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Friday, October 2, 2026

Wieder kein Schutzgebiet für den Wal im Südatlantik

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Die geplante Schutzregion im Südatlantik - mehr als doppelt so groß wie die Vereinigten Staaten - sollte generell den Schutz der Meere einen deutlichen Schritt voranbringen. Doch bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Australiens Bundesstaat Tasmanien gab es abermals keinen gemeinsamen Nenner.

Der von Argentinien, Brasilien und Uruguay schon Ende der 1990er-Jahre eingebrachte Vorschlag verfehlte die erforderliche Dreiviertelmehrheit um vier Stimmen, wie Teilnehmer berichten. Es wäre weltweit das dritte Schutzgebiet für Wale gewesen. 1974 wurde das erste im Indischen Ozean eingerichtet, 1994 folgte das zweite in der Antarktis.

Rund 300 Delegierte aus IWC-Mitgliedstaaten hatten in den vergangenen Tagen in Tasmaniens Hauptstadt Hobart über den Zustand der weltweiten Walbestände beraten. Außerdem ging es um Maßnahmen zum Schutz der Meersäugetiere. Von den 89 IWC-Mitgliedsländern waren allerdings nur 67 vor Ort vertreten.

Deutschland ist für ein weiteres Walschutzgebiet 

Deutschland stimmte für das Schutzgebiet. Wichtige weitere Unterstützer wie Finnland und Luxemburg fehlten bei der Konferenz, während die Gegner ihre Blockade aufrechterhalten hätten, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit. Neben Regierungsvertretern der Mitgliedsländer sind die Walfang-Lobby und Tierschutzorganisationen als Beobachter vor Ort.

Nach ihrem Austritt aus der IWC 2019 hat die Walfangnation Japan nach Einschätzung von Umweltorganisationen eine Allianz aus einigen afrikanischen und karibischen Staaten geschmiedet, die nun die Interessen der Regierung in Tokio in der Kommission vertritt.

Japan Tokio 2021 | Walfleisch und Salatblätter auf einem Teller (28.06.2021)
Walfleisch in einem Restaurant in Japans Hauptstadt Tokio Bild: Ryoichiro Kida/AP Photo/picture alliance

"Es ist empörend, dass Walfangnationen und ihre Unterstützer diesen Vorschlag in einer Region weiterhin blockieren, in der sie nicht einmal selbst Wale jagen", sagte Matt Collis, Experte beim International Fund for Animal Welfare (IFAW). Seit mehr als zwei Jahrzehnten stelle sich eine Minderheit gegen den Willen der Mehrheit der Anrainerstaaten.

Doch auch ein Lichtblick bei der Konferenz in Hobart

Eine Einigung gab es hingegen bei Walstrandungen. Hier soll der Datenaustausch verbessert werden, um Strandungen besser zu verstehen und bestenfalls in Zukunft verhindern zu können.

Bei der Kollision von Walen mit Schiffen sterben jedes Jahr tausende Tiere. Hier haben die Delegierten eine Resolution verabschiedet, die darauf abzielt, dass Schiffsrouten angepasst werden. Zudem bekam eine Resolution die Mehrheit, die den Beifang von Kleinwalen und Delfinen in Fischernetzen verringern soll.

Die Resolutionen der Walfangkommission sind rechtlich nicht bindend. Sie geben aber politische Empfehlungen und können Druck auf die Mitgliedstaaten ausüben.

Norwegen, Island und Japan halten an kommerziellem Fang fest

Die IWC wurde 1946 gegründet - ursprünglich, um den stark industrialisierten Walfang zu regulieren und die Bestände zu erhalten. Trotz des 1985/86 in Kraft getretenen weltweiten Moratoriums für den kommerziellen Walfang halten neben Japan auch Norwegen und Island bisher an der kommerziellen Jagd fest.

Norwegen betonte erneut, Wale müssten grundsätzlich nutzbar sein. Islands Regierung hatte zuletzt hingegen angekündigt, im kommenden Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den kommerziellen Walfang in isländischen Gewässern dauerhaft beenden könnte.

Umweltschützer kritisieren Schweiz nach ihrem Rückzug

Die Schweiz hatte bereits am Mittwoch eine von ihr selbst eingebrachte Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen zurückgezogen - noch bevor die bereits angesetzte Arbeitsgruppe über Änderungen am Text verhandeln konnte. 

USA Long Beach 2026 | Delfine an der Wasseroberfläche (17.07.2026)
Delfine im Pazifischen Ozean (im Juli)Bild: Mario Anzuoni/REUTERS

Das Verhalten der Schweiz sei nicht nachvollziehbar und ein schwerer Schlag für den Artenschutz, sagte die Meeresschutz-Expertin Mona Schweizer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Die Resolution hätte die erforderliche Mehrheit problemlos erreicht. Die Gründe für den Rückzug blieben unklar.

Greenpeace wies darauf hin, mehr als 100.000 Delfine und Kleinwale würden jährlich durch gezielte Jagd getötet. Das Moratorium für den kommerziellen Walfang gilt nur für Großwale.

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