US-Truppen vollständig aus dem Irak abgezogen
Ende von "Operation Inherent Resolve":US-Truppen vollständig aus dem Irak abgezogen
Das US-Militär ist vollständig aus dem Irak abgezogen. Die letzten Soldaten hätten das Land verlassen, teilt das US-Verteidigungsministerium mit. Damit endet eine Zeit von teils heftig umstrittenen Einsätzen in dem Land.
Das Ende der von den USA angeführten Militärmission «Operation Inherent Resolve» im Irak stellt nach Einschätzung des irakischen Sicherheitsberaters Kassim al-Aradschi einen wichtigen Meilenstein dar. Das Ende der Koalitionsmission bedeute nicht das Ende der Partnerschaft, sagte al-Aradschi der Staatsagentur INA zufolge. Sicherheits- und Geheimdienstkooperationen sollen demnach fortgesetzt werden.
Nach zwölf Jahren soll der Abzug nun formell abgeschlossen sein. Auf den Abzug hatten sich der Irak und die USA 2024 geeinigt. In den vergangenen Jahren waren nach Angaben des Pentagons noch rund 2.500 US-Soldaten im Irak stationiert. Zuletzt verblieben sie noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als Grüne Zone.
IS hat sein Herrschaftsgebiet verloren
Seit 2014 führten die USA im Irak und in Syrien mit verbündeten Staaten den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die dort 2017 beziehungsweise 2019 für militärisch besiegt erklärt wurde. IS-Zellen sind weiterhin aktiv und verüben vereinzelt auch Anschläge. Die sunnitische Terrororganisation hat aber die großen Gebiete verloren, die sie einst in beiden Ländern kontrollierte.
Mit dem Iran-Krieg hat sich die Sicherheitslage auch im Irak erneut verschlechtert. Washington und Teheran trugen ihren Konflikt dort in den vergangenen Jahren immer wieder aus und standen mehrfach am Rande eines Krieges. Im laufenden Iran-Krieg kam es zu hunderten Angriffen unter anderem auf US-Einrichtungen und -Soldaten im Irak, aber etwa auch auf Ziele kurdischer Kräfte.
Iraker feiern «Tag der Unabhängigkeit»
Der Iran und Iran-treue Kräfte dürften den Abzug feiern. Ab Mittwoch finden im Irak vier offizielle Feiertage statt. Diese sollen als «Tag der Unabhängigkeit» gefeiert und öffentliche Einrichtungen dann geschlossen bleiben.
Eigentlich sollten die mächtigen, mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak parallel zum US-Truppenabzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Der von Ministerpräsident Ali al-Saidi angekündigte Schritt wurde aber aufgeschoben und soll im Juni kommenden Jahres stattfinden.
Abzug 2011 und Rückkehr 2014
2003 waren die USA mit Verbündeten trotz internationaler Kritik im Irak einmarschiert, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen. Nach einem Abzug 2011 kehrte das US-Militär 2014 auf Gesuch der irakischen Regierung zurück, um den IS zu bekämpfen.
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