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Wednesday, October 14, 2026

Kein klassischer Rebuild: Wie Dallas den Spagat mit Flagg meistern will

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Die Dallas Mavericks haben mit Cooper Flagg ihren Star der kommenden Jahre gefunden. Entsprechend soll alles auf den 19-Jährigen ausgerichtet werden. Leicht ist das nicht, denn die Mavericks knabbern noch immer nach den Nachwehen der Ära Luka Doncic.

Zukunft und Gegenwart: Cooper Flagg mit Kyrie Irving

Zukunft und Gegenwart: Cooper Flagg mit Kyrie Irving Jerome Miron-Imagn Images

Dallas Mavericks: Was wurde in der Offseason gemacht?

In Dallas wurden alte Zöpfe abgeschnitten. Nach der Entlassung von GM Nico Harrison fanden die Texaner im Sommer endlich eine neue Führungsriege. Raptors-Architekt Masai Ujiri ist der neue starke Mann in Dallas, dazu wurde der ehemalige ESPN-Draft-Journalist Mike Schmitz aus Portland als neuer General Manager verpflichtet.

Das Duo krempelte die Mannschaft gleich einmal ordentlich um. Zunächst traf es langjährigen Head Coach Jason Kidd, der mit College-Champion Dusty May (Michigan) ersetzt wurde. Der bekam über den Draft mit Big Man Morez Johnson Jr. gleich einmal einen alten Schützling, dazu wurde das spanische Spielmacher-Talent Sergio de Larrea in der ersten Runde gezogen.

Als weiterer Spielmacher kam Marcus Sasser via Trade aus Detroit, der dort nur noch die dritte Geige spielte, aber die Qualität besitzt, ein Backup zu sein. Ex-Top-Pick Zaccarie Risacher ist derweil ein klassischer Gamble, in Atlanta konnte der Franzose sein Potenzial nur selten zeigen.

Des Weiteren angelte sich Dallas mit Santi Aldama einen weiteren mobilen Big Man, der vor allem gut werfen kann. Gleiches gilt auch für Tarik Biberovic, der über Jahre einer der besten Schützen der EuroLeague war und in Dallas endlich seine NBA-Chance bekommt. Hier gibt es aber noch Fragezeichen, ob der Türke seinen Kaderplatz behält, da die Mavs noch einen Spieler entlassen müssen.

Auf der Abgangsseite sticht Klay Thompson heraus, der via Buyout zu den Heat geht, aber in der langfristigen Planung keine Rolle mehr spielte. Das galt auch für den Rest der insgesamt sechs Verabschiedeten.

Dallas Mavericks: Zu- und Abgänge

Zugänge: Zaccharie Risacher (Hawks), Marcus Sasser (Pistons), Tarik Biberovic (Fenerbahce), Santi Aldama (Grizzlies)
Abgänge: Khris Middleton (Wizards), Klay Thompson (Heat), A.J. Johnson (Grizzlies), Marvin Bagley III (Nuggets), Brandon Williams (Warriors), Ryan Nembhard (Nuggets)
Draft: Morez Johnson Jr. (#9), Sergio de Larrea (#25)
Extension: Naji Marshall (3 Jahre, 51,9 Mio. Dollar)

Zaccharie Risacher vor einem Spiel der Mavericks in China.

Zaccharie Risacher versucht einen Neuanfang in Dallas. Vernon Bryant/Dallas Mavericks via Imagn Images

Dallas Mavericks: So könnte die Rotation aussehen

PG SG SF PF C
K. Irving M. Christie C. Flagg P.J. Washington D. Gafford
M. Sasser N. Marshall Z. Risacher S. Aldama M. Johnson Jr.
S. de Larrea T. Biberovic C. Martin D. Lively II
M. Cisse

Dallas Mavericks: Was ist die Ausrichtung der Franchise?

Nach Luka Doncic steht mit Cooper Flagg der nächste kommende Superstar bereits in der Pipeline, um den 19-Jährigen soll über die kommenden Jahre wieder ein Titelaspirant aufgebaut werden. In diesem Jahr hatten die Mavericks noch mal ihren eigenen Pick, in den kommenden Jahren wird dies aufgrund diverser früherer Trades nicht mehr so sein. Dallas braucht also Kreativität im Bauen des Teams, der klassische Weg über den Draft fällt erst einmal weg.

Die Mavericks müssen anderweitig Qualität in den Kader holen, Spieler wie Risacher, Aldama oder Biberovic sind gute Beispiele für die Versuche der Mavs. Sie alle sind entwicklungsfähig, bringen diverse Qualitäten mit, konnten sich auf dem höchsten Niveau bisher aber nur bedingt beweisen. Dazu wurden in der Vergangenheit die Verträge von P.J. Washington, Daniel Gafford oder zuletzt Naji Marshall verlängert. Für den Moment helfen sie, doch es sollte nicht verwundern, wenn diese Routiniers früher oder später in Trades weitergereicht werden.

Die Mavericks versuchen sich also den Spagat, einen Rebuild zu machen und nebenbei auch einigermaßen wettbewerbsfähig zu sein, um bei Gelegenheit mit den richtigen Moves den Kader weiter auf Flagg zuzuschneiden. So muss es auch sein, schließlich spielte der Forward trotz des Chaos eine bärenstarke Rookie-Saison, in der er 21 Punkte, 6,7 Rebounds und 4,5 Assists im Schnitt auflegte.

Trade-Kandidaten? Daniel Gafford und P.J. Washington

Trade-Kandidaten? Daniel Gafford und P.J. Washington IMAGO/EPA

Dallas Mavericks: Die Schwächen

Die Balance ist ein großes Thema. Im Idealfall ist Flagg auf der Vier zuhause, doch der Kader der Mavs ist weiterhin sehr Frontcourt-lastig. Ein klassischer Small Forward fehlt, auch in Sachen Shooting sieht es dünn aus. Vielmehr hat Dallas viele Spieler, die den Dreier treffen können, aber nicht unbedingt dafür bekannt sind, dass sie es konstant tun oder von Defenses ausreichend respektiert werden.

Dazu bleibt die Baustelle Point Guard. Kyrie Irving gab zwar in China ein hoffnungsvolles Comeback nach fast 600 Tagen Pause, doch man sollte nicht darauf zählen, dass der 34-Jährige plötzlich über 70 Saisonspiele absolvieren wird. Womöglich ist auch er ein Trade-Kandidat, selbst wenn er als Mentor und Führungsspieler in Dallas eine wichtige Aufgabe übernimmt.

Dallas Mavericks: Prognose

Das Team ist definitiv besser als die 26-56-Bilanz aus der Vorsaison, dennoch muss man im Westen erst einmal fünf Teams finden, die Dallas für einen Platz in den Play-Ins hinter sich lassen müsste. Dazu stehen die Mavericks noch am Anfang, vermutlich wird Coach May die Youngster wie Johnson, de Larrea oder Risacher mehr spielen lassen, als sie es vielleicht verdienen. Womöglich gibt es während der Saison Trades.

Kurzum: Die Mavericks befinden sich weiter in einer Übergangsphase, in der der Fokus mehr auf der Entwicklung als auf dem Herauspressen von Siegen liegen sollte. Die Defense wird solide sein, fraglich ist dagegen, ob Dallas auch eine stabile Offensive stellen kann. Ist das der Fall, kann es in Richtung 35-40 Siege gehen, was dann auch für die Play-Ins reichen könnte.

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