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Friday, September 18, 2026

Ökonom zu Spritpreis-Paket: "Kein gutes Signal"

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Ob die Steuersenkungen tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen, sei ungewiss, sagt Ökonom Henning Vöpel bei ZDFheute live. Es könne sein, dass Mineralölkonzerne Gewinne für sich verbuchen.

18.09.2026 | 13:24 min

Der Ökonom Henning Vöpel hält den neuen Tankrabatt, auf den sich die Bundesregierung am Freitagabend mit den Ländern geeinigt hat, für "kein gutes Signal an die Bürger".

Angesichts immer neuer Spritpreis-Rekorde hatte die Koalition ein Entlastungspaket erarbeitet. Zum 1. Oktober soll ein neuer Tankrabatt kommen, außerdem ist spätestens ab Januar 2027 ein "nicht dauerhafter, krisenbedingter" Spritpreisdeckel geplant, also ein Maximalpreis an den Tankstellen, den die Regierung vorgibt. Weitere Maßnahmen, die sich an energieintensive Unternehmen und besonders belastete Bürger richten, könnten folgen.

Wie wirkungsvoll ist das Paket der Bundesregierung? Das ordnete Vöpel, Leiter des Centrums für Europäische Politik, bei ZDFheute live ein.

Sehen Sie das Interview im Video in voller Länge oder lesen Sie es hier in Ausschnitten. Das sagte Vöpel ...

... zum geplanten Tankrabatt

Der Tankrabatt sei "kein gutes Signal" an die Bürger, so Vöpel. Er sei "nicht geeignet, um den Glauben an die Politik zurückzubringen". Es sei sehr durchschaubar, dass die Maßnahmen mit den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag zusammenhingen. "Das ist schwierig."

In den vergangenen Tagen erreichten die Spritpreise neue Rekorde - jetzt reagiert die Regierung. Ein Spritpreisdeckel und ein Tankrabatt sollen Erleichterung bringen.

18.09.2026 | 1:30 min

Ein Tankrabatt sei "sehr teuer" und zugleich "wenig zielgenau", weil er nach dem Gießkannenprinzip funktioniere, statt die besonders stark betroffenen Gruppen zu entlasten.

Dieses Instrument, was gewählt worden ist, ist nicht besonders sozial.

Henning Vöpel, Ökonom

... zur Marktmacht der Mineralölkonzerne

Die vermutete Marktmacht, also Spielräume für die Ölkonzerne bei der Preisgestaltung, "die gibt es offenbar", sagte Vöpel. Die Bundesregierung denke deswegen auch über eine sogenannte Übergewinnsteuer nach. Sie will sich auf europäischer Ebene für eine Durchsetzung stark machen.

Jedoch müsste man sich die Preisbewegungen sehr genau anschauen, so der Ökonom. Einen Übergewinn nachzuweisen sei "äußerst schwierig".

Die Spritpreise an den Tankstellen erreichen Rekordwerte – die Bundesregierung reagiert darauf mit neuen Maßnahmen. ZDFheute live analysiert die Pläne.

18.09.2026 | 20:10 min

Die jetzt angekündigte Senkung der Energiesteuer - der Tankrabatt - könnte dagegen sogar zu weiteren Spielräumen für die Mineralölkonzerne führen, warnte Vöpel. "Das heißt, es könnte der unangenehme Effekt auftreten, dass der Staat Steuereinnahmen verliert und die Konzerne das als Gewinn verbuchen."

Ob es wirklich zu einer Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher kommt, ist ungewiss.

Henning Vöpel, Ökonom

Ein Spritpreisdeckel, wie er geplant sei, könne ein mögliches Instrument sein, um Marktmacht zu begrenzen, sagte Vöpel. Allerdings sei er "kein ganz einfacher Markteingriff" und setze eine wirksame Methode voraus. Im Prinzip müsse dazu tagesaktuell berechnet werden, welcher Benzin- und Dieselpreis unter den gegebenen Umständen realistisch sei. Die Preisobergrenze müsse also ständig angepasst werden.

Langfristig gelte es außerdem, die Marktmacht der wenigen Mineralölkonzerne zu brechen, indem man für mehr Wettbewerb sorge.

Tankrabatt und Spritpreisdeckel kommen. Besonders der Spritpreisdeckel sei ein strittiger Punkt in der Koalition gewesen, so die Leiterin des Hauptstadtstudios Diana Zimmermann.

18.09.2026 | 2:19 min

... zu alternativen Lösungen

"Man wird schnellstmöglich dafür Sorge tragen müssen, dass es solche Mechanismen gibt, wirklich die Betroffenen zu entlasten, direkt zu entlasten, wirksam zu entlasten, aber nicht alle mit der Gießkanne pauschal zu entlasten", sagte Vöpel. Das gehe entweder über Direktzahlungen oder zum Beispiel, indem die Bürger Tankbelege bei ihrer Einkommensteuererklärung angerechnet bekommen.

Von weiteren Tankrabatten hält der Ökonom wenig:

Politik wird nicht auf jede dieser Krisen mit ähnlichen Maßnahmen antworten können. Dafür gibt es eigentlich keine Spielräume.

Henning Vöpel, Ökonom

Denn Benzin und Diesel seien auf dem Markt knapper geworden, was die Preise verteuere. Diese Knappheit lasse sich nicht "wegsubventionieren", warnte Vöpel. In den kommenden Jahren werde es vermutlich weitere Krisen geben - "auch größere und tiefere Krisen als die, die wir gerade haben".

Deswegen gelte es, gerechter zu verteilen und gezielter zu entlasten.

Das Interview führte ZDFheute live-Moderatorin Sara Bildau. Die Auswertung ist von Anja Engelke.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 18.09.2026 ab 20:15 Uhr.

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