Seltene Pistole im See: Neue Spur in Vierfachmord in den Alpen vor 14 Jahren

Seltene Pistole im SeeNeue Spur in Vierfachmord in den Alpen vor 14 Jahren
01.09.2026, 15:19 Uhr

Vier Menschen sterben 2012 im Kugelhagel in den französischen Alpen, zwei kleine Mädchen überleben. 14 Jahre später weckt eine Pistole vom Grund des Annecy-Sees neue Hoffnung im rätselhaften Al-Hilli-Mordfall.
In dem Fall, in dem vor 14 Jahren eine britische Familie im Urlaub in den französischen Alpen brutal erschossen wurde, gibt es möglicherweise eine neue Spur. Der "Daily Mail" zufolge wurde auf dem Grund des Sees von Annecy eine seltene Pistole desselben Typs gefunden, mit der auch die Familie getötet wurde.
2012 war der 50-jährige Saad Al-Hilli, ein im Irak geborener Satelliteningenieur aus Surrey, auf einer abgelegenen Bergstraße in der Nähe des Sees von Annecy am Steuer seines BMWs erschossen worden. Neben Al-Hilli starben auch seine 47-jährige Frau Iqbal, ihre Mutter Suhaila und der einheimische Radfahrer Sylvain Mollier. Der Täter feuerte in weniger als zwei Minuten 21 Kugeln ab, von denen 17 seine Opfer trafen. Lediglich die damals siebenjährigen und vierjährigen Töchter des Paares überlebten.
Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt, allerdings gab es deutliche Worte aus dem Ermittlungsteam. Demnach vermuteten die Ermittler, dass der Täter "methodisch und ruhig" vorgegangen sei und ein "Shoot-to-kill"-Training erhalten habe, weil alle Opfer mit zwei Schüssen getötet worden waren.
Der Weg der Waffe
Zudem wurden am Tatort Grifffragmente einer seltenen Luger PO6/29, Parabellum 7.65 gefunden. Sie wurde zwischen 1909 und 1947 an Schweizer Soldaten ausgegeben und entweder in der Schweiz oder in Deutschland hergestellt. Forensische Experten vermuteten, dass es sich um die bei der Tat verwendete Waffe handelte. Nun fanden Polizeitaucher die gleiche Art von Schweizer Armeepistole im Sees von Annecy.
Eine Quelle aus dem Ermittlungsteam sagte der Zeitung zufolge: "Sie wurde letzte Woche im Wasser gefunden." Die Waffe wurde demnach sofort geborgen und zur forensischen Untersuchung abtransportiert. "Die Zeit, die sie im Wasser verbracht hat, wird die Analyse natürlich extrem erschweren, aber Priorität hat es, herauszufinden, ob es sich um die Waffe handelt, die beim Vierfachmord verwendet wurde." Die Ermittler hoffen auf Fortschritte in der forensischen Technologie, um eventuelle Spuren zu sichern. Angeblich hat die Waffe auch eine Seriennummer, die den Ermittlern helfen könnte, ihre genaue Geschichte nachzuvollziehen.
Zu der Tat gibt es mehrere Theorien. Eine ist, dass die Verbindungen der ursprünglich aus dem Irak stammenden Familie Al-Hilli zum Regime des ehemaligen Diktators Saddam Hussein ein Grund für ihre Ermordung gewesen sein könnten. Eine weitere war ein möglicher Streit um ein Familienerbe. Es wurde zudem dahingehend ermittelt, ob Mollier, der französische Radrennfahrer, möglicherweise das eigentlich Ziel der Tat war.
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