Nach Covid-Betrug: Jetzt wehrt sich Patrick Fischer gegen Sperre

Darum gehts
- Die IIHF hat Ex-Nationaltrainer Patrick Fischer wegen eines gefälschten Corona-Zertifikats bei Olympia 2022 bis 2030 gesperrt.
- Fischer zieht die vierjährige Sperre nun an den internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne weiter.
- Streitpunkt ist nicht das Vergehen selbst, sondern die Dauer der Sperre – vergleichbare Fälle wurden deutlich milder sanktioniert.
Vor wenigen Monaten wurde Patrick Fischer kurz vor der Heim-WM wegen seines gefälschten Corona-Zertifikats bei den Olympischen Spielen 2022 als Nationaltrainer der Schweiz entlassen. Es begannen hitzige Diskussionen rund um den 50-Jährigen.
Letzte Woche wurde dann bekannt, dass der ehemalige Eishockey-Nationaltrainer vom Eishockey-Weltverband IIHF für vier Jahre gesperrt wird. Nun vermelden die Zeitungen von CH Media, dass er dieses Urteil an den internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne weiterzieht. Das CAS ist als internationales Schiedsgericht im Sport die höchste Instanz in der Sportjustiz.
Es geht um die Dauer der Sperre
Im Rekurs geht es laut des Berichts nicht um einen Freispruch: Patrick Fischers Vergehen, ein gefälschtes Impfzertifikat für die Olympischen Spiele 2022, ist unbestritten und wegen Urkundenfälschung bereits strafrechtlich sanktioniert worden. Streitpunkt ist allein die Dauer der vierjährigen IIHF-Sperre.
Vergleiche mit Urkundenfälschungen im Zusammenhang mit der Corona-Impfung zeigen eine deutlich mildere Sportjustiz: Evander Kane erhielt für ein gefälschtes Impfzeugnis in der NHL 21 Spiele, drei NFL-Profis je drei Spiele. Besonders relevant sind die Fälle der deutschen Trainer Markus Anfang und Florian Junge, die trotz strafrechtlicher Folgen vom DFB für ein Jahr beziehungsweise zehn Monate gesperrt wurden.
Was macht Swiss Sport Integrity?
Das CAS als höchste Instanz der Sportjustiz könnte damit auch mit Blick auf das bei Swiss Sport Integrity noch hängige Verfahren entscheiden. Bestätigt es die vier Jahre, könnte SSI versucht sein, diese Sanktion auf den nationalen Sport zu übertragen. Derzeit darf Fischer weltweit arbeiten, auch in der National League, jedoch keine Teams an IIHF-Wettbewerben betreuen.
Auf Anfrage von 20 Minuten teilte Swiss Sport Integrity zuletzt mit: «Swiss Sport Integrity hat den Entscheid der IIHF ebenfalls erhalten und wird ihn nun rechtlich würdigen. Weitere Informationen für die Öffentlichkeit folgen nach Abschluss des Falls.»
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Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredakteur und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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