100 Jahre Pu der Bär
Winnie Puuh wird 100: Zum Jubiläum führen die Spuren in den Ashdown Forest, an Schauplätzen der Geschichten des legendären Puuh der Bär.
12.10.2026 | 1:52 minAn diesem Dienstagvormittag Anfang Oktober regnet es in Hartfield im Süden Englands in Strömen. Drinnen im Pooh Corner ist es dafür umso gemütlicher: Im Kamin lodert ein Feuer, die Wände sind mit Zeichnungen von Pu dem Bären geschmückt, es gibt Tee aus Pu-der-Bär-Tassen und Toasts in Pu-der-Bär-Form.
Eine Schatzkammer rund um den Welterfolg
Das Museum mit angeschlossenem Shop und Café widmet sich dem berühmten Bären, der nun seinen 100. Geburtstag feiert. Neil Reed, Inhaber des Pooh Corner, führt stolz durch seine Sammlung: In den Regalen die Spielfiguren, Brettspiele und Plüschtiere, an den Wänden die Filmplakate. Dazu gibt es die ersten englischen Originalausgaben von A. A. Milne mit Illustrationen von E. H. Shepard, die am 14. Oktober 1926 erschienen sind.
Die erste Geschichte über den Bären erschien allerdings schon früher: Am Heiligabend 1925 veröffentlichte die Zeitung London Evening News "The Wrong Sort of Bees", also "Die falsche Sorte Bienen".
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"Es war dieser Artikel, von dem wir heute nur noch ein oder zwei Exemplare kennen, der eine Welle der Begeisterung für Pu der Bär auslöste", erklärt der 52-jährige Reed, während er auf den eingerahmten Artikel zeigt. Einen Schritt weiter stehen Bilder des Schriftstellers Milne zusammen mit seinem Sohn Christopher Robin und dessen Teddybären. Die Inspiration für den Welterfolg.
Aus Kuscheltieren werden Helden
"Die Geschichten begannen damit, dass Milne seine Frau Daphne beobachtete, wie sie mit Christopher Robin spielte und seinen Kuscheltieren dabei entzückende Stimmen gab", erzählt Reed. Häufig sei der Schriftsteller durch den Ashdown Forest spaziert und habe sich dort seine Figuren ausgedacht. Aus der englischen Landschaft wurde der fiktive Hundertsechzig-Morgen-Wald - und aus den Kuscheltieren eines kleinen Jungen ein weltweites Phänomen.
Der Hundertsechzig-Morgen-Wald
Der Ashdown Forest liegt nur wenige Kilometer vom Pooh Corner entfernt. Noch heute können Besucher die Schauplätze aus der Geschichte entdecken. Vom höchsten Punkt, in 223 Metern, reicht der Blick über verregnete Felder, schmale Wege und hohe Nadelbäume. Wo in den Geschichten Sechs Kiefern liegt, erinnert heute eine Gedenktafel an den Autor Milne und Illustrator Shepard.
Für Pu-Liebhaber führt außerdem kein Weg an der sogenannten Pooh-Sticks-Bridge vorbei. Von hier aus kann man das berühmte Pu-Stöckchen-Spiel spielen: Man stellt sich mit seinen Liebsten auf die Brücke, lässt auf der einen Seite die Stöcke ins Wasser fallen und schaut, wessen Stock als Erstes auf der anderen Seite wieder auftaucht.
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Inzwischen wurden Milnes Geschichten in 72 Sprachen übersetzt. 1961 sicherte sich Walt Disney die Filmrechte; 1966 folgte der erste Zeichentrickfilm "Winnie the Pooh and the Honey Tree", also "Winnie Puuh und der Honigbaum", der auf den ersten beiden Kapiteln basiert.
Dass Pu der Bär ein Jahrhundert später immer noch so beliebt ist, hat für Reed einen besonderen Grund: "Es gibt keinen Bösewicht, es gibt keine Kämpfe und keinen Streit." Stattdessen gehe es um eine Gruppe von Freunden, die schlichtweg versuche, gemeinsam mit den Herausforderungen umzugehen, die ihnen begegnen.
Ob Pu-Stöckchen oder ein Spaziergang mit den besten Freunden: Auch 100 Jahre später zeigt Pu der Bär, worauf es wirklich ankommt. Frei nach seinem Motto: Die kleinsten Dinge nehmen den größten Platz im Herzen ein.
Über dieses Thema berichtete die Sendung heute in Europa am 12.10.2026 um 16 Uhr.
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