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Tuesday, September 22, 2026

Iran-Krieg: Die schwierige Suche nach einem Ausweg

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Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges hat sich der Konflikt auf zwei strategisch wichtige Schifffahrtswege ausgeweitet. Neben der Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs an Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) transportiert werden, steht inzwischen auch eine zweite zentrale Route für den Energiehandel unter Druck: das Rote Meer. Die vom Iran unterstützten Huthi haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet und dabei zunehmend Energieinfrastruktur sowie Exportwege über das Rote Meer ins Visier genommen.

Nach Angaben der New York Times rief der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am Sonntag US-Präsident Donald Trump an, um ihn erneut eindringlich zu bitten, einzugreifen und den raschen Vormarsch der Gruppe zu stoppen.

Trump soll zeitweise Luftangriffe auf die Huthi erwogen haben, diese Pläne jedoch wieder verworfen haben. Fox News berichtete am Sonntag, Trump habe erklärt, die Huthi hätten zugesagt, keine US-Ziele anzugreifen. Das US-Nachrichtenportal Axios meldete zudem, Trump habe bereits in der vergangenen Woche eine saudische Bitte um Angriffe auf die Huthi abgelehnt.

Zwischen Militäraktionen und Diplomatie

US-Präsident Donald Trump versucht vor dem Hintergrund steigender Benzin- und Dieselpreise sowie der innenpolitischen Lage vor den Zwischenwahlen am 3. November, seine erklärten Ziele im Iran-Krieg zu erreichen.

"Präsident Trump will den Iran-Krieg aus einer Position heraus beenden, die es ihm ermöglicht, für sich in Anspruch zu nehmen, dass Irans nukleare und militärische Fähigkeiten erheblich geschwächt, die Freiheit der Schifffahrt wiederhergestellt und Teheran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch gezwungen wurde", sagt die Iran-Expertin Fatemeh Aman auf Nachfrage der DW. Aman, die unter anderem für das Middle East Institute, den Atlantic Council, RFE/RL und Voice of America tätig war, betont jedoch, dass eine schlüssige Strategie zur Erreichung dieses Ziels bislang nur schwer zu erkennen sei.

Welthandel: Die Gefahr auf den Weltmeeren wächst

Zwischen militärischem Druck und einer politischen Lösung klafft weiterhin eine Lücke. Die USA haben Iran erhebliche militärische und wirtschaftliche Kosten auferlegt und offenbar Fortschritte dabei erzielt, die militärischen Fähigkeiten des Landes zu schwächen. Weder eine Kapitulation Teherans noch ein dauerhaftes Abkommen konnten sie damit bislang erreichen.

Am Mittwoch will Trump in Washington den chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen. China ist mit Abstand der größte Käufer iranischen Öls und ein wichtiger politischer Partner Teherans. Washington dürfte bei dem Treffen auch über Chinas wirtschaftliche und finanzielle Verbindungen zum Iran sprechen und darauf hoffen, dass Peking seinen Einfluss auf Teheran nutzt – insbesondere mit Blick auf die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus.

Gleichzeitig hat Trump seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian signalisiert, der zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York reist. Auch führende Vertreter der Golfstaaten werden in den kommenden Tagen in den USA erwartet. Laut dem US-Portal Axios will Trump am Rande der UN-Generalversammlung mit Vertretern mehrerer Golfstaaten über den Iran-Krieg beraten.

Golfstaaten wollen keine weitere Eskalation

Zwischen Iran und seinen arabischen Nachbarn am Golf zeichnet sich bislang keine gemeinsame Linie ab. Ein geplantes Treffen zwischen Iran, den Golfstaaten und dem Irak wurde in der vergangenen Woche abgesagt. Möglicherweise steht die Absage im Zusammenhang mit den jüngsten Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien.

Die zunehmende Rivalität zwischen Saudi-Arabien und den VAE

"Auf den ersten Blick scheint es zwischen Iran und den Golfstaaten kaum Gemeinsamkeiten zu geben", sagt Farzan Sabet, Nahost-Experte am Geneva Graduate Institute, auf Nachfrage der DW. „Doch hinter den Kulissen besteht zumindest ein gemeinsames Interesse daran, eine weitere militärische Eskalation zu verhindern."

Die Golfstaaten hätten erkannt, dass sie eine direkte militärische Konfrontation mit Iran kaum gewinnen könnten. Deshalb setzten sie grundsätzlich eher auf Deeskalation und eine pragmatische Entspannung der Beziehungen zu Teheran. Eine Einigung sei derzeit jedoch nicht in Sicht. Insbesondere Irans Forderungen nach einer stärkeren Kontrolle über die Straße von Hormus gingen aus Sicht der Golfstaaten zu weit.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Krieg im Jemen die Spielräume für eine Annäherung begrenzt. Saudi-Arabien etwa dürfte nur schwer zu Zugeständnissen bereit sein, solange das Land gleichzeitig durch Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi unter Druck gesetzt wird.

Auf zweigleisige Strategie setzen

Eine dauerhaft feindselige, von den USA unterstützte Golf-Koalition wäre für Teheran strategisch kostspielig, sagt Aman. Daher könnte Iran eine zweigleisige Strategie verfolgen: Widerstand gegen eine von Washington angeführte Eindämmungsarchitektur leisten und den Golfstaaten zugleich ein alternatives Modell regionaler Sicherheit anbieten, das auf Ausgleich und Dialog basiert. Die Golfstaaten seien schließlich nicht nur Rivalen, sondern auch Nachbarn Irans – und an dieser geografischen Realität könne keine Seite etwas ändern.

Nach Angaben des iranischen Sicherheitsfunktionärs Mohsen Resai fordert Teheran von den USA ein Ende der Kämpfe an allen Fronten. Zudem verlangt Iran die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie die Aufhebung der Seeblockade. Gespräche mit Katar und Oman würden demnach fortgesetzt. Nun warte Teheran auf eine Antwort von US-Präsident Donald Trump. 

Ob diese diplomatischen Kanäle den Krieg beenden können, bleibt ungewiss. Washington, Teheran und die Golfstaaten verfolgen weiterhin unterschiedliche Ziele.

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