Reiche ordnet an, mehr Gas zu kaufen
Die niedrigen Füllstände von Deutschlands Gasspeichern bringen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nun zum Handeln: Sie forderte das bundeseigene Energieunternehmen Sefe auf, mehr Gas einzuspeichern.
Der zentrale Grund dafür liege "in den weiter andauernden geopolitischen Risiken", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Aus Sicht der Krisenvorsorge sei dieser Schritt "ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen".
Ein Sprecher von Sefe bestätigte, dass das Unternehmen vom Wirtschaftsministerium die Anweisung erhalten habe, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern.
Vor Beginn der Heizsaison stellt sich die Frage: Braucht Deutschland eine nationale Gasreserve?
23.09.2026 | 2:29 minGasspeicher: Füllstände niedriger als in Vorjahren
Die Füllstände deutscher Gasspeicher sind aktuell deutlich geringer als in den Vergleichszeiträumen früherer Jahre. Nach jüngsten Angaben der Bundesnetzagentur lagen sie zuletzt bei 57,7 Prozent. Die täglichen Einspeicherungen seien in den vergangenen Tagen "zum Teil weiterhin recht niedrig" gewesen.
Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein. Sie speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter, um auch die Kosten der Speicherung zu decken. Dieser sogenannte Sommer-Winter-Spread ist ein wichtiger wirtschaftlicher Anreiz für die Befüllung der Gasspeicher. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran aber sorgt für hohe Großhandelspreise.
Für viele Hausbesitzer wird die Heizsaison deutlich teurer. Seit Januar stieg der Preis für 100 Liter Heizöl von unter 100 auf rund 179 Euro. Mit Beginn des Irankriegs nahm der Anstieg Fahrt auf.
16.09.2026 | 1:31 minReiche sprach sich mit Kanzler Merz ab
Wie die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ausführte, entschied Reiche nun in Absprache mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), "dass die bundeseigene Sefe Securing Energy for Europe GmbH angewiesen wird, vermehrt Erdgas einzuspeichern". Sefe wird demnach "selber entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden und die Mengen durch zusätzliche Lieferungen beschaffen, um die Einspeicherungen der anderen Marktteilnehmer nicht zu beeinträchtigen".
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Klar müsse zugleich sein, dass die Erwartung an alle anderen Marktakteure, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, "ohne Wenn und Aber bestehen" bleibe, erklärte die Ministeriumssprecherin weiter. "Die von Sefe einzuleitenden Schritte sollen daher auch ein klares Signal an weitere Unternehmen sein."
Die Gasspeicher sind wenig gefüllt. Gashändler müssten ihrer Verantwortung gerecht werden, sagt der Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller Ende August.
20.08.2026 | 5:06 minStrategische Gasreserve ab 2027
Für die Zukunft werde die Bundesregierung zudem "eine strategische Gasreserve zur Abdeckung der genannten Risiken einrichten", führte die Sprecherin aus. "Der Aufbau der Gasreserve wird nach der entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen."
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte die Anordnung an Sefe zur vermehrten Einspeicherung. "Das ist vor dem Hintergrund der sehr unsicheren geopolitischen Lage und der noch fehlenden strategischen Gasreserve sinnvoll", erklärt BDEW-Chefin Kerstin Andreae.
Quelle: AFP, dpa
Über das Thema Gasspeicher berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 23.09.2026 ab 12 Uhr.
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