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Saturday, September 26, 2026

Bangkok ruft nach Überflutungen Katastrophenfall aus

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Die Behörden in Thailands Hauptstadt Bangkok haben für alle 50 Bezirke den Katastrophenfall ausgerufen. Damit erhalten lokale Organisationen Sonderbefugnisse, um Maßnahmen ergreifen zu können. Seit Donnerstagnachmittag geht über der Metropolregion mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern nahezu pausenlos Starkregen nieder. Das Kanalnetz der Stadt kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, trübes Wasser ergießt sich in umliegende Häuser, Restaurants, Geschäfte und Gassen.

Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, rief die Menschen dazu auf, ihre Habseligkeiten in höher gelegene Bereiche zu bringen. Nach seinen Worten sind bislang etwa 300 Millimeter Regen gefallen, das entspricht einer Wassermenge von 300 Litern pro Quadratmeter. Knapp 1000 Bewohner wurden nach Angaben der Behörden in Notunterkünfte gebracht.

Thailand Bangkok 2026 | Autos auf einer überfluteten Straße
Auch hier ist ein Vorankommen kaum möglich Bild: Josh Smith/REUTERS

Am Samstagnachmittag erklärte der Gouverneur in den sozialen Medien, die Lage habe sich stabilisiert. Falls keine weiteren größeren Regenmengen hinzukämen, werde sich "das Problem" in zwei bis drei Tagen selbst lösen. Das Hochwasser werde abfließen.

Katastrophenschutz warnt vor weiteren Tiefdruckgebieten

Allerdings warnt der Katastrophenschutz vor Tiefdruckgebieten über Ost-, Nordost- und Zentralthailand bis Sonntag. Es könne zu Sturzfluten und Schlammlawinen kommen, erklärte die Behörde.

Besonders prekär ist die Lage im Osten von Bangkok und entlang der Kanäle. "Unser Problem ist, dass die Kanäle voll sind", sagte der Gouverneur. "Wir arbeiten mit benachbarten Provinzen zusammen und versuchen, das Wasser über andere Seiten abzuleiten, um die Menge, die nach Bangkok fließt, so gering wie möglich zu halten."

Die Stadt, die einst als "Venedig des Ostens" bezeichnet wurde, ist auf ehemaligem Sumpfgebiet erbaut. Bangkok liegt etwa 1,5 Meter über dem Meeresspiegel.

"Wasser steht mir bis zur Hüfte"

"Das Wasser steigt immer weiter. Es ist jetzt schwer, nach draußen zu gehen. Es steht mir jetzt etwa bis zur Hüfte", schilderte eine 67-jährige Verkäuferin, die in der Nähe eines Kanals nördlich des Zentrums von Bangkok wohnt.

Der thaländische Premierminister Anutin Charnvirakul brach wegen der Lage eine Reise nach London ab.

Thailand Bangkok 2026 | Menschen waten bei starkem Regen durch überflutete Straße
Ein weiterer Stadtteil von Bangkok Bild: Josh Smith/REUTERS

Der September ist in Bangkok der Höhepunkt der Regenzeit. Doch laut Zahlen der Abteilung für Entwässerung und Abwasserentsorgung war es in diesem Jahr feuchter als üblich. In der Hauptstadt fielen zwischen dem 1. und 25. September 487 mm Regen, verglichen mit einem Durchschnitt von fast 269 mm im gleichen Zeitraum von 1991 bis 2020.

Anwohner erklärten, Überschwemmungen seien in Bangkok nicht selten. Aber dieses Mal sei es noch schlimmer, "als die Flut von 2011". Seinerzeit waren mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen und Millionen Häuser zerstört worden.

Wissenschaftler warnen davor, dass Intensität und Häufigkeit extremer Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels zunehmen werden.

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