„Minecraft Dungeons 2“ angespielt: „Diablo“-Light in der Klötzchenwelt
„Minecraft Dungeons“ war bunt, kurz und etwas vorhersehbar. Aufgrund der großen Marke war es dennoch ein Erfolg. Kein Wunder, dass Microsoft und Mojang mithilfe von Double Eleven nachlegen. Das Endergebnis ist größer und abwechslungsreicher, verzichtet aber auf ausufernde Talentbäume der Konkurrenz von „Diablo“ oder „Path of Exile“. Stattdessen dürfen sich die Fans auf puristische Genre-Action und auf eine neue Dimension im Minecraft-Universum freuen.
Dungeon Crawler im Minecraft-Universum
Stress im Land, Held zur Hand! Wieder einmal sind die bösen Illager am Herumbeschwören und stürzen die Minecraft-Welt ins Chaos. Gut, dass unsere Heldin noch nichts verlernt hat. Also schnappt sie sich ihr Schwert und lehrt den Bösen das Fürchten. Klar, irgendwo ist Endzeitstimmung, aber in dieser schnuckeligen Klötzchenwelt ist alles ein wenig harmloser und netter als in der Dark Fantasy der Konkurrenz.
„Minecraft Dungeons 2“ im Test (5 Bilder)

heise medien
)Überall laufen kleine Tiere herum, Blut fließt nicht und die bösen Zauberer wirken eher wie nette Onkel, die vom Weg abgekommen sind. Kurz, „Minecraft Dungeons 2“ bleibt der Marke treu. Ähnlich wie der Vorgänger richten sich Story und Spiel an jüngere Fans, die plattformübergreifend gerne allein, im Couch-Koop-Modus oder online mit bis zu drei Freunden in den Kampf ziehen.
Im „Diablo“-Stil kämpfen sich die Spieler durch die Klötzchenwelt und sammeln Beute ein. Natürlich funktioniert auch hier die Suchtspirale aus Looten & Leveln. Auf den ersten Blick hat sich spielerisch wenig zum Vorgänger geändert. Klassen gibt es nicht. Stattdessen bestimmt die Ausrüstung den Spielstil. Kampffäuste für schnelle Attacken oder Sensen für das grobe Klötzchengemetzel. Wer will, kann sich auch mit einer Sprungattacke in die Gegner stürzen. Dazu können sich die Spieler jetzt eine komplette Rüstung vom Kopf bis zu den Füßen zusammenstellen. Artefakte und Talismane sorgen für Buffs oder spezielle Attacken wie eine lähmende Wurzel.
Ebenso schlicht fallen die Haupt- und Nebenquests aus. Hier mal ein bisschen Holz für eine Brücke suchen, dort ein paar Siedler befreien. Einmal gestorben, können sich die Spieler schnell wieder an den Ort des Geschehens zurückteleportieren. Dabei ändern sich aber die Gegner und sorgen für Abwechslung. Die Aufgaben führen uns durch verschiedene Gebiete, von den bekannten grünen Feldern über Eislandschaften in eine ganz neue Minecraft-Spielwelt: den Sift.
Neue Dimension
Der Sift ist die erste neue „Minecraft“-Dimension seit 15 Jahren. Er feiert in „Minecraft Dungeons 2“ Premiere, bevor er im nächsten Jahr offiziell Teil des „Hauptspiels“ wird. Während auf der Oberwelt und im Nether Herausforderungen auf die Spieler warten, sieht der Sift wie das Land hinter dem Regenbogen aus. Alles ist noch eine Spur bunter. Helle Farben, knuddelige Tierchen und musikalische Echo-Golems runden die Esoterik-Idylle ab. Daran ändern auch die Monster nichts, die hier herumlaufen.
Insgesamt ist die Welt im Vergleich zum Vorgänger größer geworden und bietet mehr Abwechslung. Überall stehen Kisten mit Edelsteinen herum und beim Überstehen einer Gegnerwelle droppt wertvolle Ausrüstung. Diese schleppen die Spieler am besten gleich zum Zauberer, um sie mit Blitz- oder Feuerzaubern zu veredeln oder die Waffenwertigkeit zu erhöhen. Talentbäume gibt es dagegen nicht. Wie der Vorgänger bricht „Minecraft Dungeons 2“ das „Diablo“-Prinzip auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Das spielt sich entspannt und frustfrei – wären da nicht die knackigen Boss-Kämpfe. Gegen Riesengolems brauchten wir in unseren Anspielstunden schon mehrere Anläufe, weil sich unsere Klötzchenheldin nicht so geschmeidig steuern wollte wie bei der Konkurrenz. Echter Frust kam aber nicht auf – Ausrüstung geht bei einer Niederlage nicht verloren und die Teleport-Funktion sorgt für einen flüssigen Spielverlauf.
Herausforderungen kommen erst nach Ende der rund zehnstündigen Story-Kampagne. Das Endgame bietet stärkere Gegner und bessere Beute. Insbesondere im Team mit Freunden ist das die ideale Möglichkeit, ein wenig mit der Ausrüstung zu experimentieren. Für die Zukunft hat das Entwicklungsstudio weitere Endgame-Inhalte und DLCs angekündigt.
Zwischenfazit
„Minecraft Dungeons 2“ ist schon wie der Vorgänger eine Art „Diablo“-Light. Mojang und Double Eleven bauen auf puristische Monster-Schnetzeleien mit Wusel-Faktor, ohne in unseren Anspielstunden die Spieltiefe der Konkurrenz zu erreichen. Wer hier zahlreiche Tüfteleien an der Ausrüstung oder eine spannende Story erwartet, wird enttäuscht sein. Alles ist bunter, netter und zugänglicher. Frust kommt nur selten auf. Das wird in erster Linie junge Spieler ansprechen, die am besten gleich mit Freunden ihr Abenteuer starten. Ein guter Einstieg in das populäre Genre, ohne den komplexen spielerischen Ballast der Konkurrenz.
„Minecraft Dungeons 2“ erscheint am 29. September für Windows, Xbox Series, PS5, Nintendo Switch und Switch 2. Es kostet rund 30 Euro und ist im Game Pass enthalten. USK ab 12. Für unser Angespielt sind wir ein paar Stunden in der Windows-Version durch die Minecraft-Welt gezogen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.