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Thursday, October 1, 2026

Ein Stück C++-Compiler-Geschichte wird Open Source

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Die Edison Design Group (EDG) hat den Quellcode ihres C/C++-Frontends am 30. September 2026 veröffentlicht. Das bislang proprietäre Projekt liegt nun bei der gemeinnützigen C++ Alliance. Sie soll die Weiterentwicklung organisieren und die laufende Wartung sichern. EDG-Präsident John Spicer hofft, dass sich das Frontend neben GCC und Clang als grundlegendes Werkzeug der C++-Welt etabliert.

Das Frontend liest C- und C++-Quellcode, prüft ihn und überführt ihn in eine interne Zwischendarstellung. Darauf können Hersteller eigene Compiler oder Werkzeuge zur Codeanalyse aufbauen. EDG richtet sich damit vor allem an Entwickler solcher Produkte, nicht an Anwender, die lediglich ihre Programme übersetzen wollen. EDG hatte bereits 2025 angekündigt, das Unternehmen auslaufen zu lassen.

John Spicer beschreibt den Wechsel in der offiziellen Ankündigung. Er will dem Projekt verbunden bleiben und den Ausschuss leiten, der seine Entwicklung gemeinsam mit Freiwilligen aus dem Kreis der EDG-Nutzer begleitet. Der bereits zugängliche Code soll es auch anderen Entwicklern ermöglichen, das Frontend zu nutzen und Änderungen beizutragen.

Das zugehörige GitHub-Repository enthält neben dem Frontend weitere Bausteine: Backends, die C- oder C++-Quellcode ausgeben, Werkzeuge für die Zwischendarstellung, einen Prelinker für die Template-Instanziierung und eine minimale Laufzeitunterstützung. Eine vollständige Standardbibliothek gehört nicht dazu. Das veröffentlichte Projekt ist also keine unmittelbar einsatzfertige Alternative zu einer kompletten Compiler-Toolchain.

Für Änderungen sieht die Projektseite zum Übergang drei Wege vor. Beiträge aus der Community werden geprüft, anfangs übernehmen das erfahrene EDG-Entwickler. Wartungsänderungen durch Entwickler der C++ Alliance sollen unmittelbar öffentlich erscheinen. Für größere Funktionen plant die Alliance ein Finanzierungsmodell: Interessierte Organisationen sollen deren Entwicklung unterstützen können. Die fertigen Funktionen sollen aber allen gleichzeitig zur Verfügung stehen.

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