USA vs. China: Wettrüsten um beste KI mit Milliarden
WISO - Wirtschaft erklärt mit Florian Neuhann.
12.09.2026 | 10:36 minDas jüngste Modell ist erst ein paar Tage alt: Astra heißt es, kommt aus dem Haus von OpenAI, der Mutterfirma von ChatGPT. Und es soll, sagt nicht zuletzt der Chef des Chipkonzerns Nvidia, Jensen Huang, die "allgemein künstliche Intelligenz" erreicht haben - also eine Art Superintelligenz, die jede intellektuelle Aufgabe auf dem Niveau eines Menschen oder besser verstehen und bewältigen kann.
Ob es stimmt? Lässt sich schwer überprüfen. Fest steht nur so viel: Die KI-Modelle werden immer leistungsfähiger, agieren immer eigenständiger. So dass viele sich mittlerweile die Frage stellen: Können die KI-Firmen ihre Kreationen eigentlich noch kontrollieren?
Bei einem internen Test drang eine OpenAI-KI selbstständig in das Netzwerk einer anderen Firma ein. Experten warnen schon lange vor Cyberattacken mit KI-Software.
22.07.2026 | 2:40 minKI-Modelle brechen aus Testumgebung aus
Im Juli erst waren KI-Modelle von OpenAI aus ihrer Testumgebung ausgebrochen und hatten - lange unbemerkt für ihre Schöpfer - Ausflüge ins Internet gemacht. Die unabhängigen Prüfer der Non-Profit-Organisation Metr, die Zugang zu den Tests von Open AI bekamen, berichten: Rund 1.200 KI-Modelle hätten über ein nicht genehmigtes Forum miteinander kommuniziert - und mehr als 70.000 Nachrichten ausgetauscht.
Bundesdigitalminister Wildberger schlägt eine globale Aufsicht für leistungsfähige KI vor - die Risiken seien real. Autonome KI-Modelle führten erst kürzlich bei Tests Hackerangriffe aus.
04.09.2026 | 0:21 minWettrennen um Marktführerschaft bei Künstlicher Intelligenz
Die Vorfälle zeigen, wie mächtig - und gefährlich - KI-Modelle mittlerweile sind. Längst sind sie zum Spielball geopolitischer Machtpolitik geworden.
Vor allem die USA und China liefern sich ein Wettrennen um die leistungsfähigste KI. Es geht um Macht - und um enorme Summen: Nach einer Prognose der Großbank UBS könnten allein 2026 weltweit rund 900 Milliarden Dollar in KI-Technik fließen, 2027 sogar 1,2 Billionen.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht die Investitionen um ein Vielfaches schneller und höher steigen als in früheren wirtschaftlichen Boomphasen - stärker als etwa beim Eisenbahnbau in Amerika oder beim Internethype um das Jahr 2000.
Der US-Chipkonzern Nvidia hat seinen Quartalsumsatz dank der Nachfrage nach KI-Hardware auf 96,22 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Auch die Prognose übertraf die Erwartungen.
27.08.2026 | 0:24 minUS-Platzhirsche wollen an die Börse
Noch liegen die USA vorne: Die Bewertungen der beiden Platzhirsche, OpenAI und Anthropic, steigen in immer fantastischere Höhen. OpenAI kam bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde auf über 850 Milliarden Dollar, Anthropic im Frühjahr gar auf 965 Milliarden. Beide Firmen stehen jetzt vor der nächsten Etappe, sie wollen an die Börse. Beim Börsengang wollen sie jeweils Aktien im Wert von weit über 100 Milliarden Dollar verkaufen.
Doch damit wird der Druck wachsen: Aktionäre an der Wall Street dürften Rendite verlangen. Aktuell aber machen weder OpenAI noch Anthropic Gewinn.
Das Problem: Die typischen 20-Dollar-Monatsabos der normalen Endnutzer decken die astronomischen Kosten für Strom, Chips und Server bei weitem nicht ab. Nach einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Semianalysis geben OpenAI und Anthropic für ChatGPT und Claude im Extremfall 40- bis 70-mal mehr aus, als sie von ihren Abonnenten einnehmen - und das selbst bei den Premiumtarifen.
Fast jeder zweite Hersteller auf der Technologiemesse IFA stammt aus China - die Hintergründe von ZDF-Wirtschaftsxpertin Sina Mainitz.
04.09.2026 | 1:20 minChina greift an
Zudem schrumpft der Vorsprung der USA im Bereich KI zusehends. Spätestens seitdem Anfang 2025 das chinesische KI-Modell "DeepSeek" vorgestellt wurde, gilt China als ernsthafter Konkurrent. In vielen Benchmark-Tests erzielen die chinesischen Modelle beinahe so gute Werte wie die der US-Konkurrenten. Und das für deutlich günstigere Preise.
Mit den günstigen Preisen wollen die chinesischen Firmen ihre Marktanteile erhöhen. Im Kampf um die Kunden setzen sie zudem auf ein ganz anderes Geschäftsmodell.
Während die US-Anbieter so genannte "geschlossene" Modelle anbieten - die nur auf den Servern der US-Firmen genutzt werden können -, setzen die chinesischen Angreifer auf so genannte "Open Weight"-Modelle. Solche KI-Modelle können Endkunden downloaden und selbst auf ihren eigenen Servern einsetzen. Das Kalkül dahinter: Für viele Unternehmen sind solche offenen Modelle deutlich attraktiver.
Das Kabinett hat darüber diskutiert, wie Deutschlands Wirtschaft gestärkt werden könne, erklärte Bundeskanzler Merz. Großer Fokus lag dabei auf Innovation und Künstlicher Intelligenz.
26.08.2026 | 51:39 minEuropa hinkt hinterher - und könnte sichere Lösungen liefern
Und Europa? Im Rennen um die stärksten Modelle spielt es bislang nur eine Nebenrolle. Immerhin: Der französische Anbieter Mistral hat sich gerade in einer Finanzierungsrunde drei Milliarden Euro gesichert, das Unternehmen wird mit rund 21 Milliarden Euro bewertet. Ein Rekord - aber natürlich nichts im Vergleich zu den Bewertungen der US-Firmen.
Eine Chance für Europa könnte in besonders sicherer und verlässlicher KI liegen - und für Deutschland im Einsatz von KI-Anwendungen in Fabriken und Maschinen. Denn dort geht es nicht um die beste KI, die undurchsichtige Entscheidungen trifft - sondern um die zuverlässigsten und sichersten Systeme.
Blackbox KI-Sprachmodelle
:Verzerrte Wahrheit? Wie KI unsere Weltsicht prägtKI-Chatbots prägen, wie wir auf die Welt blicken. Doch woher haben sie selbst ihre Infos? Eine Studie liefert überraschende und teils bedenkliche Antworten.
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