Staaten brauchen dringend Geld: Rumänien bietet hohe Anleiherendite gegen Blut

Staaten brauchen dringend GeldRumänien bietet hohe Anleiherendite gegen Blut
25.09.2026, 16:23 Uhr

Weltweit versuchen Regierungen, Privatanleger zum Kauf von Staatsanaleihen zu bewegen. Rumänien lockt mit einem ganz besonderen Angebot und schlägt so zwei Fliegen mit einer Klappe.
Die Renditen für Staatsanleihen weltweit steigen seit Monaten. Die Aussicht auf höhere Zinsen und Staatsschulden sowie die hartnäckige Inflation haben die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen über die Marke von fünf Prozent getrieben - den höchsten Stand seit 2007. Rumänien bietet sogar mehr als sieben Prozent für seine Anleihen. Allerdings nur gegen Blut, genauer gesagt eine Blutspende.
Staaten auf der ganzen Welt versuchen angesichts ihrer hohen Schulden, mit besonderen Angeboten Käufer für ihre Anleihen zu finden. Rumänien lockt im Gegenzug für eine Blutspende mit einen Prozentpunkt mehr als dem marktüblichen Zinssatz, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.
Mit dem "Anleihen-gegen-Blut"-Programm schlägt Rumänien zwei Fliegen mit einer Klappe, werden doch damit auch wertvolle Blutreserven generiert. Zehntausende Privatanleger spendeten seit Anfang des vergangenen Jahres dem Bericht zufolge Blut und spülten damit umgerechnet mehr als 600 Millionen US-Dollar in die Staatskasse.
Nicht nur in Rumänien, sondern von Italien über Japan bis Brasilien wollen Regierungen Privatanleger dazu bewegen, Staatsanleihen zu kaufen. Privatanleger sind für Staaten auch deshalb interessant, weil sie dazu neigen, gekaufte Anleihen zu halten - im Gegensatz etwa zu Hedgefonds. Der Anteil von Privathaushalten unter den Anleihegläubigern weltweit wächst. Rumäniens Kleinanlegerprogramm einschließlich der "Anleihen gegen Blut" deckt laut Bloomberg heute fast ein Fünftel des gesamten Kreditbedarfs des Landes.
Kritiker der Privatanleger-Programme bemängeln dagegen die Kosten von höheren Renditen oder auch Steuererleichterungen. In den meisten Ländern verringerten die Programme zudem die Haushaltsdefizite nicht nennenswert. Auf der anderen Seite fehlt Banken infolge solcher Anleiheläufe Geld auf Konten von Privatkunden, wie es in dem Bericht weiter heißt. In manchen Fällen könnten die daraus folgenden Risiken für Banken sogar die Finanzstabilität gefährden.
Rumänien rechtfertigt die hohen Kosten mit dem sozialen Vorteil. Ziel sei, die Blutspende zu fördern.
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