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Sunday, October 18, 2026

JU-Chef Winkel schließt Folgen für Koalition im Bund aus

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Der frisch wiedergewählte Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, stärkt Kanzler Merz im ZDF den Rücken. Gleichzeitig fordert er ihn auf, die Rentenreform jetzt zügig umzusetzen.

18.10.2026 | 6:09 min

Seit der Abgeordnetenhauswahl in Berlin vor vier Wochen, aus der die Linken als stärkste Kraft hervorgegangen sind, warnen die Union und Kanzler Friedrich Merz vor einem linken Bündnis in der Hauptstadt und drohen mit Konsequenzen für die schwarz-rote Koalition im Bund.

Kommt Rot-Rot-Grün in Berlin?

Am Wochenende nun haben Linke, Grüne und SPD Sondierungen erfolgreich abgeschlossen. Nun müssen Parteigremien über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden, die dann Anfang November beginnen könnten. Auswirkungen auf die Bundesregierung habe das nicht, sagt der frisch wiedergewählte Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, in der ZDF-Sendung "Berlin direkt":

Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn das Land Berlin ins Chaos gestürzt wird, dass man daraus die Konsequenz zieht, dass auch der Bund ins Chaos gestürzt wird.

Johannes Winkel (CDU), Vorsitzender der Jungen Union

Die Junge Union hat am Wochenende auf ihrem Deutschlandtag in Bonn einen Antrag verabschiedet, der eine "gesellschaftliche Ächtung" des Linksbündnisses vorsieht. Auch CSU-Chef Markus Söder hat sich beim Deutschlandtag für eine klare Abgrenzung ausgesprochen. "Wenn man mal über Brandmauern redet, dann braucht es eher mal nach links eine", sagt er. Er spricht von einer "Roten Front" in Berlin und bezeichnet Rot-Grün-Rot als "Sündenfall".

CSU-Chef Söder fordert bei der Jungen Union, die versprochene Reformen sofort umzusetzen. Er warnt vor der AfD und einem Linksbündnis in Berlin und verlangt eine Brandmauer nach links.

18.10.2026 | 1:35 min

Winkel: Bund müsse sich vorbereiten

Junge-Union-Chef Winkel fordert darüber hinaus, der Bund müsse "sich darauf vorbereiten, was in Berlin passieren könnte, wenn Rot-Rot-Grün die Macht übernimmt". Dazu gehöre, dass der Bund "die umfassenden Enteignungen, die im Raum stehen" durch ein Bundesgesetz verhindere.

Und auch die Sicherheitsbehörden müssten vorbereitet werden, dass sie "gewisse Informationen eben auch von radikalen Politikern in Berlin dann fernhalten", sagt Winkel. Diese Idee sei für Sachsen-Anhalt entwickelt worden, mache aber "auch Sinn, wenn in Berlin radikale Politiker das Sagen haben sollten".

Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union am Wochenende ist Johannes Winkel mit einem Rekordergebnis von 94,3 Prozent der Stimmen als Vorsitzender wiedergewählt worden. Von solchen Zustimmungswerten kann Friedrich Merz aktuell nur träumen.

Friedrich Merz steht von allen Seiten unter Druck: Die Junge Union zweifelt, die Reformen stocken und auch in der Koalition wächst die Kritik. Nun muss der Kanzler liefern.

18.10.2026 | 3:58 min

JU-Chef fordert vom Kanzler Entscheidungen

Trotzdem stärkt Winkel dem Kanzler den Rücken. Im ZDF sagt er:

Wir wollen, dass der Kanzler erfolgreich ist, und erfolgreich heißt für uns vor allen Dingen, dass wir jetzt zur Entscheidung kommen.

Johannes Winkel, JU-Chef

Zu lange seien keine Entscheidungen in der Bundesregierung getroffen worden, kritisiert Winkel. Man habe "viel angekündigt, aber zu wenig entschieden". Die Junge Union unterstütze den Kanzler, sei aber "auch selbstbewusst" und "kein Kanzlerwahlverein", sagt er.

Zu den geforderten Entscheidungen, die jetzt getroffen werden müssten, zählt die Rentenreform, sagt Winkel. Bereits vor der Sommerpause hat die Rentenkommission ihre Empfehlungen vorgelegt. Kanzler Merz und die damalige SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas hatten diese als "Gesamtkunstwerk" bezeichnet, das genauso umgesetzt werden sollte. Doch danach verloren sich die Koalitionäre im Klein-Klein.

Seit Sommer liegt der Entwurf der Rentenkommission vor - einige Punkte sind strittig. Einen Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium gibt es bislang nicht. Ändert sich das mit dem neuen Minister?

18.10.2026 | 3:47 min

Keine Renten-Einigung in Sicht

Beim Deutschlandtag der Jungen Union haben Kanzler Merz und CSU-Chef Markus Söder nun eine vollständige Umsetzung des Rentenkompromisses mit der SPD vom Juli versprochen. Auch die umstrittene Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren soll beibehalten werden - trotz der Widerstände aus den Reihen der SPD und den drei Unions-Ministerpräsidenten aus dem Osten. Bis Ende des Jahres soll die Reform in den Bundestag eingebracht werden, so der Plan.

Der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) dagegen hat bereits angekündigt, dass die Empfehlungen der Rentenkommission nicht eins zu eins umgesetzt werden sollen.

Im ZDF wirbt Winkel jetzt um eine Einigung. Er lobt das Rentenpaket der Kommission. Es sei "in der Substanz wirklich gut" und könne "in den nächsten 20 Jahren" dafür sorgen, dass "das Rentensystem stabilisiert" werde. Allerdings müsse man es aber "mal irgendwann umsetzen" statt "alles wieder aufzuschnüren", sagt Winkel:

Deswegen fordere ich auch von Friedrich Merz und von Alexander Schweitzer, gemeinsam in der Bundesregierung dieses Paket, diesen Kompromiss auch umzusetzen.

Johannes Winkel, JU-Chef

Über das Thema berichtete das ZDF am 18.10.2026 um 19:10 Uhr in der Sendung "Berlin direkt".

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