Rosalie Thomass übt Kritik: Neue "Tatort"-Kommissarin regt Gewalt-Darstellung in Krimis auf

Rosalie Thomass übt KritikNeue "Tatort"-Kommissarin regt Gewalt-Darstellung in Krimis auf
30.09.2026, 10:47 Uhr

Schauspielerin Rosalie Thomass ist ab Oktober im Franken-"Tatort" als Kommissarin zu sehen. Trotz dieser Rolle betrachtet sie TV-Krimis kritisch. Vor allem die darin gezeigte Gewalt gegen Frauen geht ihr gegen den Strich.
Am 25. Oktober löst Schauspielerin Rosalie Thomass ihren ersten Fall als Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber im Franken-"Tatort" mit dem Titel "Gottesgarten". Im Podcast "Zwischen den Zeilen" von Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger äußert sich die Schauspielerin, die auch bereits im "Polizeiruf" Krimierfahrungen sammeln konnte, vorab kritisch über die Darstellung von Gewalt gegen Frauen in Fernsehkrimis. "Die geschändete, blonde, dekorative, nackte Frauenleiche im Gebüsch oder in der Böschung am Fluss - kann ich dir gar nicht sagen, wie lange ich mich da schon drüber aufrege", bestätigte die 39-Jährige entsprechende Kritik, die auch Böttinger zuvor bereits im Podcast geäußert hatte.
Die Moderatorin hatte erklärt, dass sie am "Tatort" und am "Polizeiruf" in den vergangenen Jahren das Motiv der verfolgten, gequälten oder ermordeten Frau oft gestört habe. "Seit vielen, vielen Jahren regt mich das schon auf", pflichtete Thomass Böttinger bei. Sie könne die Begeisterung für True Crime, also für echte Kriminalfälle, gar nicht nachvollziehen: "Ich verstehe das gar nicht, weil die Realität ist ja, dass es jeden zweiten oder dritten Tag einen Feminizid gibt."
Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind - dann spricht man von einem Femizid. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.
"Male Gaze" ist das Problem
Für Thomass ist das eigentliche Problem bei den TV-Krimis der "Male Gaze", also der männliche Blick. Wenn nicht infrage gestellt werde, dass wieder eine Frau "so schön zerstochen" in ihrem Blut liege, dann "finden wir das irgendwann auch alle normal". Bei Szenen mit sexualisierter Gewalt an Frauen könne man etwa überlegen, ob man diese überhaupt braucht oder sie nur über den Ton erzählen könne. Es reiche schließlich, dass "jeder seine schreckliche Fantasie" selbst im Kopf habe.
Thomass legt im Oktober beim Franken-"Tatort" los. Sie spielt Emilia Rathgeber, die neue Kollegin von Felix Voss, der von Fabian Hinrichs verkörpert wird. In ihrem ersten gemeinsamen Fall werden sie zu einem Nürnberger Stundenhotel gerufen, in dem ein Travestiekünstler erstochen aufgefunden wurde.
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