Millionen für Palästinenser: Ed Sheeran und Macklemore überbieten sich mit Spenden

Millionen für PalästinenserEd Sheeran und Macklemore überbieten sich mit Spenden
17.09.2026, 17:15 Uhr
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Die Aufregung um den Ausschluss des Rappers Macklemore von Ed Sheerans US-Tour ist noch nicht verebbt. Nicht nur im Netz tobt die Debatte darüber, in die sich auch Promis und Künstler einschalten. Jetzt überbieten sich beide Seiten auch mit Spendenankündigungen.
Bislang sah es stets so aus, als würden alle den Superstar Ed Sheeran lieben. Doch der Ausschluss des Rappers Macklemore von der US-Tour des Briten, weil dieser im Vorprogramm unter anderem den Slogan "Free Palestine" skandiert hatte, stellt plötzlich alles auf den Kopf. Für viele ist Sheeran nun auf einmal der Buhmann.
Im Netz wird der 35-Jährige mitunter übel angefeindet und in Fotomontagen etwa als orthodoxer Jude mit Schläfenlocken verspottet. Auch andere Künstler und Promis geben ihm die Schuld daran, dass die Auseinandersetzung um Macklemores Aussagen eskaliert ist - allen voran Bands wie Massive Attack und Garbage, der frühere Pink-Floyd-Musiker Roger Waters oder die Aktivistin Greta Thunberg, die alle längst propalästinensische Positionen beziehen. Oder - wie Kritiker ihnen anlasten - antisemitische.
Doch auch Künstler wie die dänische Band Lukas Graham, die sich bislang nicht öffentlich in die Nahost-Debatte eingemischt hatte, gehen auf Distanz zu Sheeran. Sie sind schließlich eine der vier ursprünglich noch verbliebenen Vorbands auf Sheerans US-Tour, die nach dem Rauswurf Macklemores samt und sonders ihren Dienst quittierten.
War Ed Sheeran machtlos?
Dabei hat Sheeran bereits erklärt, dass er im Grunde machtlos gewesen sei. Nach den Konzerten in New Jersey, bei denen Macklemore im Vorprogramm aufgetreten war, hätten mehrere Veranstaltungsorte angekündigt, die kommenden Shows abzusagen, sollte der Rapper weiter Teil der Tour sein. Eine Woche lang habe er mit den Betreibern gesprochen, dazu mit Promotern und Aktivisten beider Seiten. Letztlich sei die Entscheidung des Veranstalters aber endgültig gewesen.
Er selbst habe gar keinen Vertrag mit Macklemore gehabt, erläuterte Sheeran überdies und versicherte: Auch er sei über den Konflikt zwischen Israel und Palästina entsetzt. Das Leid auf beiden Seiten halte er für eine menschliche Tragödie.
Doch die Auseinandersetzung um Macklemores Rauswurf wirkt nicht nur in den Debatten um sie weiter nach. Nun scheinen alle Seiten ihre gute Gesinnung auch finanziell zum Ausdruck bringen zu wollen. So kündigte Macklemore an, seine Einnahmen aus den beiden Auftritten bei der Ed-Sheeran-Tour in Höhe von einer Million Euro an Organisationen spenden zu wollen, die die Palästinenser unterstützen.
Stadion-Eigentümer wehrt sich
Das wiederum rief nun Robert Kraft, den Eigentümer des Gillette Stadiums in Foxborough, auf den Plan, der in erster Linie Macklemores Ausschluss forciert haben soll. Ihm zufolge hatte Ed Sheeran ebenfalls die Idee Geld zu geben, um "in der Region bei der Bekämpfung dieser humanitären Krise zu helfen" - und das noch vor der Spendenankündigung des Rappers.
So erklärte Kraft in den sozialen Netzwerken, Sheeran habe ihn mit der Bitte kontaktiert, seine eigene Gabe von zwei Millionen Dollar zu verdoppeln. Überdies wolle der Musiker weitere Stadion-Eigentümer in der Sache kontaktieren. Das gemeinsame Ziel sei es, "weiterhin zusammenzuarbeiten, um Brücken zu bauen".
Zugleich setzte sich Kraft in seiner Botschaft gegen die Kritiker zur Wehr: "Ich habe einen großen Teil meines Lebens dem Brückenbauen zwischen allen Menschen gewidmet. Ich glaube fest daran, dass alle Leben schützenswert sind", betonte der 85-Jährige. Jenen, die sich für die palästinensische Bevölkerung einsetzten, wolle er zudem mitteilen, dass er seit Jahrzehnten Projekte unterstütze, die Palästinensern Chancen eröffneten. Er habe junge Palästinenser und Israelis zusammengebracht, damit sie Unternehmen aufbauten, Arbeitsplätze schafften und Beziehungen knüpften.
"Breite Historie antisemitischer Rhetorik"
Kraft hatte zuvor Macklemore, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, vorgeworfen, er bringe eine "breitere Historie antisemitischer Rhetorik" mit, was für die jüdische Gemeinde zutiefst verletzend sei. Seine Veranstaltungsstätte sei jedoch keine Plattform für Hassreden.
Macklemore, der sich seit Jahren propalästinensisch äußert, bestreitet hingegen den Vorwurf, er bediene bei seinen Shows und in Liedtexten antisemitische Stereotype. Der Vorwurf des Antisemitismus werde vielmehr genutzt, um Kritik am Staat Israel abzuwehren, hatte er etwa in einem ersten Post zu der Auseinandersetzung um seine Auftritte während der Ed-Sheeran-Tour erklärt.
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