JAXA und ESA starten gemeinsame Mission zum Marsmond Phobos
Ist er eingefangener Asteroid? Oder war er sogar einmal ein Teil des Mars, das durch eine Kollision abgetrennt wurde? Das sind Fragen, die die Mission Martian Moons Exploration (kurz MMX) der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA und ihres europäischen Pendants ESA klären soll. Zu der Mission gehört auch ein kleines Fahrzeug, das unter anderem in Deutschland entwickelt wurde.
Das Raumfahrzeug MMX mit dem Rover Idefix soll am 20. Oktober um 4:41 Uhr Ortszeit (19. Oktober, 21:41 Uhr unserer Zeit) vom Tanegashima Space Center auf der Insel Tanegashima im Süden des Landes aus starten. Das hat die ESA mitgeteilt. Eine japanische H3-Rakete wird die Mission auf den Weg bringen. Die MMX-Mission ist der zehnte Start einer H3. Der Erstflug im März 2023 war ein Fehlstart. Seither gab es einen weiteren Fehlschlag im Dezember 2025.
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Ziel der neuen Mission ist der Marsmond Phobos, ein etwas unförmiger Himmelskörper, der in etwa 6000 Kilometer Entfernung um den Mars kreist. Der innere Marsmond hat an der größten Stellen einen Durchmesser von 27 Kilometern. Ein Tag auf Phobos dauert nur etwas mehr als 7 Stunden und 30 Minuten. Der kleinere Mond Deimos ist etwa 23.000 Kilometer vom Mars entfernt.
Wenige Erkenntnisse über Phobos und Deimos
Bis dato ist noch kein Raumfahrzeug auf einem der beiden Marsmonde gelandet. Entsprechend ist auch nur wenig über die geologischen, mineralogischen und geochemischen Eigenschaften bekannt. Das soll die MMX ändern.
Das Raumfahrzeug soll im August 2027 beim Mars ankommen und einen Monat darauf in den Orbit um Phobos einschwenken. Von dort aus soll es zunächst mit seinen acht wissenschaftlichen Instrumenten Daten über die zwei Marsmonde sammeln. Dabei wird das Raumfahrzeug zudem einen Landeplatz für den Rover Idefix suchen.
Der soll Anfang 2029 auf Phobos landen. Dazu wird MMX ihn aus 40 bis 100 Metern abwerfen. Wegen der geringen Schwerkraft sollte er den Aufprall problemlos überstehen. Wie er aufkommt, spielt keine Rolle, Idefix kann sich selbst aufrichten.
Deutsch-französischer Rover
Den 25 Kilogramm schweren Rover Idefix haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die französische Raumfahrtagentur Centre National des Etudes Spatiales (CNES) entwickelt. Er ist mit verschiedenen Instrumenten ausgestattet, mit denen er Daten über die Oberfläche wie Beschaffenheit oder Temperatur sammeln soll.
Übersicht über die MMX-Mission
(Bild: ESA (CC BY-SA 3.0 IGO))
Daneben wird Idefix während seines etwa dreimonatigen Einsatzes Fahren bei extrem niedriger Schwerkraft testen sowie einen Landeplatz für das Raumschiff suchen. Das soll nämlich im Laufe des Jahres 2030 auf Phobos aufsetzen. Während eines etwa 2,5-stündigen Aufenthalts soll MMX mindestens 10 Gramm Proben von dem Himmelskörper sammeln und diese zur Erde zurückbringen. Das Probenmodul soll voraussichtlich 2031 wieder die Erde erreichen.
Die JAXA hat bereits Erfahrungen mit dem Landen auf kleinen Himmelskörpern: 2005 landete die Raumsonde Hayabusa auf dem Asteroiden Itokawa und nahm dort Proben, die – nach einigen Verzögerungen – 2010 auf der Erde landeten. 2019 gelang dem Nachfolger Hayabusa-2 eine Landung auf dem Asteroiden Ryugu, wo ebenfalls Proben genommen und zur Erde zurückgebracht wurden. An dieser Mission waren auf das DLR und die CNES beteiligt die dafür den Lander Mascot bauten.
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