jahrelangen, erbitterten Kämpfen gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) sind die letzten Soldaten der USA aus dem Irak abgezogen.

Die Vereinigten Staaten und ihre Koalitionspartner hätten den Einsatz "Inherent Resolve" abgeschlossen, teilte das Pentagon mit, das Verteidigungsministerium in Washington. Die von den USA angeführte Militärkoalition war 2014 ins Leben gerufen worden, nachdem der IS weite Teile des Irak und Syriens eingenommen hatte.

USA Washington D.C. 2025 | Sean Parnell bei einer Pressekonferenz (02.07.2025)
Pentagon-Sprecher Parnell (Archivbild)Bild: Mark Schiefelbein/AP Photo/picture alliance

Der Einsatz sei "im Einklang mit der gemeinsamen Erklärung der USA und des Irak vom September 2024 und den nationalen Interessen der USA" beendet worden, so Pentagon-Sprecher Sean Parnell. Der Abzug der Truppen und der Ausrüstung vom Luftwaffenstützpunkt Erbil markiere "den erfolgreichen Abschluss der Militärmission, mit welcher der IS im Irak besiegt wurde".

Schrittweiser Abzug seit 2024

Die Regierungen in Bagdad und Washington hatten sich 2024 darauf geeinigt, den Einsatz zu beenden. Die Truppen der internationalen Anti-IS-Koalition zogen sich daraufhin schrittweise aus Stützpunkten im ganzen Land zurück und blieben nur noch in der autonomen Region Nordkurdistan präsent.

"Dieser Meilenstein spiegelt den Erfolg einer zwölfjährigen Kampagne wider, durch die der IS als organisierte militärische Bedrohung im Irak und in der gesamten Region besiegt wurde", heißt es in einer Mitteilung des Pentagons.

Die irakische Regierung trage nun die Hauptverantwortung für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen im Land, teilte das Ministerium in Washington weiter mit. Dazu zählten die verbliebenen Strukturen des IS sowie mit dem Iran verbündete Milizen, die nach US-Einschätzung die irakische Souveränität und die Stabilität in der Region untergraben.

Abzug von rund 2500 verbleibenden Soldaten

In den vergangenen Jahren waren nach Angaben des Pentagons noch rund 2500 US-Soldaten im Irak stationiert. Zuletzt verblieben sie noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als Grüne Zone.

Irak Bagdad 2026 | Soldaten auf gepanzerten Fahrzeugen, die mit Flaggen geschmückt sind (30.09.2026)
Irakische Soldaten bei Militärparade in Bagdad zur Feier des US-AbzugsBild: Ahmad Al-Rubaye/AFP

Irakische Medien berichten, dass in den vergangenen Wochen unter anderem Flugabwehrsysteme verlegt wurden. Die irakische Regierung hatte den vollständigen Abzug der US-Truppen bereits am Sonntag vermeldet. Dies wurde an diesem Mittwoch mit einer Militärparade in Bagdad gefeiert.

Sicherheitslage erneut schlechter

Mittlerweile hat sich die Sicherheitslage im Irak erneut verschlechtert. Grund ist der Krieg gegen das Nachbarland Iran, den die USA Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen haben.

Der Irak, der etwa vier Prozent des weltweiten Ölbedarfs produziert, wurde dabei immer wieder Schauplatz von Angriffen. Die mit dem Iran verbündeten Milizen attackierten dabei unter anderem die US-Botschaft in Bagdad und den Stützpunkt Erbil. Das US-Militär griff seinerseits Ziele der Milizen im Irak an.

Eigentlich sollten die mächtigen, mit dem Iran verbündeten Milizen im Land parallel zum US-Truppenabzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Der von Ministerpräsident Ali al-Saidi angekündigte Schritt wurde dann aber aufgeschoben und soll nun im Juni kommenden Jahres stattfinden.

Abzug 2011 und Rückkehr 2014

Seit 2003 waren - mit Unterbrechung - US-Truppen im Irak. Zunächst marschierten die USA mit Verbündeten ein, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen.

Irak | Saddam Hussein liegt am Boden und wird von einem Soldaten in weißlichem Flecktarn festgehalten (14.12.2003)
Gefangennahme von Diktator Saddam Hussein in Tikrit (2003)Bild: Stringer/EPA/picture allianceFragenErklären

Die Vereinigten Staaten und deren damaliger Präsident George W. Bush begründeten die Invasion seinerzeit damit, dass die Regierung in Bagdad Massenvernichtungswaffen anstrebe. Eine Behauptung, die sich später als falsch herausstellte. Nach einem Abzug 2011 kehrte das US-Militär 2014 auf Bitten der irakischen Regierung zurück, um den IS zu bekämpfen. 

Am Einsatz gegen den IS ist seit 2015 auch die Bundeswehr beteiligt - unter anderem bei der Ausbildung von Soldaten. Das aktuelle Mandat für den Einsatz mit bis zu 500 Kräften aus Deutschland läuft bis kommenden Januar. Bundesaußenminister Johann Wadephul erwartet aber, dass die Bundeswehr auch nach Ende des multinationalen Einsatzes in Erbil präsent bleiben könnte.

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