In 55 Minuten erledigt: Überlegener Zverev rast ins Kracher-Duell mit Djokovic

Kurzer Prozess mit seinem Achtelfinalgegner Shang Jungcheng - und nun wartet zum Dank das Duell mit Seriensieger Novak Djokovic: Für Alexander Zverev geht es beim ATP-Turnier in China nicht nur um das reine Duell. Sondern auch um den ganz großen Traum.
Mit Vollgas ins Viertelfinale: Alexander Zverev hat beim ATP-Turnier in Peking im Eiltempo das Kracher-Duell mit Novak Djokovic perfekt gemacht. Der US-Open-Sieger aus Hamburg ließ dem überforderten Chinesen Shang Juncheng beim 6:0, 6:3 in nur 55 Minuten keinerlei Chance und machte den nächsten Schritt auf dem Weg zur neuen Nummer eins der Weltrangliste.
In der Runde der besten acht wartet mit Grand-Slam-Rekordchampion Djokovic aber ein harter Brocken auf Zverev - zumal der Serbe in Peking eine außergewöhnliche Bilanz von 31:0 vorweisen kann. Djokovic hat in der chinesischen Hauptstadt bei all seinen vorherigen Teilnahmen (2009, 2010, 2012 bis 2015) triumphiert. Körperlich wirkte Djokovic bei seinen jüngsten Auftritten allerdings nicht ganz stabil.
"Ich glaube, das ist wahrscheinlich einer seiner Lieblingsplätze. In seiner Karriere hat er hier noch nie verloren. Aber natürlich werde ich alles tun, was ich kann, um es zu einer Herausforderung zu machen, mithalten zu können und hoffentlich erfolgreich zu sein", sagte Zverev: "Ich schätze meine Chancen gut ein."
Auf "schwierige Herausforderung" eingestellt
Gegen Shang baute Zverev zudem seine Traumbilanz als "Lefty-Experte" aus: Der 29-Jährige hat seit den French Open 2023 eine Bilanz von 48:1 gegen Linkshänder. Schon in der ersten Runde hatte er den britischen Linkshänder Cameron Norrie besiegt. Er freue sich, dass Shang "ein paar Spiele gewonnen hat, denn ich finde, er hat es verdient", sagte Zverev über seinen Gegner: "Ich hatte mich darauf eingestellt, dass es eine schwierige Herausforderung werden würde. Aber ich bin froh, dass es am Ende doch nicht so war."
Für Jan-Lennard Struff war hingegen bei dem ATP-500er-Turnier Endstation. Er verlor gegen den Russen Daniil Medwedew 4:6, 3:6.
Mit dem Erfolg gegen den Chinesen kam Zverev seinem großen Traum näher, bald an die Spitze der Weltrangliste zu springen. Am Samstag war bekannt geworden, dass Branchenführer und Peking-Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien aufgrund anhaltender Knieprobleme auch das Masters in Shanghai verpasst. Sollte French-Open-Sieger Zverev in Peking und in Shanghai triumphieren, würde er die erste deutsche Nummer eins im ATP-Ranking seit Boris Becker 1991 werden.
Anfang Februar nach den Australian Open hatte Zverev noch über 9000 Punkte Rückstand auf den damals führenden Carlos Alcaraz und knapp 5700 auf den zweitplatzierten Sinner. Weil Alcaraz in diesem Jahr aber monatelang wegen einer Handgelenksverletzung ausfiel und nun Sinner pausieren muss, hat sich die Situation zugunsten von Zverev gewandelt. Sollte Zverev in Peking und Shanghai gewinnen, wäre er bereits an Sinner vorbei.
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