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Saturday, September 12, 2026

US-Präsident Trump in Irland: Golf, Proteste und ein heikles Thema

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Eric Trump und Donald Trump auf dem Golfturnier Irish Open

Stand: 12.09.2026 • 19:55 Uhr

US-Präsident Trump besucht Irland - und ein Golfturnier in seinem eigenem Golfressort. Ein kleines Dorf steht Kopf, viele demonstrieren gegen den Besuch - und dann wird plötzlich die Einheit Irlands zum Thema.

Mareike Aden

Als die Stimme von Donald Trump über die Straßen des kleinen westirischen Küstenortes hallt, ist der US-Präsident selbst noch gar nicht dort angekommen. Die Stimme kommt über die Lautsprecher, die an den Laternenmasten von Doonbeg hängen. "Die werden immer rausgeholt an Feiertagen", erzählt eine junge Frau, die in einem Café arbeitet.

Den ganzen Tag über sind im Zentrum von Doonbeg nicht nur traditionelle irische Volkslieder zu hören, sondern zur vollen Stunde immer auch die Radionachrichten. Und die bestimmt an diesem Wochenende in Irland nur einer: Donald Trump.

Großeinsatz im 300-Seelen-Dorf

"Doonbeg ist ein typisches irisches Dorf", sagt ein Polizist, der wie so viele seiner Kollegen den ganzen Tag an der kleinen Hauptstraße steht, die mitten durch den Ortskern führt. "Ein paar Pubs, eine Kirche mit Friedhof, Überreste eine Burgruine". Er selbst lebt viel weiter nördlich, aber wie so viele Einsatzkräfte wurde er für den Besuch von Trump nach Doonbeg verlegt.

Rund 4.000 Polizei- und Sicherheitskräfte sind landesweit im Einsatz - hier in Westirland und in der Hauptstadt Dublin -, darunter auch US-amerikanische Sicherheitskräfte.

An diesem Wochenende ist in dem 300-Einwohner-Ort wenig normal: Das Golfressort am Meer, das Donald Trump 2014 gekauft hat, als es kurz vor dem Bankrott stand, und in das er umfassend investiert hat in den Folgejahren, trägt zum ersten Mal die renommierten Irish Open aus.

Auch Trumps beiden Söhne Eric und Donald Jr. sind angereist. Am Sonntag will der US-Präsident die Trophäe überreichen. "So was habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen", sagt eine Anwohnerin, die von ihrem Haus steht und die vielen mit gelben Westen bekleideten Polizisten betrachtet, sowie die Golffans und Journalisten. Immer wieder fahren Shuttlebusse an ihr vorbei.

"Da kommt er!" Das Flugzeug von US-Präsident Trump fliegt über dessen Golfplatz im irischen Doonbeg.

Die meisten Iren sind gegen Trumps Besuch

Es ist der einzige Weg für die Tausenden Besucher der Irish Open in das weiträumig abgesperrte Ressort. An dessen Eingang, in dem sich auch ein Fünf-Sterne-Hotel befindet, gibt es Sicherheitskontrollen wie sonst an Flughäfen.

In einer Umfrage der Zeitung Sunday Independent sprachen sich vorab 69 Prozent der Iren gegen Trumps Besuch aus - dabei geht es ganz wesentlich um Israel und Palästina, aber auch um Iran und die daraus resultierenden hohen Energiekosten, die auch Irland treffen. Die grüne Insel gilt als eines der Israel-kritischsten Länder im Westen. Im Sommer verhängte die Regierung als erstes EU-Land ein Importverbot für Waren aus israelischen Siedlungen in den Palästinensergebieten.

Laut einer Umfrage sind die meisten Iren gegen den Besuch des US-Präsidenten.

Gemeinde will Politik von Wirtschaft trennen

Auch auch gegen den Iran-Krieg sowie Trumps Migrations- und Umweltpolitik richten sich die Proteste. In der Hauptstadt Dublin gehen Tausende auf die Straße, doch Trump selbst bekommt davon wenig mit. In Doonbeg versammeln sich nur einige Dutzende Protestierende, viele mit Palästina-Flaggen. Die meisten, die protestieren, sind aber nicht von hier.

"Jeder darf protestieren, aber wir als Gemeinde müssen das Politische vom wirtschaftlichen Faktor trennen", sagt Rita McInerney, die im Ort aus einem himmelblauen Caravan-Anhänger ein Café betreibt.

Unternehmerin und Lokalpolitikerin Rita McInerney verweist auf die lokalen Einnahmen durch das Golf-Ressort.

Die Kleinunternehmerin, die auch im Bezirksausschuss sitzt, schätzt, dass das Ressort der örtlichen Wirtschaft jedes Jahr bis zu sechs Millionen Euro bringt. "Auch junge Menschen bekommen dort oft Jobs im Sommer", sagt sie. Das Golfressort sei schon immer wichtig für die Region gewesen, lange bevor Trump es gekauft hat. "Auch viele von uns machen sich Sorgen um die Lage weltweit, um die Kosten für Lebensmittel und Energie, aber wir müssen das eben trennen."

Treffen mit Präsidentin Connolly

Als Trumps Hubschrauber über Doonbeg zu hören ist, sind rund um das kleine Café und den anliegenden Spielplatz viele aufgeregte Stimmen zu hören. "Da ist Trump, da kommt er."

Zu diesem Zeitpunkt hat der US-Präsident den formalen Teil bereits hinter sich. Auch wenn dies kein Staatsbesuch ist, wurde er in Dublin am Samstagmorgen mit militärischen Ehren und Protokoll empfangen. Und Trump sah sich offenbar ebenfalls in der Pflicht, einige politische Termine zu absolvieren.

Mit großem Interesse blickten die Iren vorab auf sein Treffen mit Präsidentin Catherine Connolly. Die linke Politikerin hatte Trump zuletzt scharf kritisiert. Er sei "unberechenbar", einer, "der mobbt und Zölle verhängt, wie es ihm gefällt".

Vor den Kameras zeigen sich beide höflich, wenn auch distanziert. Knapp eine halbe Stunde dauerte dieser Termin, ein wenig länger als erwartet. Connolly gab danach in einem Statement bekannt, sie habe deutlich gemacht: "Genozid und Krieg dürfen keine Normalisierung erfahren".

Vereinigtes Irland? Trumps Äußerung ...

Am Rande des Treffens mit Regierungschef Micheál Martin waren Medien dabei. Auf die Frage eines irischen Journalisten, welche Chancen Trump einem vereinigten Irland einräume, antwortet der: Er wolle ja keine Probleme verursachen, aber "das wäre großartig". Und: "Es wird passieren".

Wenig später, in seiner Rede in der Residenz des US-Botschafters, versucht er offenbar zurückzurudern - die irische Einheit sei ja wirklich eine schwierige Sache - und wiederholt dennoch: "Es wäre eine coole Sache."

Das mehrheitlich protestantische Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, während die Republik Irland EU-Mitglied ist. Im Jahr 1998 beendete das Karfreitagsabkommen einen jahrzehntelangen blutigen Konflikt zwischen bewaffneten Gruppen der pro-irischen katholischen und pro-britischen protestantischen Seite. In dem Abkommen ist die Möglichkeit eines Referendums verankert, aber vage formuliert, und die Zentralregierung in Westminster müsste zustimmen, was derzeit als ausgeschlossen gilt.

... wird sofort zurückgewiesen

Die Reaktionen auf Trumps Vorstoß zur irischen Einheit kamen prompt aus den unterschiedlichen Lagern. Der britische Premier Andy Burnham äußerte knapp: "Wir werden uns zu einhundert Prozent an das Karfreitagsabkommen halten."

Die nordirischen Loyalisten wiesen den Vorstoß scharf zurück, und selbst Mary Lou McDonald, Parteichefin von Sinn Féin, die das Thema Einheit auch in Nordirland vorantreibt, reagierte wenig begeistert. Sie nehme die Äußerungen Trumps zum Thema Einheit zur Kenntnis. Wohl auch weil sie so gut wie in allen anderen Fragen nicht auf einer Linie mit Trump liegt und ihre Partei Féin an den Protesten gegen seinen Besuch teilnimmt, vor allem wegen seiner Gaza-Politik.

In Doonbeg hören sie all diese Nachrichten zwar über die Lautsprecher an den Laternen, aber weder die Einheimischen noch die vielen Golffans scheinen hinzuhören. Trump mag gerade ganz nah sein, aber die Weltpolitik ist für sie weit weg.

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